02.11.2017, 11:08 Uhr

Reise ins Krisengebiet Kashmir

Bisher konnten 1.300 Kinder versorgt werden. (Foto: privat)

OP-Reise: Mediziner operieren in ihrer Freizeit Kinder in Indien.

BUCHKIRCHEN. Der Welser Fußchirurg Ernst Orthner und seine Ordinations-Assistentin Veronika Gattermayr gründeten 2010 den gemeinnützigen Verein „Kinderfüße brauchen Hilfe“ (KbH) mit dem Sitz in Buchkirchen. In das Hilfsprojekt investierten die beiden bisher fast zur Gänze ihre Urlaubstage, was jährlich zwei OP-Reisen nach Indien ermöglichte. Dort werden Kinderfüße – von Fehlstellungen über Klumpfüße bis hin zu neurologischen Problemen – von Orthner und weiteren Kollegen kostenlos behandelt oder operiert. Gattermayr kümmert sich währenddessen um alle organisatorischen Dinge. Das Besondere an diesem Projekt ist, das es nicht nur punktgenau humanitäre Hilfe bringt, sondern vor allem auch großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Diese wird mit ortsansässigen Spitälern, Ärzten und Hilfsorganisationen erreicht. Bisher konnten 1.300 Kinder versorgt, sowie nachbehandelt werden. Die letzte OP-Reise führte das KbH-Team kürzlich in die indischen Krankenhäuser von Meerut und Silvassa, wo 49 Kinder untersucht, 15 schwere Fälle operiert und 18 Kinder vorgemerkt wurden.

Trip nach Kashmir

Mit der Erweiterung des Teams durch den Mainzer Fußspezialisten Paul Simons, der Kinder-Orthopädin Anja Helmers (Berlin) sowie dem Buchkirchener Clemens Kilian (Organisation) steht einer dritten jährlichen Reise nichts mehr im Wege. Die 15. OP-Reise führte das Duo Orthner/Gattermayr von 26.10. bis 01.11. nach Kashmir. „Die Reise dorthin mussten wir wegen Unruhen schon zwei Mal verschieben, aber diesmal fahren wir, denn wir werden im Khyber Hospital in Srinagar schon sehnsüchtig erwartet. Bei unserem letzten Besuch wurden von uns an einem Tag 75 Kinder untersucht, operiert wurde bis tief in die Nacht hinein“, erzählte Gattermayr vor der Abreise. Dabei warnt Österreichs Außenministerium gerade wieder einmal vor Reisen ins indische Kashmir, da aufgrund des Konflikts zwischen Indien und Pakistan eine Gefahr für Anschläge besteht.

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