Kematen
"Keine Vertreibung aus der Südtirolersiedlung"

Bgm. Rudolf Häusler: "Wir müssen hier einen gemeinsamen Weg gehen, um ein großes Ziel erreichen zu können."
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  • Bgm. Rudolf Häusler: "Wir müssen hier einen gemeinsamen Weg gehen, um ein großes Ziel erreichen zu können."
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Aufregung gab es am Wochenende über einen Zeitungsbericht betreffend Südtirolersiedlung in Kematen. Bürgermeister Rudolf Häusler und Neue Heimat Tirol-Geschäftsführer Hannes Gschwentner luden zur Pressekonferenz, um die Sachlage objektiv darzustellen!

Von einer "Vertreibung aus dem Paradies", wie die Einwände von Bewohnern, die sich zu einer Mietervereinigung zusammengeschlossen haben, im besagten Bericht betitelt wurden, könne keine Rede sein, stellt Bgm. Häusler klar. Richtig sei lediglich, dass die baufälligen Häuser von der NHT von Grund auf saniert werden müssten. Die Fassaden stehen unter Denkmalschutz und müssen erhalten bleiben. Die Planung sieht vor, die Häuser innen "auszuhöhlen" und einer Generalsanierung zu unterziehen. Dazu wäre eine Umsiedelung während der Sanierungsphase vorgesehen. Die NHT errichtet auf einem Grundstück (als "Rodelhügel" bezeichnet, liegt aber nur einen Steinwurf von der Siedlung entfernt im Dorfkern) eine moderne Wohnanlage, in der die Bewohner der Südtirolersiedelung Quartier finden würden. Die Übersiedelung würde mit Hilfe der Gemeinde und der NHT stattfinden. Im Anschluss könnten alle wählen, ob sie wieder zurück oder in der neuen Wohnanlage bleiben wollen.

"Maßeinheit Mensch"

"In unserer Gemeinde gilt als Maßeinheit immer der Mensch", so der Bürgermeister. "Eine hohe Wertegemeinschaft im Zusammenleben steht ganz oben. Deshalb setzen wir alles daran, in dieser Siedlung einen Zustand herbeizuführen, der dieser Zielsetzung auch gerecht wird." Man erkenne sehr wohl an, dass eine solche Veränderung der Lebensumstände schwierig ist. Ebenso sei unbestritten, dass einige Bewohner viel "Herzblut" und auch einiges an Geld für die Ausstattung investiert hätten. "Allerdings kommt man bei einer objektiven Betrachtung nur zu einem Ergebnis", glaubt Häusler: "Große Teile der Anlage sind aufgrund von Durchfeuchtung, Schimmelbildung etc. in einem sanierungsnotwendigen Zustand. Die Bewohner können während der Bauarbeiten in perfekt ausgestattete Einheiten übersiedeln und finden diesen Standard folgend auch in der Südtirolersiedlung vor. Von einer Vertreibung kann also keine Rede sein – es handelt sich allenfalls um eine Verschönerung und um Sicherheit im gemieteten Paradies!" Für das Langzeitprojekt wird viel Geld in die Hand genommen. Der Finanzplan beläuft sich auf rund 30 Millionen Euro (20 Mio. für die Sanierung, 10 Mio für den Neubau "Rodelhügel").

NHT-GF Hannes Gschwentner hatte viele Ordner im Gepäck, deren Inhalt die Notwendigkeit dokumentiert.
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Eindeutige Gutachten

Auch NHT-GF Hannes Gschwentner lässt seitens des Eigentümers keinen Zweifel an der Notwendigkeit der Maßnahme aufkommen. "Bereits im Jahr 2005 wurde vom TÜV Bayern als absolut unabhängige Institution ein Gutachten erstellt, dass mehrere Ordner mit zig-Seiten füllt. Daraus geht hervor, wie lange die Liste der Mängel ist." Gschwentner zitiert nur einen von vielen Punkten: "Versagen der Decken ohne Vorwarnung ist nicht auszuschließen." Zusammengefasst ergibt sich für ihn nur ein Schluss: "Es geht nicht um kleine Details oder Einrichtungsgegenstände, sondern um den im höchsten Maße baufälligen Bestand. Wenn hier nichts geschieht, kann man bei weiteren Prüfungen sowie Gutachten davon ausgehen, dass die Einheiten geräumt werden müssen. Die Verantwortung kann seitens der NHT als Eigentümer in diesem Zustand nicht mehr übernommen werden."

Mieterhöhung

Dass mit den Baumaßnahmen auch eine Mieterhöhung einher gehen würde, sei richtig, so Gschwentner. Der jetzige Quadratmeterpreis von 4,52 bis 6,84 Euro sei nicht zu halten – unabhängig, ob die Mieter während einer Sanierung im Haus bleiben.  Der Mietpreis würde sich in diesem Fall um vier Euro erhöhen, der Standard bliebe aber unverändert. Anders bei der geplanten Neubausanierung. Auch hier beträgt die Erhöhung rund vier Euro, dafür würden sich die Einheiten aber auf neuestem Standard mit allem Komfort präsentieren. Dies deshalb, weil bei dieser Variante die vollen Förderungen lukriert werden können. Geschwenter verweist dabei auf  mehrere Vorzeigeprojekte in Tirol, bei denen Südtirolersiedlungen nach diesem Muster saniert wurden. Bgm. Häusler ist bewusst, dass es vor allem bei den älteren Mietern "maßgeschneiderte Lösungsvarianten" geben muss. Diese werde man aber in jedem einzelnen Fall finden.

Gemeinsamer Weg

Im Zuge einer Mieterversammlung wurde über die Tragweite des Projekts seitens der Gemeinde und der NHT bereits umfassend informiert und auch die Betreuung zugesichert. "Ich möchte klar zum Ausdruck bringen, dass sich kein Mieter – unabhängig von befristeten oder unbefristeten Mietverträgen – Sorgen über eine mögliche Kündigung des Mietverhältnisses machen muss", so Bgm. Rudolf Häusler. "Ebenso werden alle unabhängig davon, ob sie vom Mieterverein vertreten werden, gleich unterstützend behandelt. Wir müssen hier einen gemeinsamen Weg gehen, um ein großes Ziel zu erreichen, das nur lauten kann: Die Sicherheit der Bewohner muss gewährleistet sein!"

Weitere Berichte: www.meinbezirk.at/westliches-mittelgebirge

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