Hausabbruch untersagt
Riesenärger in Mutters über Denkmalamt – mit Umfrage

Diese Ruine sollte abgerissen werden – das Denkmalamt verhinderte jetzt diese Maßnahme!
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Der Mutterer Bürgermeister Hansjörg Peer macht aus seinem Gemütszustand keinen Hehl: "Ich bin fuchsteufelswild über die Vorgangsweise des Denkmalamtes!" Grund: Die Behörde hat den bevorstehenden Abbruch eines seit 50 Jahren leerstehenden Hauses im Ortszentrum (BEZIRKSBLATT berichtete) kurzerhand verhindert!

Der Sachverhalt

Am 16. Jänner 2020 kam es zum einstimmigen GR-Beschluss (eher selten in Mutters) betreffend des Erwerbs des Objektes. "Die Gemeinde hat für solche Ereignisse Geld gespart und konnte den Ankauf zu 100 % aus Rücklagen finanzieren", so der Bürgermeister. "Die Fläche sollte mit einer Blühwiese versehen und vielleicht sogar mit Laubbäume bepflanzt werden. Die Gemeinde hat derzeit, und wie es aussieht, auch in den nächsten Jahrzehnten keinen Bedarf, die Fläche zu bebauen. Dieses Grundstück sollte nächsten Generationen vorbehalten bleiben."

Lösung eines alten Problems in Mutters

Begehung

Dem GR-Beschluss sei natürlich eine Begehung mit dem Bausachverständigen der Gemeinde vorausgegangen, sagt Peer. "Das Gebäude ist schlicht gebaut, steht im Dreck, ist feucht und hat große statische Mängel – der Abbruch ist die beste Lösung. Der Sachverständige hat eigens darauf hingewiesen, dass kein Denkmalschutz das Haus behaftet und dass diese Adresse auch auf der Liste der schützenswerten Güter nicht vorhanden ist  Der Aufruf des Landes, dass sich die Gemeinden um derartige Problemfälle kümmern, wurde von uns zu 100 % erfüllt."

Hinweise

Bürgermeister Peer schildert die Geschehnisse wie folgt: " Ein Abbruchbescheid wurde erlassen und am 21. Jänner hätten die Bagger auffahren sollen. Am 20. Januar 2020 gegen 11 Uhr meldete sich das Denkmalamt und teilte mit, dass wir aufgrund von Hinweisen, die dort eingelangt wären, nichts tun dürfen. Nur zwei Stunden später waren zwei Vertreter dieses Amtes vor Ort, gingen durch das Haus und belehrten mich, dass ich in den nächsten drei Tagen keine Arbeiten am Objekt erledigen darf. Am Donnerstag 23. Januar 2020 wurde der Bescheid, datiert mit 22. Jänner 2020 zugestellt. Das muss man sich vor Augen führen: 50 Jahre steht diese Bude leer, interessiert genau niemanden – und dann diese Nacht-und- Nebel-Aktion!"

"Notfallunterschutzstellung"

So bezeichnete Landeskonservator Walter Hauser die Maßnahme in der ORF-TV-Sendung "Tirol heute". Für ihn sei es "ein Schmuckstück am Ortseingang von Mutters, das geschützt gehört." Ein Gutachten soll jetzt klären, ob überhaupt abgerissen werden darf. Das bedeutet, dass das Objekt so lange geschützt ist und nicht abgerissen werden darf, bis das Verfahren abgeschlossen sein wird! "Das kann zwischen drei Monaten und zwei Jahren dauern, hält Hauser fest: "Wir sind der Anwalt der historischen Objekte und kämpfen für schöne Orte in Tirol!"

Landeskonservator Hauser in "Tirol heute": "Ein Schmuckstück am Ortseingang von Mutters!"
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"Anschlag auf Bevölkerung"

Dass derartige "Kampfmaßnahmen" Bgm. Hansjörg Peer in Rage bringen, steht fest: "Ich sehe diese Aktion als Anschlag auf alle MuttererInnen. Das – in Zeiten wie diesen – hart ersparte Geld  wird mit einem Schrieb entwertet, wie dies eigentlich nur mehr unsere Großväter kennen!"
Die Gemeinde Mutters werde den Kampf aufnehmen, so der Ortschef weiter: "Ich ziehe in Erwägung,  LH Günther Platter anzurufen und ihn um seine Hilfe bitten. Selbstverständlich legen wir Berufung auf allen möglichen Ebenen ein. Dass ein einstimmiger Beschluss eines Gemeinderates "per Hinweis von irgendwoher" seitens einer Behörde von einem Tag auf dem anderen ausgehebelt werden kann, ist nicht mehr hinzunehmen!"

www.meinbezirk.at/westliches-mittelgebirge

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