Kematen steht zu Finanzhilfe für Bergbahnen Oberperfuss

Die Sanierung der Bergbahnen Oberperfuss sorgt weiterhin für Diskussionen in den Umlandgemeinden.
  • Die Sanierung der Bergbahnen Oberperfuss sorgt weiterhin für Diskussionen in den Umlandgemeinden.
  • hochgeladen von Manfred Hassl

Das Ereignis verlangt nach einem kurzen Rückblick: Die Gemeinde Oberperfuss ist an die Umlandgemeinden mit der Bitte um Finanzhilfe zur Sanierung der Oberperfer Bergbahnen herangetreteten. Diesem Ansuchen wurde in einigen Gemeinden – darunter auch Kematen – entsprochen, nicht jedoch in den großen Gemeinden Völs und Zirl, die auch die größten finanziellen Beiträge leisten hätten sollen. In Oberperfuss hat sich der Gemeinderat letztlich mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Sanierung auch ohne diese fehlenden Finanzspritzen in die Wege zu leiten. In Kematen wurde der Beschluss allerdings vorab in der Annahme und unter der Voraussetzung gefasst, dass sich alle Gemeinden und auch das Land Tirol beteiligen würden.

Beschluss aufgehoben

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte die Fraktion "Gemeinsam Unabhängig für Kematen" einen Dringlichkeitsantrag. "Der Kemater Gemeinderat möge den Beschluss vom 29. März 2017 über Beitragszahlungen an die Bergbahnen Oberperfuss aufgrund der neuen und auch amtsbekannten veränderten Entscheidungsgrundlagen aufheben, die neue Finanzierungssituation zur Liftentwicklung diskutieren und neuerlich über einen allfälligen, von der Gemeinde Kematen zu tragenden Finanzierungsbeitrag in der Höhe von 105.000 Euro abstimmen," so der Inhalt. Diesem Antrag der Oppositionsliste wurde in der von Vizebgm. Klaus Gritsch geleiteten Sitzung einstimmig entsprochen.

Neuer Beschluss

In der Folge stellte der Vizebürgermeister dann auch einen neuen Antrag, wonach die Gemeinde Kematen die Bergbahnen Oberperfuss GmbH mit 105.000 Euro unterstützen sollte. Dieser Antrag wurde mit 9:6 angegommmen. Die Liste "Gemeinsam Unabhängig für Kematen" stimmte ebenso dagegen wie die Grünen – die sechste Gegenstimme kam von GR Franz Sailer von der Bürgermeisterliste "Unser Kematen", der die Meinung seiner FraktionskollegInnen sowie der SPÖ nicht teilen wollte.

Keine Notwendigkeit

"Wir haben aufgrund der Aussagen, dass der Betrag nur fällig werden sollte, wenn alle Gemeinden und auch das Land Tirol Beiträge leistet, trotz einiger Bedenken zugestimmt", so Mag. Manfred Jordan ("GUfK). "Diese Beschlussgrundlagen sind weggefallen. Trotzdem soll nun aber überraschenderweise das Projekt entgegen den ursprünglichen Aussagen der Projektbetreiber dennoch verwirklicht werden. Es offenbart sich nunmehr, dass die ursprünglich so dramatisch dargestellte Beitragsnotwendigkeit der Umlandgemeinden nun doch nicht gegeben ist."

Gefälligkeitsbeitrag

Auch Listenkollege Bernd Raitmair ist aufgebracht: "In der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 13. Juni 2017 wollte ich von Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher wissen, was geschehen wäre, wenn Kematen den Beitrag ursprünglich abgelehnt hätte. Sie erklärte, dass die Bergbahnen diese Summe dann auch noch selbst aufgebracht hätten. Daraus ist zu schließen, dass unser Beitrag gar nicht notwendig und wohl als „Gefälligkeitsbeitrag“ zu werten ist. Wir wollten unseren Gemeinderat dazu aufrufen, den gefassten Beschluss ohne nostalgische Erwägungen neu zu überdenken."

Verlässlicher Partner

Für Vizebürgermeister Klaus Gritsch steht hingegen eines fest: "Die Gemeinde Kematen ist und bleibt ein verlässlicher Partner in der Region. Außerdem ist uns der Erhalt unseres Familienskiberges – den wir nach wie vor so sehen – besonders wichtig. Wir sind der Überzeugung, dass mit den zu tätigenden Investitionen nicht nur unser Skiberg erhalten bleibt, sondern speziell im Sommer das Sport- und Freizeitangebot noch attraktiver gestaltet wird. Diese nachhaltige Investition ist ein Beitrag für eine Bereicherung sowie der Wertschöpfung für die gesamte Region und stärkt insbesondere Wirtschafts- und Tourismusbetriebe."

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