04.09.2014, 08:34 Uhr

Herbstmesse – Sensationeller erster Tag

WELS. Mit einem feierlichen Festakt wurde die Herbstmesse 2014 am 3. September am Messegelände feierlich eröffnet. Das neue Konzept und die zwölf Themenwelten werden von den Besuchern sehr gut angenommen.

Eröffnungsansprachen:

Messepräsidentin LAbg. Doris Schulz begrüßte zahlreiche hochrangige Gäste in der Erlebniswelt Bauernhof, einer einzigartigen Präsentation für die Leistungen der heimischen Landwirtschaft. „Zwei Jahre intensive Vorbereitungszeit das Ergebnis ist eine Messe der Rekorde: die Zusammenarbeit mit 20 Verbänden, zwölf Themenwelten, 710 Aussteller aus 18 Nationen, knapp 54.000 m² Gesamtausstellungsfläche - davon 14.400 m² für Österreichs größter Erlebnisbauernhof, 475 Programmpunkte, sieben Messebühnen u.v.m.“ Schulz ist froh über den Bau der Messehalle 21, welche mit der Fachmesse Agraria heuer im November nach nur 177 Tagen Bauzeit in Betrieb genommen wird.

Für den Welser Bürgermeister Peter Koits ist die Herbstmesse 2014 ein gutes Spiegelbild für unser Land, unsere Wirtschaft und Landwirtschaft. Koits betonte die bedeutende Rolle, die die Messe Wels für die Stadt, aber auch für Oberösterreich spielt: „Linz/Wels ist neben Wien die stärkste Wirtschaftsregion Österreichs. Die Messe ist seit über 130 Jahren das Markenzeichen der Stadt. Mit der neuen Messehalle 21 wird Wels der größte Messeplatz Österreichs“. Koits stellt eine weitere neue Halle in fünf Jahren in Aussicht, um damit die Qualität abzusichern und eine Weiterentwicklung der Messe gewährleisten zu können.

Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger
bedankte sich bei den Veranstaltern und Mitwirkenden für den Mut, Landwirtschaft auf einer reinen Konsumentenmesse zeitgemäß darzustellen und hob die Qualität und Bedeutung der Präsentation hervor. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass die Kinder das Leben auf dem Bauernhof, die Kreisläufe der Natur oder die Natürlichkeit der Lebensmittel kennen. Die ‚Erlebniswelt Bauernhof‘ soll den Konsumenten zeigen, wie eine moderne Landwirtschaft in Wirklichkeit - abseits von Klischees und Werbung - funktioniert", so Hiegelsberger. Er wies im Rahmen der Eröffnung auch auf den Wert des Arbeitsplatzes Bauernhof hin. „100.000 Arbeitsplätze hängen in Oberösterreich direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft zusammen. Jeder Teil der Wertschöpfungskette muss ein Einkommen erzielen können und eine Geiz ist geil-Mentalität bei den Lebensmitteln gefährdet heimische Arbeitsplätze. Qualität hat einen Wert, und sie muss auch einen gerechten Preis haben."

Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, bezeichnet die Herbstmesse als Meetingpoint der Innovationen und gratuliert allen Ausstellern, die diese Möglichkeit nützen. Die heimischen Betriebe zählen laut Leitl sowohl bei der Aus- als auch Weiterbildung zu den Besten in Europa. Er ruft zum Handeln auf, um trotz der geringen Wachstumsprognose erfolgreich zu bleiben.
In seiner Festansprache nahm Leitl Bezug auf die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine mit einem Zitat von George Santayana und forderte den Dialog und die Präsentation konstruktiver Lösungsansätze, damit wieder Ruhe und Stabilität für die Wirtschaft einkehren kann. „Dieser Konflikt wird auf dem Rücken der Wirtschaft ausgetragen. Im Sektor Lebensmittelverarbeitung und -produktion gibt es aufgrund der Sanktionen alleine in Oberösterreich einen Ausfall von 100 Mio. Euro, umgelegt auf Österreich von rund 500 Mio. Euro. Die Europäische Union, die Ukraine und Russland könnten sich wechselseitig sensationell ergänzen und gemeinsam erfolgreich sein“, so Leitl.

