Lebensretter
15 Geschichten über Tiroler HeldInnen

Jasmin Kircher und Elisabeth Oberdacher evakuierten BewohnerInnen beim Altersheimbrand in Schwaz.
15Bilder
  • Jasmin Kircher und Elisabeth Oberdacher evakuierten BewohnerInnen beim Altersheimbrand in Schwaz.
  • Foto: Hassl
  • hochgeladen von Manfred Hassl

Am Hohen Frauentag wurden u. a. auch Damen und Herren ausgezeichnet, die zu LebensretterInnen wurden. Ihre Geschichten wurden nicht von Autoren entworfen – hier hat das Leben das Drehbuch geschrieben.

Es sind 15 Geschichten über Zivilcourage – manchmal auch über Rettungen unter Einsatz des eigenen Lebens. Sie geben Hoffnung, dass es auch in schwierigen Zeiten Menschen gibt, die sich bedingungslos für andere, die in Not geraten sind, einsetzen. Die Lektüre braucht etwas Zeit – aber wir meinen: Es lohnt sich!

Die LebensretterInnen und ihre Geschichten

* Als Nathalie Bergeraus Jenbach als Babysitterin mit dem jungen Felix im Kinderwagen unterwegs war, ereignete sich in unmittelbarer Nähe ein Autounfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen. Aufgrund des heftigen Aufpralles wurde ein Auto in ihre Richtung geschleudert. Nathalie Berger stieß den Kinderwagen rechtzeitig zur Seite. Dieser wurde zwar getroffen, das Kleinkind blieb dabei aber unverletzt. Nathalie Berger zog sich dabei Quetschungen und Prellungen zu.

* Thomas Watzdorf aus Zirl wurde Zeuge, als zwei 16-jährige Mädchen mit einem Moped in Kematen über eine 2,5 m hohe Mauer in den Axamer Bach stürzten. Er sprang über die Mauer in den Bach, leistete Erste Hilfe und leitete die Rettunskette ein. Die Mädchen wurden mit schweren Verletzungen in die Klinik Innsbruck gebracht.

* Bei einem Vollbrand des Dachstuhls des Grünwalder Hofes in Patsch wurden auch eine Dachwohnung und die darunterliegenden Räumlichkeiten schwer in Mitleidenschaft gezogen. Lisa Alpaus innsbruck bemerkte den Brand und rettete die Kinder Moritz und Niklas – drei und eineinhalb Jahre alt – aus der mit Rauch gefüllten Wohnung.

* Bei einem Lawinenabgang abseits der Piste im Skigebiet Hopfgarten wurden fünf Personen unterhalb des Gipfels der Hohen Salve  von den Schneemassen erfasst. Eine Person aus dieser Gruppe wurde verschüttet und konnte nach 30 Minuten von Hundeführer Sebastian Antretteraus Westendorf und Lawinenhündin Asta lebend geborgen werden.

* Beim Queren mehrerer Schneefelder unterhalb der Kapelle am Kellerjoch stürzte ein Mitglied einer holländischen Wanderergruppe mehrere Meter ab. Beim Rettungsversuch rutschte eine weitere Person 20 Meter über das steile Schneefeld ab, stürzte weitere 50 bis 60 Meter über ein steiles Geände in eine stark wasserführende Rinne und kam unter einem Schneefeld zu liegen. Der Verletzte wurde von Florian Bauernfeind aus Hainzenberg, Andreas Gruber aus Stumm und Walter Mauracher aus Rohrberg (alle drei sind Mitglieder der Bergrettung Kaltenbach)  geborgen und 150 Meter abgeseilt.

* Bei einem Verkehrsunfall stürzte ein Pkw in einen Bach und blieb dort am Dach liegen. Dies bemerkten Christoph Kellner aus Ismaning und Marcel Kunzemann aus Ehrwald. Sie wateten im eiskalten Wasser zum Unfallfahrzeug. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte konnte der Fahrer befreit und zum zum rettenden Ufer gebracht werden. Durch den selbstlosen Einsatz von Christoph Kellner und Marcel Kunzemann konnte Schlimmeres verhindert werden.

