Birgitz: Keltische Silbermünzen aus der Eisenzeit gefunden

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Bei der „Hohen Birga“ handelt es sich um einen kleinen bewaldeten Hügel nördlich von Birgitz im westlichen Mittelgebirge bei Innsbruck auf dem bereits 1937 die Überreste einer über 2.000 Jahre alten rätischen Siedlung aus der Eisenzeit entdeckt worden waren. Die Räter bewohnten seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v.Chr. den Alpenraum vom Unterengadin im Westen bis in das Virgental im Osten und im Süden bis an den Gardasee. Insbesondere in den 1940er und 1950er Jahren wurde auf der „Hohen Birga“ archäologische geforscht, dann geriet der Platz jedoch zunehmend in Vergessenheit, die bislang entdeckten Überreste verfielen und wucherten zu. Erst vor einigen Jahren wurden durch das Institut für Archäologien der Universität Innsbruck die archäologischen Ausgrabungen wieder aufgenommen und dabei mehrere Gebäude freigelegt.

Sibermünzen

Die interessantesten Funde des heurigen Jahres waren zwei kleine, nicht einmal zwei Zentimeter im Durchmesser umfassende Silbermünzen aus dem 2./.1 Jahrhundert v. Chr. Die Räter selbst besaßen keine eigenen Münzen und die beiden Stücke müssen über Tausch oder Handel von Kelten aus Gallien gekommen sein. Als die Kelten begannen Münzen zu prägen orientierten sie sich an bereits bekannten griechischen und römischen Münzbildern und imitierten diese. „Die beiden Silbermünzen aus Birgitz zeigen daher auf der einen Seite den Kopf der griechischen Göttin Artemis und auf der anderen einen brüllenden Löwen, ein Motiv das aus der griechischen Kolonie Massalia, dem heutigen Marseille in Südfrankreich stammt“, berichtet der Grabungsleiter assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck.

Zwei eisenzeitliche Gebäude und reiche Funde

Die beiden Münzen wurden im Gang eines der beiden Gebäude gefunden, auf die sich die heurigen Ausgrabungen konzentrierten. Das Haus, welches in den Hang eingetieft war, besaß an seiner Ostseite einen aus behauenen Steinen in Trockenbauweise errichteten massiven, mehrere Meter langen Korridor über welchen man in den eigentlichen ca. 30 m2 umfassenden Innenraum gelangte, dessen Wände ursprünglich aus Holz bestanden. Vom zweiten Haus, bei dem es sich wohl um ein Wirtschaftsgebäude handelt, konnte bislang nur eine Ecke freigelegt werden. Neben dem gestampften originalen Lehmfußboden des Innraumes, fanden sich dort eine aus mehreren Steinplatten gebildete Herdstelle sowie die Überreste eines aus Lehm errichteten Ofens.

Archäologen vor Ort

Bei Arbeiten an denen neben Archäologen auch über ein Dutzend Archäologiestudierende im Rahmen ihrer Ausbildung teilnahmen, konnten neben den beiden Silbermünzen auch zahlreiche andere Kleinfunde wie Keramik, Gewandnadeln aus Bronze und Eisen, ein Eisenmesser, Fragmente eines Glasarmreifes und eine Glasperle gefunden werden.
Die Siedlung auf der „Hohen Birga“ dürfte wohl mit der Eroberung und militärischen Besatzung Nordtirols durch die Römer 15 v.Chr. ihr Ende gefunden haben. Eine, wie vielfach vermutete, gewaltsame Zerstörung durch ein Niederbrennen der Gebäude, konnte durch die neuen Ausgrabungen jedoch bislang nicht belegt werden.

Archäologischer Park

Neben den neuen wissenschaftlichen Untersuchungen auf der „Hohen Birga“ wurde in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit dem lokalen Verein Archäotop Hohe Birga und der Gemeinde Birgitz auch an der Erschließung des Hügels als archäologischem Park gearbeitet. „Auf Basis der Grabungsbefunde konnten bereits früher entdeckte Gebäude teilweise rekonstruiert werden um so an der Vergangenheit interessierten Besucherinnen und Besucher ein besseres Bild vom Aussehen von Häusern aus der Eisenzeit zu ermöglichen“ erläutert Müller.

Führungen am 30. September

Am Tag des Denkmals, am Sonntag, den 30.9.2018, können die neuen Funde der Grabungen des Sommers 2018 auf der „Hohen Birga“ bei Führungen um 10, 13 und 15 Uhr besichtigt werden.

Abbildungen:

Die Abbildungen können in Zusammenhang mit dieser Meldung und unter Verwendung des Nachweises „Foto: F. M. Müller, Universität Innsbruck“ kostenfrei genutzt werden.

Abb.1. Keltische Silbermünzen (2./1. Jahrhundter v.Chr.)
Abb.2. Eisenzeitliches Haus mit massivem Gang mit Mauern in Trockenbauweise
Abb.3.-5. Archäologische Grabungsarbeiten

Links:

Verein Archäotop „Hohe Birga“ (www.hohe-birga.at)
Institut für Archäologien, Universität Innsbruck (www.uibk.ac.at/archaeologien)

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