28.06.2017, 14:37 Uhr

Wälder durch Trockenheit und Schädlinge doppelt belastet

Rauchen und Feuer in Waldgebieten, Waldrandnähe und dem Gefährdungsbereich des Waldes ist verboten. (Foto: Bill Gabbert/Fotolia)

Die heißen Temperaturen stellen für die heimischen Wälder eine besondere Herausforderung dar.

BEZIRK. Die momentan anhaltende Hitze und Trockenheit sind eine gefährliche Mischung, durch die offene Feuer leicht außer Kontrolle geraten können. Um der Gefahr von Waldbränden vorzubeugen, wurde daher am 22. Juni die Waldbrandverordnung in allen Bezirken Oberösterreichs durch die Bezirkshauptmannschaften erlassen. Auch in Wels-Land ist damit jegliches Feuerentzünden, einschließlich des Rauchens, in Waldgebieten, Waldrandnähe und dem Gefährdungsbereich des Waldes verboten. "Unsere Böden sind aktuell nicht ausreichend durchfeuchtet, die Gefährdung wird aus derzeitiger Sicht auch in den kommenden Tagen bestehen bleiben", so Landesrat Max Hiegelsberger.

Weiterhin höchste Vorsicht geboten

"Durch den Regen am Wochenende hat sich die Lage zwar leicht entspannt, da die Nässe allerdings nicht in den Boden eindringen konnte, ist immer noch höchste Vorsicht geboten", bestätigt Johann Gasperlmair, Bezirksfeuerwehr-Kommandant in Wels-Land. Generell sei die Waldbrandverordnung für die Feuerwehr keine ungewöhnliche Situation. "Zu dieser Konstellation kommt es jeden Sommer in unterschiedlich starker Ausprägung. Durch die aktuell sehr lange Trockenzeit und immer wieder auftretenden Winde muss vor allem auf Funkenflug geachtet werden", erklärt Gasperlmair. Daher seien am vergangenen Wochenende auch viele geplante Sonnwendfeiern abgesagt worden. Die Feuerwehr versucht die Bürger für das Thema zu sensibilisieren und appelliert, umsichtig und aufmerksam durch heimische Wälder zu gehen. Markus Gemander, Forstberater für den Bezirk Wels-Land, weiß, dass die Situation mit einem Platzregen nicht entschärft ist. Anders als in der Landwirtschaft, könne es für den Wald generell nie genug regnen, aber "die Welser Heide ist mit ihrer geringen Humusauflage von fünf bis zehn Zentimetern von Haus aus sehr trocken. Es müsste schon lange und nachhaltig regnen, um hier für Besserung zu sorgen", meint Gemander.

Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer

Die durch die Hitze bedingte Trockenheit sei aber nicht die einzige Herausforderung für den Wald. Wie auch schon 2015 findet der Borkenkäfer bei wenig Niederschlag und hohen Temperaturen ideale Brutvoraussetzungen vor. Die Weibchen der "Buchdrucker" und "Kupferstecher" können dann bis zu 100.000 Nachkommen zeugen. "Sind Fichten durch die Trockenperiode bereits angeschlagen, geben sie ein leichtes Ziel für den Schädling ab", so Gemander.

Waldbrandverordnung
In den Waldgebieten aller Gemeinden des Bezirkes Wels-Land sowie in deren Gefährdungsbereichen ist jedes Anzünden von Feuer und das Rauchen verboten.

Ein Gefährdungsbereich ist überall dort gegeben, wo die Bodendecke oder die Windverhältnisse das Übergreifen eines Bodenfeuers oder eines Feuers durch Funkenflug in den benachbarten Wald begünstigen.

Übertretungen werden mit Geldstrafe bis zu 7.270 Euro oder mit Freiheitsstrafe bis zu vier Wochen geahndet.

Neben dem offenen Feuer ist der Funkenflug durch diverse Arbeiten ebenso wie das Wegwerfen glimmender Gegenstände und das Wegwerfen von Glasflaschen und Glasscherben im Gefährdungsgebiet des Waldes verboten.

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