06.12.2017, 14:37 Uhr

Westbahn fährt künftig alle 30 Minuten nach Wien

Ab 10. Dezember fährt die Westbahn im 30-Minuten-Takt von Wels in Richtung Wien. (Foto: Westbahn)

Die Privatbahn erweitert ihr Angebot in Abstimmung mit der Stadt Wels ohne den Einsatz von Steuergeldern.

WELS. Die Westbahn plante seit längerem zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember eine Angebotsverdichtung zum Halbstundentakt mit zwei Linienführungen innerhalb Wiens, wobei die zusätzlichen Verbindungen in ihrer ursprünglichen Fassung als schneller Verkehr von Wien nach Salzburg mit nur einem Halt in Linz konzipiert waren.
Als sich Bürgermeister Andreas Rabl im Herbst 2016 an die Westbahn wandte, um über neue zusätzliche Halte in Wels zu sprechen, stieß er dort auf offene Ohren. "Wir haben das große Marktpotenzial erkannt und berücksichtigen Wels beim Haltemuster aller Verbindungen", so Erich Forster, CEO der WESTbahn Management GmbH. Reisende, die von Wels aus unterwegs sind, profitieren künftig von halbstündlichen Verbindungen der Westbahn Richtung Salzburg und von der doppelten Zahl von Anknüpfungen nach Wien. Die längst gut etablierte Linie zum Wiener Westbahnhof heißt übrigens ab Sonntag Westgreen. Die neue zweite Streckenführung in Wien geht über Meidling, Wien Hauptbahnhof, Quartier Belvedere, Rennweg, Wien Mitte zum Bahnhof Praterstern und trägt den Namen Westblue. Für alle Welser bedeutet das täglich 60 Westbahn-Stops in Wels und alle 30 Minuten eine Verbindung in beide Richtungen.

Auf schweizer Niveau

„Wir bieten mit der Verdoppelung unseres Angebots allen Oberösterreichern noch mehr Mobilität. Auf der Westbahnstrecke befinden wir uns damit auf schweizer Niveau“, sagt Forster. „Mit WESTgreen und WESTblue knüpfen wir darüber hinaus in Wien ideal an den innerstädtischen Verkehr an – oder ermöglichen den Besuch vieler Ziele direkt vom Fernverkehr aus mit ganz kurzen Fußwegen“, so der Westbahn-Vorstand weiter. „Im Sinne der Welser Bürger haben wir alle Alternativen bei der Suche nach einem guten Ergebnis für die öffentliche Mobilität geprüft. Was wir nun mit der Westbahn umsetzen, kann als Erfolgsmodell für andere Regionen gelten“, kommentiert Bürgermeister Andreas Rabl. Die Westbahn hat ambitionierte Pläne: Die Zahl von fünf Millonen jährlichen Fahrgästen soll sich in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Um die Fahrplanerweiterung möglich zu machen, wurden auch die Zuggarnituren von sieben auf 16 aufgestockt. Das geschah, obwohl angeboten, ohne finanzielle Beteiligung der Stadt Wels statt.

Win-Win-Situation

Für Forster ist Wels "wahrscheinlich ein in Österreich unterschätzter Halt". Erhebungen der Westbahn hätten ergeben, dass allein im 7.00 Uhr Zug wochentags 200 bis 300 Personen von Linz nach Wels einpendeln würden. "Jeder, der glaubt, dass Welser nur nach Linz pendeln, irrt. Wir sind ein nicht zu unterschätzender Industriestandort, die Erreichbarkeit ist da auch immer ein ganz wesentlicher Punkt", bestätigt Rabl. Anders als Linz und Wien habe Wels den großen Vorteil aus Stadt noch staufrei zu funktionieren. "Trotzdem muss man den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel forcieren. Das geht aber nur, wenn man zeitlich attraktiver ist, als der Individualverkehr", meint Rabl. Mit der Angebotserweiterung der Westbahn verfüge Wels über mehr Haltestellen, als jemals zuvor. Positiver Randeffekt: Westbahnfahrer dürfen auch kostenlos im neuen Parkdeck in der Neustadt stehen.

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