17.11.2016, 16:24 Uhr

"Ärmliche und winzige Hütten"

Daniela Pamminger hilft den Menschen in Haiti mit dem Wiederaufbau ihrer eigenständigen Existenz. (Foto: Ricus Jacometti)

Eine gebürtige Welserin leistet Nothilfe für vom Hurrikan "Matthew" betroffene Menschen in Haiti.

WELS/HAITI. "Die Häuser sind kaputt und die Menschen haben kein Geld, um sie wieder aufzubauen", erzählt die gebürtige Welserin Daniela Pamminger, die seit etwa drei Wochen in Haiti Menschen notversorgt, welche unter den Folgen des Hurrikans "Matthew" von Anfang Oktober leiden. "Rund 1130 Menschen haben wir in Camp Perrin, das in der am schwersten betroffenen Region liegt, mit Lebensmittel für die nächsten drei Wochen versorgt. Neben Essen verteilen wir auch Windeln und Hygiene-Kits, die unter anderem ein Serum gegen Cholera und Tabs zur Trinkwasseraufbereitung beinhalten", sagt Pamminger. Sie ist im Namen der Auslandshilfe der Caritas OÖ vor Ort und berichtet: "Die Zerstörung ist enorm. Den Menschen fehlt es an Trinkwasser und sie haben oftmals zu wenig zu essen, weil die Felder zerstört sind und das Vieh die Katastrophe nicht überlebt hat." Erst vor sechs Jahren erschütterte ein schweres Erdbeben die Insel Haiti. Damals war Pamminger neun Monate lang vor Ort.

Viele Menschen, kleine Hütte

Nun verteilt sie beispielsweise Reis, Bohnen, Mais, Zucker, Mehl und Öl. Zu ihren Aufgaben zählt auch das sogenannte livelihood assessment. "Dabei schauen wir, wie wir die Menschen unterstützen können, sodass sie möglichst rasch wieder eine eigenständige Existenz aufbauen können." Bei den Gesprächen mit den Menschen in den zerstörten Orten erfährt Pamminger von vielen Einzelschicksalen. Sie sieht aber auch, dass die Nachbarschaftshilfe in der Bevölkerung groß ist: "Obwohl ihre eigenen Hütten ärmlich und winzig sind, öffnen sie ihr Haus für Nachbarn und Freunde, die nichts mehr haben. Für mich ist es nach wie vor unvorstellbar, wie so viele Menschen in einer so kleinen Hütte schlafen können." Etwa 60 Prozent der Bevölkerung Haitis, also 6,4 Millionen Menschen, lebten auch schon vor dem Hurrikan in Armut. Sie müssen mit weniger als 1,25 Euro pro Tag überleben. Damit dies selbst nach einem schweren Schicksalsschlag wie dem Hurrikan "Matthew" gelingt, helfen Menschen wie Daniela Pamminger vor Ort.
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