Archäologie in Birgitz
Neue, reiche Funde auf der Hohen Birga

Bei den jüngsten Ausgrabungsarbeiten wurden die beiden eisenzeitlichen Häuser auf der Hohen Birga entdeckt!
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  • Bei den jüngsten Ausgrabungsarbeiten wurden die beiden eisenzeitlichen Häuser auf der Hohen Birga entdeckt!
  • Foto: F. M. Müller, Universität Innsbruck
  • hochgeladen von Manfred Hassl

Bei Ausgrabungen auf der Hohen Birga in Birgitz konnten Archäologen der Universität Innsbruck in den vergangenen Wochen zwei über 2.000 Jahre alte Gebäude aus der Eisenzeit freilegen.

Es wurde bereits vielfach über die Ausgrabungen berichtet – aber jetzt gibt es auf der Hohen Birga etwas Neues: "Zwei Gebäude aus der Eisenzeit wurden entdeckt und es gab auch weitere reiche Funde", freut sich assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller vom Institut für Archäologien, der seit vielen Jahren als Grabungsleiter fungiert.

Neue Bereiche

Im heurigen Jahr konnten gezielt zwei Bereiche im Osten des Hügels untersucht und dabei zwei Gebäude entdeckt werden. Das erste Haus, welches in den Hang eingetieft war, besaß an seiner Ostseite einen über sechs Meter langen Korridor, über welchen man zunächst in einen Vorraum und dann über mehrere Stufen in den eigentlichen Innenraum gelangen konnte. Die Mauern, die zum Teil aus massiven behauenen Steinen in Trockenbauweise errichteten worden waren, waren noch in einem sehr guten Erhaltungszustand.

Brandobjekt

Grabungsleiter Florian Müller: "Vom zweiten Haus konnten mehrere Mauern freigelegt werden. Auf diesen fanden sich noch in Originallage die verkohlten Balken der ursprünglichen Holzwände. Alles spricht dafür, dass das Gebäude im Zuge eines Brandes zerstört worden war. Trotzdem hatten sich im Innenraum der gestampfte Lehmfußboden, eine aus mehreren Steinplatten gebildete Herdstelle sowie die Überreste eines aus Lehm errichteten Ofens erhalten. „Durch eine für das kommende Jahr geplante Fortsetzung der Arbeiten soll das genaue Aussehen des zweiten Gebäudes definitiv geklärt werden."

Kleinfunde

Die Arbeiten fanden im Zuge eine Lehrgrabung der Universität statt, d.h. über ein Dutzend junger Studierender konnte dabei auch archäologische Grabungspraxis im Rahmen ihrer Ausbildung sammeln. In den zwei Gebäuden wurden von den Studierenden zahlreiche Kleinfunde entdeckt u.a. keltische Silbermünzen, Fragmente von Glasperlen und Glasarmeifen, eine Gewandadel und mehre Anhänger aus Bronze sowie eine große Anzahl von zum Teil auch verzierten Keramikfragmenten.

Archäologischer Park

Die Siedlung auf der Hohen Birga, die zu den bislang größten der damaligen Zeit in Nordtirol gezählt werden kann, dürfte nach fast 300 Jahren wohl mit der Eroberung und militärischen Besatzung Nordtirols durch die Römer 15 v.Chr. ihr rasches Ende gefunden haben.
Neben den neuen wissenschaftlichen Untersuchungen in diesem Gebiet wurde in den vergangenen  Jahren in Zusammenarbeit mit dem lokalen Verein Archäotop Hohe Birga und der Gemeinde Birgitz auch an der Erschließung des Hügels als archäologischer Park gearbeitet. Auf Basis der Grabungsbefunde konnten bereits früher entdeckte Gebäude teilweise rekonstruiert werden. „Um an der Vergangenheit interessierten Besucherinnen und Besuchern ein noch besseres Bild vom Leben der Menschen auf der Hohen Birga zu geben, wird derzeit gerade auch an der Entwicklung eines Audioguides gearbeitet“ berichtet Müller.

Weitere Berichte: www.meinbezirk.at/westliches-mittelgebirge

Autor:

Manfred Hassl aus Westliches Mittelgebirge

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