10.10.2017, 12:04 Uhr

Werkzeugschmieden anno 1900

Wimsbacher Hackenschmiede erweitert die „Produktion“

Bad Wimsbach-Neydharting. Das Führungsteam des Kulturvereins hat sich zum Ziel gesetzt, die Hackenschmiede lebendig zu halten. Ein wichtiger Punkt dabei ist, wieder bäuerliche Handwerkzeuge aus früherer Zeit herzustellen. Kürzlich konnte ein Sappl geschmiedet werden.

Bei diversen Vorführungen gewährten Knud Englbrecht und einige Schmiedehelfer immer wieder Einblicke in die Fertigung einer Hacke. Nun wurde das Sortiment erweitert! Nach über einem halben Jahrhundert verließ ein handgefertigter Sappl die Hackenschmiede.
An zwei Abenden versuchten sich die Schmiede, unter der Anleitung des erfahrenen Schmieds Karl Silberbauer, an der Herstellung eines Sappls. Vom Rohmaterial zum fertigen Werkzeug führten sie alle notwendigen Schritte bis hin zur Wärmebehandlung aus. Vieles ist zu bedenken und zu beachten. Das Zusammenspiel von eingespieltem Personal ist Voraussetzung, damit es nicht zu Verletzungen kommt!

Stahl und Holz – Eine Verbindung die schon länger hält!

Die Hackenschmiede hat mit Altbürgermeister und Schmied Walter Schindlauer die richtige Adresse, um ein in der Schmiede entstandenes Werkzeug mit einem Stiel zu versehen. Walter Schindlauer war einer der letzten Schmiedelehrlinge, die Ende der 1950er Jahre noch hautnah miterleben durften, wie Sappl per Hand in der Hackenschmiede gefertigt wurden.
Eine schon langanhaltende und wertschätzende Verbindung gibt es zwischen der Tischlerei SFK in Kirchham und der Hackenschmiede in Bad Wimsbach-Neydharting.
Die SFK Tischler GmbH ist ein klassischer Familienbetrieb, der aber alles andere als eine typische Tischlerei ist. „Die Gegensätze, aber auch die Synergien zwischen der Fertigung von hochpräzisen Teilen auf modernsten Anlagen und der Arbeit mit Naturelementen wie Feuer, Wasser und Luft, um Stahl überhaupt bearbeitbar zu machen, stellen für beide verantwortlichen Betreiber wohl einen gewissen Reiz dar“, betonte Ing. Robert Spitaler, BEd, Obmann des Kulturvereins.

Es war daher naheliegend, den ersten Sappl, der seit über einem halben Jahrhundert wieder die Hackenschmiede verlässt, in guten Händen zu wissen. Passend zum Brauch des Liachtbratl-Montag (Anmerkung: heuer der 2. Oktober) überreichten die Schmiede den Sappl an den Bundesinnungsmeister der Tischler und Holzgestalter, KommR Gerhard Spitzbart, Geschäftsführer der SFK. Als Dank folgte prompt die Einladung auf das Liachtbratl!
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