* Bei einem Brand im Südflügel des Altenwohnheimes St. Josef in Schwaz evakuierten Jasmin Kircher aus Vomp und Elisabeth Oberdacher aus Weerberg noch vor dem Eintreffen der Hilfskräfte die betroffenen HeimbewohnerInnen. Ungeachtet der großen Gefahr für ihre Gesundheit gingen die beiden Frauen beherzt und überlegt vor und befreiten die pflegebedürftigen, nur bedingt mobilen HeimbewohnerInnen aus ihren bereits verrauchten Zimmern und retteten ihnen damit das Leben.

* Als Simon Leis aus Axams und Rene Vindl  aus Grinzens zufällig bei einem Brand eines Gartenhauses in Götzens vorbeikamen, löschten sie das Feuer und retteten eine sich im Gartenhaus befindliche verletzte Person.

* Als Helmut Mair aus Sautens Augenzeuge einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen einem Ehepaar wurde, bei dem der Mann seine Frau mit einem Messer am Hals verletzte, schritt Helmut Mair ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben ein und konnte den Angriff des Mannes stoppen. Beim darauffolgenden Fluchtversuch wollte der Täter seine schwer verletzte, am Boden liegende Frau mit seinem PKW überfahren. Helmut Mair gelang es, die Frau im letzten Augenblick von der Fahrbahn zu ziehen, sie in seinem Haus in Sicherheit zu bringen und die Rettungskräfte zu verständigen. Durch sein selbstloses Einschreiten in dieser gefährlichen Situation konnte er so das Schlimmste verhindern und das Leben der Frau retten.

* Eine Lawine riss einen 29-jährigen Deutschen in Waidring 200 Meter mit und verschüttete ihn zur Gänze. Nach rund 30-minütiger Suche fand Hundeführer Richard Pali aus St. Johann in Tirol  mit seinem Lawinenhund Hazel den Verschütteten, der anschließend von Richard Pali und den Suchmannschaften geborgen werden konnte. Der Mann hat überlebt!

* Die Familie Friedl aus Imst mit ihren beiden fünf und sieben Jahre alten Kindern wurde von David-Samuel Perktold aus Imst vor dem Feuertod bewahrt, indem er den Brand des Hauses bemerkte und daraufhin die gesamte Famile aus dem brennenden Haus rettete, die restlichen MieterInnen alamierte und die Einsatzkräfte verständigte.

* Notfälle ereignen sich manchmal auch im eigenen Lebensbereich – und in diesem besonders spektakulären Fall wurde eine Frau zur Lebensretterin ihres Ehegmannes. Ein 850 kg schwerer Stier attackierte den Gatten von Andrea Röck am eigenen Hof in Wenns. Nur mit einem Hirtenstock bewaffnet konnte die Frau den Angriff des wild gewordenen Tieres abwehren und sich und ihren Mann in Sicherheit bringen.

* Gemeinsam mit der Hilfe einer Nachbarin retteten Ulrike und Alain Scherpereel aus Volders eine betagte Frau aus ihrer brennenden Wohnung und leisteten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe.

* Feuerwehrmitglieder sind bekanntlich mit Notfällen vertraut. In diesem Fall bleib für einen erfahrenen Feuerwehrmann aber keine Zeit mehr für die Einletung der üblichen Maßnahmen – er musste handeln und wurde zum Lebensretter:  Als Christoph Schipflinger, Kommandant der Feuerwehr Kirchbarg, als erster bei einem Brand zur Stelle war, begab er sich ohne Atemschutzausrüstung in das brennende Gebäude und brachte so fünf Personen in letzter Sekunde in Sicherheit.

Ähnlich wie Christoph Schipflinger in Kirchbarg agierte auch Andreas Marth in Südtirol. Er rettete bei einem Wohnungsbrand am St.-Vigil-Platz in Meran sieben Personen aus einem brennenden Haus. Anschließend half er der Feuerwehr dabei, weitere Personen aus dem Gebäude in Sicherheit zu bringen. Insgesamt wurden infolge des Wohnungsbrandes 14 Personen evakuiert, von denen neun mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Autor:

Manfred Hassl aus Westliches Mittelgebirge

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.