St. Sigmund
Die Lawinenkatastrophe von Peida

Dieses Archivbild dokumentiert die Katastrophe des Lawinenabgangs im Jahr 1970, bei dem vier Menschen ums Leben kamen.
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  • Dieses Archivbild dokumentiert die Katastrophe des Lawinenabgangs im Jahr 1970, bei dem vier Menschen ums Leben kamen.
  • Foto: Archiv St. Sigmund
  • hochgeladen von Manfred Hassl

Die Überschrift könnte auf einen Heimatroman mit dramatischen Inhalt hinweisen. Es handelt sich hier aber um ein Großprojekt einer Lawinenverbauung im Ortsteil Peida in St. Sigmund im Sellrain. Dort forderte ein Lawinenabgang im Jahr 1970 vier Todesopfer! Bgm. Anton Schiffmann lud zu einer Besichtigung!

In der Gemeinde St. Sigmund im Sellrain steht die größte Lawinenverbauung vor dem Abschluss. Bauleiter Ing. Egmont Haas, Gebietsbauleiter DI Joe Plank (Wildbach- und Lawinenverbauung) und  LA Florian Riedl erläuterten bei der Besichtigung das Projekt. Seit dem Jahr 1999 arbeitet die Wildbach- und Lawinenverbauung an dem flächenwirtschaftlichen Projekt Peidaer Sonnberg. Auf der Hochbaustelle konnten lediglich die Sommermonate für die umfangreichen Verbauungsmaßnahmen herangezogen werden. Nach einer Bauzeit von rund 20 Jahren und Gesamtausgaben von 4,5 Mio. € werden in diesem Herbst 2020 die Arbeiten bzw. technischen Maßnahmen vorerst abgeschlossen sein.

Zahlen und Fakten

"Es wurden 1,9 km Lawinenstützwerke, 360 lfm Schneeverwehungszäune und 6.200 lfm Verankerungen am Berg errichtet", erklärte Joe Plank. "Ein wesentlicher Projektteil war auch die Errichtung des Lawinenablenkdammes in Alt-Peida, bei dem 78.000 m³ Material geschüttet wurden. Der Projekttitel beinhaltet auch einen Schwerpunkt an forstlichen Maßnahmen. Dabei wurden Ergänzungsaufforstungen, Durchforstungen und Kulturpflegemaßnahmen mit einem Betrag von 62.000 € durchgeführt."

Die gesamten Baukosten

... von 4,5 Mio € wurden in einer Finanzierungsverhandlung zwischen dem Bund mit 60 %, dem Land Tirol mit 25 % und der Gemeinde St. Sigmund mit 15 % aufgeteilt. Trotz einer guten Förderung von Bund und Land stellte es die Gemeinde St. Sigmund jährlich aus budgetärer Sicht vor großen Herausforderungen. Die Aufbringung des Gemeindeanteils wäre ohne die großzügige Unterstützung des Landes und LR Johannes Tratter für die Kleingemeinde nicht möglich gewesen.  „Natürlich bin ich als Bürgermeister der Gemeinde St. Sigmund nun stolz, dass dieses Lawinenverbauungsprojekt vor dem vorläufigen Abschluss steht", erklärte Bgm. Anton Schiffmann bei der Baustellenbesichtigung. "Die Gemeinde ist auch dankbar, dass nun ein umfassender Schutz vor der Lawine gewährleistet ist. Wir haben schon die nächsten Verbauungsmaßnahmen sowie die Errichtung eines weiteren Ablenkdammes und ergänzende forstliche Maßnahmen im Auge. Das geht aber nur Schritt für Schritt! Die gute Zusammenarbeit mit allen Kräften der Wildbach- und Lawinenverbauung möchte ich ausdrücklich betonen."
„Der Schutz des ländlichen Siedlungsraumes vor alpinen Naturgefahren nimmt einen immer  wichtigeren Stellenwert, vor allem in Tirol, ein“, ist sich LA Florian Riedl sicher.

Zur Sache

Die größten Schäden des 20. Jahrhunderts gab es im Winter 1950/51, als im Sellraintal Lawinen an Stellen ins Tal donnerten, welche seit Menschen-gedenken als völlig sicher gegolten hatten. So riss am 20. Jänner 1951 eine Staublawine vom Zischgeles das Gasthaus in Praxmar zur Hälfte weg – es gab zwei Todesopfer. Ein weiterer schwarzer Tag war der 23. Februar 1970, als in Folge einer vom Peidaer Sonnberg abgegangenen Lawine vier Personen im Gasthaus Alpenrose im im Ortsteil Peida ums Leben kamen. Heute erinnert eine kleine Kapelle unmittelbar an der Landesstraße an dieses Ereignis. Am 23. Februar 1999 ging im selben Bereich erneut eine Lawine ab, die aber nicht die Dimension und keine größeren Schäden verursacht.

Weitere Berichte: www.meinbezirk.at/westliches-mittelgebirge

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