Buch aus Sellrain
"Vergessene Zeugen des Alpenraums" – Band 1

Das Cover des mittlerweile fünften Buches von Georg Jäger aus Sellrain.
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  • Das Cover des mittlerweile fünften Buches von Georg Jäger aus Sellrain.
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Georg Jäger aus Sellrain legt nun schon sein fünftes Buch über die Alltagsgeschichte des Alpenraums mit dem räumlichen Schwerpunkt „Tirol“ vor, das am Donnerstag, dem 26. September um 19.30 Uhr in der Buchhandlung Tyrolia in Innsbruck präsentiert wird.

(mh). Der Autor geht in diesem Werk auf Grundlage historisch-volkskundlicher Quellenhinweise dem kargen Leben auf dem Land nach. Im vorliegenden Band 1 der dreiteiligen Buchreihe „Vergessene Zeugen des Alpenraums“ stehen die Männer und Buben bei der Arbeit im Mittelpunkt.

Bittere Armut und Not

Bittere Armut war früher die auffälligste Begleiterscheinung des Lebens im „Land im Gebirge“. Ebenfalls große Not herrschte in anderen Alpenländern. Die nutzungsrechtlich benachteiligte Bevölkerung mit wenig oder überhaupt keinen Grundbesitz kämpfte ums nackte Überleben und war auf die Mobilisierung sämtlicher zur Verfügung stehender Ressourcen angewiesen, um sich eine eigene Existenzgrundlage aufbauen zu können. Neben den im Berufsleben stehenden erwachsenen Personen mussten auch Kinder, Jugendliche und Alte mitarbeiten.

Fast vergessene Berufe

Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es noch überall im ländlichen Raum – so etwa auch in Tirol – die an den Rand gedrängten Unterschichten mit Berufen, die heutzutage (fast) gänzlich von der Bildfläche verschwunden sind und daher zu den vergessenen Zeugen des Alpenraums zählen.
Zu den hier näher vorgestellten männlichen Arbeitskräften gehören die Kleinhäusler (= Söllhäusler, Söll-Leute oder Keuschler), Maulwurf- und Schermausfänger sowie die Ziegenhirten. Das gemeinsame bzw. verbindende Merkmal dieser namentlich angeführten Bevölkerungsgruppen war ihr Leben am Existenzminimum.

Kleinhäusler und Mauser

Während die bodenarmen Kleinhäusler als Besitzer von Söllbehausungen meist einer handwerklich-gewerblichen Tätigkeit nachgingen und noch ein eigenes Dach über den Kopf hatten, wurden die saisonal beschäftigten „Scherfoacher“ und/oder „Mauser“ fast durchwegs in den größeren Bauernhäusern untergebracht. Die Schermausfänger gingen als gefragte Saisonarbeiter im Frühjahr und Herbst ihrer Beschäftigung nach.

Ziegenhirten – Geißbuben

Darüber hinaus prägten auch die Ziegenhirten das Dorfbild im Alpenraum, wobei nicht wenige beim Geißhüten im steilen Gelände auf tragische Weise ums Leben kamen. Die „Goaßbuben“ waren als Halb- oder Vollwaisen überhaupt die ärmsten Burschen im Dorf und mussten mit ihren Bockshörnern auf die meckernden Ziegenherden aufpassen.

Buchtitel / Bestellungen

Georg Jäger, Vergessene Zeugen des Alpenraums. Band 1: Männer und Buben bei der Arbeit. ISBN 978-3-99024-827-0. Preis: 26,90 Euro. Umfang: 192 Seiten.
Kral-Verlag: John F. Kennedy Platz 2, A-2560 Berndorf, Niederösterreich. E-Mail: office@kral-verlag.at (Auslieferung: Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH. E-Mail: bestellung@mohrmorawa.at)
Das Buch liegt zum Kauf natürlich auch in der Tyrolia (Innsbruck, Maria-Theresen-Straße 15) auf.

Biografische Angaben

Georg Jäger, geboren 1963 in Innsbruck, entstammt einer kleinbäuerlichen Familie aus dem Sellraintal und interessierte sich schon immer für die Arbeit der Bergbauern und Kleinhäusler sowie für das Leben der ländlichen Unterschichten. Er besuchte nach Abschluss der Hauptschule Kematen das Bundesoberstufenrealgymnasium Innsbruck, wo er im Jahr 1981 maturierte. Danach studierte Georg Jäger Geografie und Geschichte an der Universität Innsbruck (1985 Sponsion, 1989 Promotion, 2004 Habilitation).
Seit 1994 arbeitet er hauptberuflich als Bibliothekar an der Universität Innsbruck. Zwischen 2007 und 2017 war er Schriftleiter der „Tiroler Heimatblätter“. Georg Jäger lebt in Arzl bei Innsbruck und verbringt seine Wochenenden in Sellrain.

Weitere Berichte: www.meinbezirk.at/westliches-mittelgebirge

Das Cover des mittlerweile fünften Buches von Georg Jäger aus Sellrain.
Georg Jäger geht dem kargen Leben auf dem Land nach.
Autor:

Manfred Hassl aus Westliches Mittelgebirge

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