Grinzens – Kemater Alm
Maßnahmen gegen Verkehrsinfarkt im Senderstal

Diese Bilder sorgen für Aufregung: Im "Kalch" ist an manchen Tagen ein wahrer Verkehrsinfarkt feststellbar! Verbotsschilder werden dabei "übersehen"!
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  • Diese Bilder sorgen für Aufregung: Im "Kalch" ist an manchen Tagen ein wahrer Verkehrsinfarkt feststellbar! Verbotsschilder werden dabei "übersehen"!
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Über die Parkraumbewirtschaftung, die in Natters in diesen Tagen eingeführt wird, wurde bereits ausführlich berichtet. Es gibt aber noch weitere „Verkehrsknotenpunkte in unseren Wandergebieten“ – und der Hotspot des Verkehrsaufkommens liegt im Senderstal von Grinzens in Richtung Kemater Alm!

Unzählige Fotos, die auch in den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, belegen die untragbare Situation. In der Corona-Zeit erreichte das Verkehrsaufkommen auf dem öffentlichen Weg einen neuen unliebsamen Höhepunkt. Im Mittelpunkt steht dabei der „Großparkplatz“ im sogenannten „Kalch“. Der Knackpunkt: Der Parkplatz ist keine reguläre Parkfläche und auf der gesamten Wegstrecke besteht ein Parkverbot. Dies wird durch eine entsprechende Verkehrstafel dokumentiert. Darüber befindet sich eine Warntafel „Unbeaufsichtigtes Weidevieh“, darunter findet sich ein Hinweis, wonach „für Schäden jeglicher Art keine Haftung übernommen wird“! Der Weiderost bildet die Grenze: Vor dem Rost handelt es sich um Grundparzellen der Gemeinde Grinzens. Die Fläche dahinter ist Almgebiet der Agrargemeinschaft Kematen, das wie bereits erwähnt als Parkplatz missbraucht wird.

Gerichtsurteil

Zuständig für den Erhalt des „Gemeinschaftsweges öffentlichen Rechts“ ist die „Weggemeinschaft Senderstal“. Die Gemeinde Grinzens, die Agrargemeinschaft Kemater Alm, die Agrargemeinschaft Axams, die Pichlerhütte sowie mit kleineren Anteilen die „Fischerhütte“ und die „Zwergerhütte“ sind Mitglieder dieser Gemeinschaft. Den Vorsitz führt der Grinzner Bürgermeister Anton Bucher, der sich beim oben erwähnten Sachverhalt bereits auf ein Urteil nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren berufen kann. Nach einem Schaden, den Weidevieh bei einem im „Kalch“ abgestellten Fahrzeug verursacht hat, gab es ein Gerichtsverfahren, das mit einer Abweisung der Klage nur ein vorläufiges Ende fand. Nachdem in vielen „Wandertipps" in diversen Medien sowie auch in sozialen Netzwerken darüber berichtet wird, dass „entlang des Weges ein Parkplatz zur Verfügung steht“, regte der Kläger eine Wiederaufnahme des Verfahrens an. Auch dieses Begehren wurde abgewiesen.

"Parkverbot auf der gesamten Wegstrecke" – dieseSchilder befinden sich beim "Kalch"!
  • "Parkverbot auf der gesamten Wegstrecke" – dieseSchilder befinden sich beim "Kalch"!
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Keine Überwachung

„Die Weggemeinschaft ist demzufolge bei Schäden durch Weidevieh auf diesen Flächen, die nicht als Parkplatz vorgesehen sind, nicht haftbar“, so Bgm. Anton Bucher. „Alle Hinweise werden ignoriert, weil die Überwachung derzeit nur sehr schwer möglich ist. Es ist jederzeit mit neuen Vorfällen zu rechnen, was den vielen Menschen, die glauben, mit dem Auto anreisen zu müssen und sozusagen wild parken, anscheinend entweder nicht bewusst oder schlichtweg egal ist.“ Nicht zuletzt wird den Bauern und jenen Kräften, die in der Forstwirtschaft tätig sind, das Leben schwer gemacht, weil auch die Zufahrten nicht selten vollständig zugeparkt sind. Dass im Notfall nicht einmal größere Fahrzeuge der Einsatzkräfte zufahren können, zeigt deutlich, dass hier Gefahr im Verzug ist.

Reguläre Parkflächen angedacht

In der jüngsten Sitzung der Weggemeinschaftsmitglieder wurden zwei Vorschläge unterbreitet, informiert Bgm. Anton Bucher: „Es wurde angedacht, zwei reguläre Parkplätze einzurichten. Einen bei der ersten Kapelle, einen zweiten etwas weiter taleinwärts. Darüber muss aber noch beraten werden.“
Um die Situation einigermaßen zu entschärfen und wenigstens Platz für rund 15 bis 20 Fahrzeuge zu bieten, wurde jene eingezäunte Fläche, die beim Almabtrieb für die Separierung des Viehs genutzt wird, als Parkfläche ausgewiesen. Auf diese neue Situation weist seit kurzem ein Parkschild hin.

Wegerhaltungsgebühr

Am Eingang ins Senderstal befindet sich ein Ticketautomat. Eine Tageskarte kostet 3 Euro, für sieben Tage werden 5 Euro veranschlagt. Wer den Automaten nicht gefunden hat oder nicht finden wollte, blieb bis dato unbehelligt. „Die Zahlungsmoral ist leider dürftig“, bestätigt Viktor Pischl, Obmann der Agrargemeinschaft Kematen. „Dies ist deshalb bedenklich, weil diese Gelder ausschließlich für die Erhaltung des Weges herangezogen werden. Viele, die einen ordentlichen Weg einfordern, sind also nicht bereit, dafür auch einen kleinen Beitrag zu leisten.“

Anzeige bei Nichtbezahlung

Mit „gutem Willen“ und der Nachsicht gegenüber jenen, die keine Maut zahlen, soll jetzt aber Schluss sein, kündigt Viktor Pischl an. „Wir haben lange genug zu- und weggeschaut. Die Situation entwickelt sich in eine Richtung, die wir nicht mehr länger akzeptieren können. Ab sofort werden jene Autofahrer, die kein gültiges Ticket angebracht haben, bei der Bezirkshauptmannschaft zur Anzeige gebracht.“
Ins Auge gefasst wurde bereits der Austausch des Ticketautomaten. Eine moderne Version mit Kartenfunktion soll dazu beitragen, dass Ausreden a´la „kein Kleingeld vorhanden“, „Münzzahlung funktioniert nicht“ oder ähnliches kein Argument mehr darstellen.

Weitere Berichte: www.meinbezirk.at/wesliches-mittelgebirge

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