TIWAG-Aufsichtsrätin legt ihre Funktion zurück

"Als Aufsichtsrätin der TIWAG erkläre ich heute mit sofortiger Wirkung meinen vorzeitigen Rücktritt und habe dazu einen offenen Brief an die Tiroler Landesregierung und den Aufsichtsrat der TIWAG formuliert", teilt Regula Imhof aus Natters mit. Die Gründe für diesen Schritt erläutert Imhof in Kurzform: "Anlass dazu gaben nach zwei Jahren meiner Tätigkeit insbesondere die mit Nachdruck vorangetriebenen Großprojekte der TIWAG. Hier wird ohne ausreichende Prüfung auf Risiko, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit sowie auf die entsprechenden politischen Beschlüsse zur Wasserkraft in Tirol und auf Bundesebene agiert. Letztlich wird auch ohne Rücksicht auf den Willen und formelle Beschlüsse der lokalen Bevölkerung vorgegangen!"
Unter diesen Voraussetzungen sei es ihr unmöglich, weiter im Aufsichtsrat der TIWAG zu verbleiben, so Regula Imhof weiter. Mit der Funktion sei schließlich eine Mitverantwortung für den geschäftlichen Erfolg der TIWAG sowie das Gesamt-Interesse der Tiroler Bevölkerung verbunden.
Auch der Landeshauptmann steht in der Kritik von Imhof: "Leider habe ich auch nach mehreren Anfragen wochenlang keinen Termin bei LH Platter als Vertreter des Alleineigentümers der TIWAG erhalten, um meine Beweggründe persönlich zu erläutern."

Dornauer: "Schwarz-Grün stockt"

„Wenn man den Ausführungen der zurückgetretenen TIWAG-Aufsichtsrätin Glauben schenken darf, hat Landeshauptmann Platter wochenlang keine Zeit für das Landesunternehmen. Bei diesem Engagement des Eigentümervertreters braucht es einen nicht zu wundern, dass in Sachen Ausbau der Wasserkraft Stillstand im Land herrscht“, kommentiert Georg Dornauer sen., Energiesprecher der SPÖ im Tiroler Landtag, den Schritt von Regula Imhof. „Der schwarze Eigentümervertreter kommuniziert nicht mit der grünen Aufsichtsrätin. Schwarz-Grün rockt nicht, Schwarz-Grün stockt. In der Tiroler Energiepolitik geht so nichts weiter.“

Mattle: "Begründung nicht nachvollziehbar"

Verwundert zeigt sich auch ÖVP-Landtagsvizepräsident Anton Mattle über den Rücktritt und vor allem über die Begründung, die für ihn nicht nachvollziehbar ist: „Es gibt in Tirol keine anderen Projekte, die so akribisch auf Herz und Nieren geprüft und durchleuchtet werden, wie die Tiwag-Kernvorhaben Sellrain-Silz und Kaunertal. Die vorliegenden Unterlagen, Prüfgutachten und Wirtschaftlichkeitsberechnungen füllen ganze Schränke. Es ist mir schleierhaft, wie man hier von mangelnder Prüfung sprechen kann", so Mattle, der unterstreicht, dass die Umsetzung jedes einzelnen Projekts auf Basis strengster umweltrechtlicher Kriterien erfolge – transparent und ohne politische Einflussnahme.

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