Statement
Praxisbericht eines "Brummi-Fahrers" aus Axams

Schelte für die Trucker gehört mittlerweile zur Tagesodrnung – Manuel Möhwald stellt dazu einiges klar!
  • Schelte für die Trucker gehört mittlerweile zur Tagesodrnung – Manuel Möhwald stellt dazu einiges klar!
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Manfred Hassl

Manuel Möhwald aus Axams ist beruflich "on the Road". Als Fernfahrer lenkt er tagtäglich seinen Truck über die Straßen und macht dabei wie viele seiner Berufskollegen Erfahrungen der unterschiedlichen Art.

Nicht selten staut sich bei ihm Ärger auf, dem er mit einer Stellungnahme Luft verschafft. Eine interessante Darstellung aus der Sicht des Praktikers einer Branche, deren Vertreter sich oft an den Pranger gestellt fühlen. Wir veröffentlichen seine Zuschrift im Original und ohne Zwischenkommentare:

Asozial und dumm?

Ihr nennt uns asozial und dumm? Seit froh, dass es noch so Blöde wie uns gibt. Ohne uns hättet ihr nämlich gar nix. Keine Kleidung, kein Benzin, keine Lebensmittel, kein Auto und auch keine Arbeit!
Ja, es gibt Kollegen auf der Strasse, die verhalten sich wie der letzte Dreck. Null Rücksicht, fettige Haare, speckiges T-Shirt, Montag früh um sieben bereits nach Schweiß stinkend. Es gibt aber auch die Kehrseite der Medaille: Wir, die Fahrer, die ihren Beruf noch gerne ausüben und mit Leib und Seele dabei sind. Achtet doch mal auf uns.

Fehler passieren

Klar, ein Elefantenrennen kann schon mal passieren, ebenso ein Fehler. Wir sind auch nur Menschen. Trotzdem: Achtet mal drauf. Die wahren Helden der Straße sind wir, die rücksichtsvoll und vorausschauend fahren, die auch mal auf die linke Spur wechseln, um einem Pkw das Auffahren auf die Autobahn zu ermöglichen. Die noch freundlich Lichthupe geben, um sich zu bedanken, weil tatsächlich mal einer von euch anhält, um uns links abbiegen zu lassen. Die (meistens) ihren Sicherheitsabstand auf über 70, 80 Meter vergrößern, um euch das Einscheren an Anschlussstellen zu ermöglichen.

Liebe Pkw-Lenker

Dann gibt es noch so liebe Pkw-LenkerInnen: Rechts überholen, den Lkw schneiden. Rauf auf die Autobahn, wo der Lkw in die Mitte fährt, aber dann Hunderte von Metern auf der rechten Spur neben diesem her fahren, statt ihn entweder wieder einscheren zu lassen, oder mal kräftig Gas zu geben. Ebenso gibt es welche, die mit 78 km/h auf der rechten Spur spazierenfahren. Kaum setzt der Truck zum Überholen an, kommt urplötzlich die Erinnerung, dass da unten rechts ja ein kleines Pedal ist, um das Fahrzeug auf 100 km/h und mehr zu beschleunigen. Würde ich mich über jeden von euch aufregen, ich hätte bereits meinen ersten Herzinfarkt hinter mir. Das gilt auch für die Kollegen in den Brummis: Cool bleiben, bringt eh nix!

Mehr Partnerschaft

Liebe Lkw-Gegner: Ich weiß, wir machen euch das Leben schwer. Wir sind laut, wir stinken, wir sind langsam, wir sind schwer. Trotz alledem sind wir täglich für euch auf der Piste, damit das, was wir alle zum Leben brauchen, pünktlich ans Ziel gelangt.
Daher lautet mein diesjähriger Vorsatz fürs neue Jahr: Mehr Partnerschaft, Respekt und Fairness im Straßenverkehr! In diesem Sinne: Ein glückliches neues Jahr an alle da draußen auf den Strassen in ganz Europa. Egal, ob Pkw, Lkw oder Bus: Kommt immer gut und sicher an euer Ziel – allzeit gute Fahrt.

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