Zur gelungenen Trennung der Herbstmesse als Konsumentenmesse und der Fachmesse für Landwirtschaft Agraria gratuliert Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer. Die Herbstmesse ist für Pühringer alle zwei Jahre eine Leistungsschau für die Stärke der Wirtschaft und Landwirtschaft, aber auch ein Blick in die Zukunft. „Es ist wichtig, heute die Weichen richtig zu stellen, denn das ist entscheidend dafür, wie wir in 10 – 15 Jahren dastehen. In wenigen Jahren des Stillstands kann man alles verlieren, was man zuvor mühsam aufgebaut hat“, so Josef Pühringer.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter nahm wie Leitl Bezug auf den Ausbruch des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Auch für ihn ist die Sanktionsschraube nicht der Weisheit letzter Schluss. „Russland ist nicht der größte, aber ein sehr wichtiger Drittlandmarkt. Als Antwort auf die Sanktionen wurden heimische Produkte mit einem Wirtschaftsembargo belegt. Es braucht Innovations- und Interventionsmaßnahmen der EU, aber auch die heimischen Konsumenten, die gerade jetzt zu heimischen Produkten greifen und auf Regionalität setzen sollten,“ so Rupprechter, der in seiner Ansprache auch auf die Bedeutung der Energiewende, internationaler Klimaschutzverhandlungen und einem Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums hinwies.

Bundespräsident Heinz Fischer
gratulierte zur gelungenen Erneuerung der Herbstmesse. „Diese Messe findet in einem interessanten politischen Umfeld statt. Mit Recht wurde über die außenpolitische Situationen gesprochen, aber auch in der Innenpolitik gab es in den letzten Tagen interessante Veränderungen. Dass man am Erscheinungsbild der politischen Arbeit arbeiten muss, ist allen Beteiligten bewusst. Eine Gefahr droht nur, wenn aus dieser Erkenntnis keine Schlüsse gezogen werden“. Fischer wünschte der Messe viel Erfolg und eröffnete die Herbstmesse 2014 offiziell.

Im Rahmen der offiziellen Messeeröffnung wurden auch die Preisträger des 20. Internationalen Wettbewerbs für Fleisch- und Wurstwaren vorgenommen.

Der Ehrenpreis wurde verliehen an
- Hannes Hutegger, Fleischhauerei Hutegger, Bad Hofgastein/Salzburg
- Josef Moser, Fleischhauerei Moser, Sigharting/OÖ
- Herbert Walser, Walser KG, Meiningen/Vorarlberg

Preisträger in der Kategorie Rohwürste
- Herr Dolejsich, Fleischhauerei Dolejsich/Tschechien
- Helmut Gattringer, Spar AG – Abteilung Tann Fleischwaren
- in Abwesenheit: Firma Tecklenborg, Emsdetten/Deutschland

Bis Sonntag in die Welt der Vielfalt eintauchen
Ob Spielemesse, Kreativmesse, Handwerksmesse, Kräutermesse, Erlebniswelt Bauernhof, Eventarena oder die wieder zum Leben erweckte Halle der Nationen – es wurden viele neue Ideen in die Herbstmesse gesteckt. Und beliebte Themen wie die Ausstellung der Oö. Tischler, Bauen & Wohnen, Revier, Lebensstil & Design oder Haus und Garten wurden beibehalten. Noch bis Sonntag, 7. September erwartet die Besucher neben den zwölf Themenwelten der Herbstmesse auch das grüne Herz Österreichs auf der gemütlichen Steirerwies’n im Volksgarten, das traditionsreiche Welser Volksfest mit actionreichen Fahrgeschäften, Genuss in der Ochsenbraterei und in der Grieskirchner Bieralm, viele Dirndln und Lederhosen, beste Unterhaltungsmusik u.v.m.

Landwirtschaft zum Anfassen
Staunen, kosten, fühlen, lernen – durch die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer OÖ und dem Land OÖ wird die Erlebniswelt Bauernhof in Halle 20 zu einem Ereignis für Groß und Klein. Echte Traktoren, echte Tiere und echte Produkte – auch auf gesunde Ernährung und natürliche Lebensweise wird hier ein Schwerpunkt gelegt. In der Kräutermesse und im Genussland OÖ lernen Besucher die Vielfalt der regionalen Köstlichkeiten kennen. Treffpunkt für geführte Rundgänge durch die Erlebniswelt Bauernhof - tgl. um 11 und 15 Uhr - ist der Messestand C 10 „Schule am Bauernhof“.

Fotos: privat und Andreas Schmidberger
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