Herzenswunsch erfüllt
Ein Abenteuertag für Julian

Die "Löwinnen" Ulrike Hanko (li.) Elisabeth Bacher-Bracke (2.v.l.) und Renate Holzmann (re.) mit Julian und Mutter Ines.
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  • Die "Löwinnen" Ulrike Hanko (li.) Elisabeth Bacher-Bracke (2.v.l.) und Renate Holzmann (re.) mit Julian und Mutter Ines.
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Am 25. September 2010 passierte in einem Gastlokal in Axams das Unvorstellbare. Dem damals dreijährigen Julian wurde anstatt eines Apfelsafts versehentlich ein Glas mit Lauge gereicht. Der Bub hat überlebt – aber hinter ihm liegt ein neun Jahre andauerndes Martyrium!

Am 25. September 2010 passierte in einem Gastlokal in Axams das Unvorstellbare. Dem damals zweijährigen Julian wurde anstatt eines Apfelsafts aus Versehen ein Glas mit Lauge gereicht. Der Bub hat überlebt – aber hinter ihm liegt ein neun Jahre andauerndes Martyrium!
Verätzungen der Speiseröhre dritten Grades – so lautete der ärztliche Befund. Die Folgen der lebensgefährlichen Verletzungen im Detail beschreiben zu wollen, würde den Platz bei weitem sprengen.

422 Eingriffe

Ein wesentliches Detail soll aber nicht verschwiegen werden. Einer in Folge der Verätzungen eingetretenen Speiseröhrenverengung sollte durch das Einführen von Dehnsonden entgegengewirkt werden. Diese Therapie wird in der Medizin als „Bougierung“ bezeichnet. Dass die Bougierungen über einen längeren Zeitraum angewendet werden können, musste Julian auf schmerzhafteste Weise über einen unvorstellbar langen Zeitraum erfahren. 422 Eingriffe dieser Art wurden durchgeführt – ein Erfolg der Therapie stellte sich auch nach neun Jahren nicht ein.

Ersatzspeiseröhre

„Julian hatte schließlich keine Kraft mehr für weitere Eingriffe und für die Nebenwirkungen“, erzählt seine Mutter Ines Kirchebner. „Wir haben uns daher in enger Zusammenarbeit mit der Uni-Klinik Innsbruck dazu entschlossen, die Speiseröhre entfernen zu lassen.“ Bei der 423. und bislang letzten Operation wurde aus dem Magen eine Ersatzspeiseröhre geformt. Dieser Eingriff verlief erfolgreich, wenngleich niemand die weitere Entwicklung voraussagen kann. Das ist Julian, seiner Mutter, der älteren Schwester Fabienne und den weiteren vier Geschwistern, die sich in dieser schweren Zeit liebevoll um ihn gekümmert haben, auch bewusst: „Er wird herausfinden müssen, wie man damit am besten leben kann“, sagt Ines Kirchebner. „Im Moment schaut es gut aus. Es war eine konkrete Chance, Julian wenigstens jetzt die Möglichkeit zu geben, einfach Kind zu sein. Die Hoffnung, dass er ein weitgehend normales Leben führen kann, besteht wieder.“

Abenteuertag

Szenenwechsel in den Gasthof „Nattererboden“ in Natters. Im Spielpark toben einige Buben auf den Trampolins. Mittendrin ist Julian – und er steht den anderen bei den Aktivitäten auf den ersten Blick in nichts nach. Julian hatte nämlich einen Herzenswunsch: Er wollte mit seinen Schulkollegen der 3. Klasse der Volksschule Kolsass (die Familie ist mittlerweile nach Weer übersiedelt) einen Abenteuertag verbringen. Im  Traditionsgasthof gab es nach einigen Aktivitäten zur Stärkung auch ein Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. Ines Kirchebner: „Julian darf so viel essen, wie er verträgt. Nach all den Jahren der Entbehrungen verbieten wir ihm nichts mehr.“

Der Bildbeweis: Julian (re.) hat im Kreis seiner Freunde nach vielen Jahren die Möglichkeit, einfach Kind zu sein.
  • Der Bildbeweis: Julian (re.) hat im Kreis seiner Freunde nach vielen Jahren die Möglichkeit, einfach Kind zu sein.
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Herzenswunsch erfüllt

Schwerkranken Kindern Herzenswünsche zu erfüllen, ist dem Lions Damenclub Innsbruck Victoria seit langem ein Herzensanliegen. Die Erlöse der jährlichen Sommernachtsfeste werden diesem Zweck gewidmet. Der Abenteuertag war ein Herzenswunsch von Julian. Ebenso werden die Kosten der Zahnregulierung von den „Löwinnen“ übernommen. Sommerfest-Initiatorin, Clubgründerin und Vizepräsidentin Elisabeth Bacher-Bracke, Präsidentin Ulrike Hanko sowie die stellvertretende Schatzmeisterin Renate Holzmann waren beim Abenteuertag dabei: „Wir freuen uns sehr, dass wir Julian diesen Wunsch erfüllen konnten“, sagt Elisabeth Bacher-Bracke, die die Familie seit vielen Jahren begleitet. „Es ist schön zu sehen, dass er nach seiner Leidenszeit wieder so aktiv sein kann.“ Die Lions-Sommerfeste wird es aus einem guten Grund weiterhin geben: „Es ist keine Gnade, zu helfen. Es ist eine Gnade, helfen zu können und zu dürfen", freut sich Elisabeth Bacher-Bracke über das glückliche Lachen von Julian im Kreis seiner Familie.
Julian sorgte seinerseits für einen berührenden Moment. Er überreichte der Initiatorin einen kleinen Bilderrahmen mit seinem Foto – darunter steht das handgeschriebene Wörtchen „DANKE“!

Weitere Berichte: www.meinbezirk.at/westliches-mittelgebirge

Autor:

Manfred Hassl aus Westliches Mittelgebirge

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