Fliegender Teppich für aufstrebende Künstler

Peter Lorenz präsentiert das Innenleben seiner Performance Maschine im Pizzakarton.
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  • Peter Lorenz präsentiert das Innenleben seiner Performance Maschine im Pizzakarton.
  • Foto: Gintare Zaltauskaite
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Mit der „MagiC Carpets - Creative Europe Platform” schließt das erste EU-Kultur- Zusammenarbeitsprojekt in Tirol den 4-jährigen Förderzyklus erfolgreich ab.

openspace.innsbruck - Verein zur Förderung der Altagskultur aus Wilten unter der Leitung von Charly Walter ist ein kleiner vielseitiger Kunstraum in Innsbruck. Seit 2018 ist die Galerie dank der Kulturproduzentin und Kuratorin Danijela Oberhofer Tonkovic aus Innsbruck Teil des internationalen EU-Netzwerks „MagiC Carpets” und empfängt dadurch Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa, entsendet aber auch Tiroler Vertreter zu den 15 europäischen Partnerorganisationen. Diese rege kulturelle Aktivität mitten in Tirol spiegelt sich nun auch bei der Abschluss Ausstellung „Magic Carpets Landed” im litauischen Kaunas (europäische Kulturhauptstadt 2022) wider.

Kunst aus Tirol

Die Tiroler Künstler Peter Lorenz aus Grinzens, Matthias Krinzinger aus Innsbruck, Richard Schwarz aus Kufstein und Georg Wieser aus Götzens waren persönlich bei der  Eröffnung vor Ort, um ihre Arbeiten zu präsentieren. Diese sind vielfältig. Georg Wieser präsentierte selbstgebaute mobile Stadtmöbel. Richard Schwarz' Projekt "#NewCheapNature" stellt unsere Beziehung zur Natur in Frage. Matthias Kritzinger kreierte ein Tischfussballturnier, bei dem es nur eine Mannschaft gibt und man somit immer gewinnt (und verliert). Peter Lorenz Performance "Maschine im Pizzakarton" wurde im Oktober 2020 in Innsbruck ausgeliefert. Die Ausstellung beinhaltet aber auch Werke aller Künstlerinnen und Künstler, die seit vierJahren im Artist-in-Residency Programm lokal oder international mitgewirkt haben. Aus Tirol sind dies unter anderen David Prieth aus Innsbruck, Johannes Payr aus Rum, Benjamin Tomasi aus Völs am Schlern, Marina Moro Jole aus Innsbruck, Fabian Lanzmaier und  Lino Lanzmaier aus Innsbruck, Carmen Brucic aus Gnadenwald und Anna Lerchbaumer aus Niederau.

Plattform

„Mit MagiC Carpets geben wir lokalen aufstrebenden Künstlern eine Pla:orm, um internationale Kontakte und Erfahrungen zu sammeln, neue Kunstwerke zu entwickeln und diese zu präsentieren. Tiroler Kunstschaffende sind mit ihren Arbeiten besonders präsent hier bei der Endausstellung. Dies ist ein tolles internationales Zeugnis für die heimische KulturlandschaI und ein Sprungbrett in die europäische Kunstszene für die aufstrebende Künstler”, schwärmt Kuratorin Danijela Oberhofer Tonkovic.

Die skulpturalen Stadtmöbel, die im openspace.innsbruck entworfen und gebaut wurden, sind nun im Bahnof in Kaunas zu sehen.
  • Die skulpturalen Stadtmöbel, die im openspace.innsbruck entworfen und gebaut wurden, sind nun im Bahnof in Kaunas zu sehen.
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Die Tiroler Projekte

