16.08.2016, 14:15 Uhr

Immer weniger Menschen spenden Blut

2016 wird die Zahl der Blutspenden weiter leicht fallen. Grund sind unter anderem die verschärften Richtlinien. (Foto: Gina Sanders/Fotolia)

Der Bedarf an Konserven steigt. Das Rote Kreuz möchte Jüngere verstärkt zum Spenden motivieren.

BEZIRK. Im laufenden Jahr geht Franz Hager, der in Wels, Wels-Land und Grieskirchen für den Blutspendedienst des Roten Kreuzes zuständig ist, zum dritten Mal in Folge von einem Rückgang an abgegebenen Konserven aus. Waren es im Jahr 2014 in dieser Region noch 10.532 Blutspenden, die an das Klinikum Wels-Grieskirchen gingen, so verringerte sich die Zahl 2015 auf 10.488. "Die Tendenz zeigt ein bisschen nach unten. Wir müssen versuchen, insbesondere die Jüngeren verstärkt zum Spenden zu motivieren. Ältere dürfen oft aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr." Das Klinikum Wels-Grieskirchen benötigt laut Gertraud Wallner-Holter, Leiterin der Blutbank im Krankenhaus, etwa 9500 Konserven im Jahr. Insgesamt sollte es sich laut Hager also auch heuer ausgehen, diese Zahl zu erreichen. In den Sommermonaten werden die Konserven jedoch knapp. Als Gründe nennt er die Urlaubszeit und die derzeit besonders beschäftigten Bauern. "Wir haben viele Landgebiete in unserer Region. Im Herbst holen wir das zumeist wieder auf", sagt Hager.

Blutgruppe Null sehr begehrt

Bei Engpässen werden Notfallspender einberufen beziehungsweise Werbeaktivitäten verstärkt eingesetzt. Laut Wallner-Holter sind prinzipiell Spender aller Blutgruppen gefragt, "da sich die Verteilung der Blutgruppen bei den Patienten widerspiegelt und für die Versorgung alle Blutgruppen benötigt werden. Bei Engpässen kann unter Umständen auf die Blutgruppe Null ausgewichen werden. Rhesus negative Patienten müssen jedenfalls mit rhesusnegativem Blut versorgt werden, deshalb sind diese Spender besonders begehrt."

Verschärfte Richtlinien

Die Richtlinien dazu, wer spenden darf und wer nicht, haben sich laut Hager in den letzten Jahren verschärft: "Kürzliche Auslandsreisen, Medikamenteneinnahme, Diabetes, Viren sowie natürlich Drogen und Alkohol spielen dabei eine Rolle. Außerdem ist ein Fragebogen mit 29 Fragen auszufüllen." Viel mehr als die etwa 190 Blutspendeaktionen pro Jahr durchzuführen, ist für Hager nicht erfolgsversprechend: "Wir haben nur ein begrenztes Gebiet zur Verfügung. Früher sind wir in jede Gemeinde etwa alle zwei Jahre mal gefahren, da weniger Konserven gebraucht wurden. Jetzt besuchen wir die meisten Gemeinden im Viermonatsrhythmus. Da es so oft ist, werden die Spender ein wenig müde." Dies sei aber kein regionales Phänomen, die Blutspenden seien weltweit rückläufig. Das Rote Kreuz nimmt bei Engpässen persönlichen Kontakt zu den Spendern auf: "Wir rufen sie an oder schreiben ihnen eine SMS, dass wir dringend Blut brauchen. Das wirkt recht gut."

Blutspendetermine des Roten Kreuzes:
Eberstalzell: 22. August, von 15 bis 20 Uhr im Altenheim
Wels: 24. August, von 16 bis 20 Uhr im Rot-Kreuz-Zentrum
Bachmanning: 31. August, von 16 bis 20 Uhr im Feuerwehrhaus
Fischlham: 8. September, von 16 bis 20 Uhr im Gemeindezentrum
Schleißheim: 14. September, von 16 bis 20 Uhr im Gemeindeamt
Sattledt: 15. September, von 16 bis 20 Uhr in der alten Schule
Thalheim: 21. September, von 16 bis 20 Uhr in der Volksschule (Foyer Turnsaal)

Mehr Informationen unter 07242 2020160.
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