03.11.2016, 08:30 Uhr

"Das Volksfest war für mich schon als Kind ein Fixpunkt"

Umweltfreundlicher Dienstwagen: Schneider tauschte jüngst Audi A6 gegen BMW i3. (Foto: Messe Wels)

Nach zehn Jahren als Direktor der Messe Wels zieht Robert Schneider eine persönliche Bilanz.

Was ist während der vergangenen zehn Jahre gut, was ist schlecht gelaufen?
Schneider: Von diesen zehn Jahren kann ich für mich eine sehr positive Bilanz ziehen. 2006 lag der Umsatz bei 10,5 Millionen Euro, heuer wird er bei 18 Millionen liegen. Das negative liegt noch nicht so weit zurück. 2016 fand die Herbstmesse zum zweiten Mal ohne die Agraria statt. Sie konnte allerdings nicht an den Erfolg der ersten Herbstmesse anschließen, genau wie das heurige Volksfest. Aber hier wurden bereits konkrete Schritte zur Neupositionierung gesetzt.

War es eine Überlegung, das Volksfest einzustampfen?
Das Volksfest liegt mir sehr am Herzen. Schon als Kind und als Jugendlicher war das Volksfest für mich ein Fixpunkt. Natürlich haben sich die Zeiten geändert, aber es ist ein Stück Identität von Wels, das es zu erhalten gilt. Wels ohne Volksfest ist für mich als Welser definitiv nicht vorstellbar.

Wie will man wieder mehr Publikum ins Volksfest bringen?
Indem man das Angebot auch auf ältere Zielgruppen ausrichtet. Dafür wird es notwendig sein, Plätze zu schaffen mit leiserer Musik und besserem Gastronomieangebot – Orte an denen man wieder ein gepflegtes Achterl trinken kann.

Hätten Sie mit dem aktuellen Wissen etwas anders gemacht?
Nein. Es ist echt ziemlich gut gelaufen, wir haben kaum Fehler gemacht. Natürlich kann man immer etwas besser machen, große strategische Fehler sind uns aber nicht passiert. Es ist schon so, dass es die letzten zehn Jahre immer bergauf gegangen ist.

Geht der Privatmensch Robert Schneider mit der Familie durch die Messehallen?
Nein, das mache ich nicht mehr. Durch Gespräche mit Ausstellern und Kunden kommt die Familie erst wieder zu kurz und ich kann mich nicht entspannen. Wenn ich bei anderen Messegesellschaften auf Eröffnungen sitze, bin ich dafür sehr entspannt. Da kann man dann schauen, was bei denen gut und was schlecht läuft.

Welchen Themenbereich würden Sie gerne nach Wels holen?
Themen, an denen wir dran sind, können wir vorab nicht bekannt geben. Wir arbeiten derzeit aber an mehreren größeren und kleineren Messeprojekten und hoffen, dass wir in naher Zukunft ein bis zwei neue Messen nach Wels bringen. Dann wären wir bei 20 Eigenveranstaltungen.

Wie stehen sie zu jüngeren Formaten, wie den Streetfood-Märkten oder Comicmessen?
Das sind sicher Themen, die kommen und die wir auch bespielen werden. Für eine Comicmesse befinden wir uns bereits in konkreten Gesprächen. Man muss allerdings festhalten, dass das kleinere, einfache Formate mit einem überschaubaren Umsatz sind.

Gab es schon Anfragen, die man auf Grund der Größe ablehnen musste?
Nein, wenn wir es nicht umsetzen können, dann kann es keiner. Aber es gab einmal eine Anfrage für eine Gebrauchtmaschinen-Messe. Da hatten wir tatsächlich zu wenig Platz. Aber das war ein Einzelfall.

Gibt es Ziele für die kommenden Jahre?
Das, was wir erreicht haben zu stabilisieren und genügend Geschäftsvolumen zu erreichen, um einen weiteren Ausbau der Messehallen zu rechtfertigen. Denn wenn man sich den Masterplan für das Messegelände ansieht, wird uns auch die nächsten zehn Jahre die Arbeit nicht ausgehen. Für nächste Bauschritte sprechen wir von einem Horizont von 2018.
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