Schon am Bahnhof in Kaunas begrüßen skulpturale Stadtmöbel, die im openspace.innsbruck von der rumänischen Künstlerin Daniela Palimariu und Ninutsa Shatberashwili aus Tiflis entworfen und gebaut wurden. Einmal täglich erklingt aus den Lautsprechern des Bahnhofs die Klangkomposition, die Nicole Di Croce (Italien) in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern aus Innsbruck beim Heart of Noise 2020 in Zusammenarbeit mit der Glockengießerei Grassmayr präsentierte. Auf den Straßen von Kaunas stößt man immer wieder auf das Gesicht des Innsbrucker Aktivisten David Prieth: Seine provokanten Plakate dringen nicht nur in den öffentlichen Raum, sondern auch direkt in die Gesellschaft ein. Georg Wieser (XorX) schloss seine Magic Carpets Residenz auch vor Ort in Kaunas mit seiner Arbeit „Flamingas“ ab: ein mobiles Stadtmöbel, das er mit dem Korys Zentrum für Menschen mit Behinderungen entwickelt und gebaut hat und nun bei Events der Kulturhauptstadt 2022 zum Einsatz kommt. Die interaktiv-skulpturale Klanginstallation „Liminal protocols” der georgischen Künstlerin Mika Motskobili wurde 2019 in und für Wilten (Spielplatz Frauenanger) entwickelt, um dazu anzuregen, über alternative Lösungen für die Nutzung des öffentlichen Raums nachzudenken. Nun ziert sie den Eingang der Kaunas Bildergalerie als ein räumlich akustisches Portal zur „Magic Carpets Landed” Ausstellung.

Weitere Objekte

Im unteren Ausstellungsteil der Gemäldegalerie Kaunas befindet sich die partizipative Installation von Matthias Kritzinger "Blue always wins“. Diese bezieht sich auf den Fußballverein „Dinamo Zagreb” in Kroatien, wo Kritzinger das Kunstwerk im Rahmen der Arist-in-Residency entwickelte. Zur Eröffnung wurde zudem eine Reihe von Mitmach-Performances (Mini-Tischfußball-Turniere) veranstaltet. Da in der Installation alle Tischfußballspieler blau sind, werden alle immer gewinnen (und verlieren). Zwei Stockwerke darüber geht die Geschichte vom Tiroler Kunstschaffen weiter. Richard Schwarz präsentiert die Wasserverschwendung in der Textilindustrie und Wege der Reduktion durch Re-Use und Re-Cycle und Benjamin Tomasis Arbeit für „Compilation of Realities III” wurde 2019 bei seiner Residency bei der Prager Biennale entwickelt und verbindet nun die beiden Flügel der Ausstellung in Kaunas. Dieser Weg führt die BesucherInnen zum nächsten Raum, in dem die elektro-akustische Arbeit „OR-bits" zu sehen ist: Eine interaktive Klang- und Lichtmaschine, die vom tschechischen Künstler Jiri Suchanek während seiner Residenz im openspace.innsbruck gebaut wurde. Es folgt das „Unsichtbare Städte Innsbruck” Projekt vom Tiroler Theatermacher Peter Lorenz mit einem sorgfältig arrangierten Stadtmodell aus Pizzakartons, gefüllt mit multimedialen Inhalten und einer selbstgebauten Maschine für partizipative Kunst. Die Türme von Pizzakartons beinhalten fantasievollen Stadtvisionen, die vom Publikum in Innsbruck 2020 aufgenommen wurden.

Tirol bleibt Bestandteil

Danijela Oberhofer Tonkovic präsentierte zum Abschluss des Projektzyklus die best-practice Beispiele vom openspace.innsbruck beim Symposium „Public Space and Co-creation” in Kaunas vor einer Gruppe internationaler Gäste.  Ein nächster Projektzyklus über drei Jahre  des europaweiten Kunstaustausches mit „Magic Carpets" ist bereits geplant und Tirol wird mit dem openspace.innsbruck in Wilten weiterhin integraler Bestandteil dieses internationalen Netzwerks bleiben.
Dieses Projekt wurde von der Stadt Innsbruck, dem Land Tirol, BMKOS und der Europäischen Union unterstützt.

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