24.03.2017, 18:57 Uhr

Abschied von der "Rettung Grinzens"

Diese stattliche Flotte war 21 Jahre lang vom Standpunkt Grinzens aus in ganz Europa unterwegs! (Foto: privat)

Seit 1978 gab es eine Rettungseinsatzstelle – jetzt erfolgte die Übersiedelung nach Kematen!

Seit 1999 war in Grinzens eine Rettungseinsatzstelle des Roten Kreuzes. Vor kurzem wurden sowohl das dort stationierte Fahrzeug als auch die Mannschaft in das neue Blaulichtzentrum nach Kematen verlegt. Da die Einsatzstelle Grinzens unter der Schirmherrschaft des Roten Kreuzes Innsbruck stand, Kematen allerdings von Innsbruck-Land betreut wird, schien es zunächst bei der Teilung zu bleiben. "Aus technischen Gründen erfolgte jetzt eine Zusammenlegung", so Michael Sintic, diensthabender Offizier beim Roten Kreuz. "In Kematen steht jetzt das moderne Zentrum zur Verfügung und das westliche Mittelgebirge wird künftig von dort aus betreut." Nachsatz: "Der Auszug erfolgte mit einem weinenden Auge!"

"Grünes Kreuz Grinzens"

Der Beginn der "Rettung Grinzens" reicht bis ins Jahr 1978 zurück. Karl Brecher war als Polizist in Innsbruck im Einsatz, betrieb in seinem Heimatort aber auch ein Mietwagen- und Taxiunternehmen. "Die Rettung Innsbruck war damals für den gesamten Bezirk Innsbruck-Land zuständig. Der Bedarf an Rettungskräften war gegeben," so Karl Brecher, der zur Tat schritt. Am 1. Oktober 1978 gründete er die "Rettung Grinzens". Für private Rettungsunternehmen gab es damals die die Bezeichnung "Grünes Kreuz" – eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang.

21 Jahre im Einsatz

Karl Brecher erinnert sich: "Am 1. Oktober 1978 gab es die offizielle Eröffnung – kurz nach 8 Uhr morgens kam die erste Einsatzanforderung. Ganz wichtig war auch, dass uns zusammen mit den Ärzten in der Region die Einrichtung eines funktionierenden Notarztdienstes rund um die Uhr gelungen ist. Das war eine richtungsweisende Entscheidung."
Zwölf Mitarbeiter waren beim "Grünen Kreuz Grinzens" beschäftigt, sieben Fahrzeuge standen in der Garage in Untergrinzens, wo Karl Brecher Teile seine Hauses zur "Rettungszentrale" umgebaut hatte. "Wir haben alle Sparten des Krankentransportwesens abgedeckt. So haben wir auch im Auftrag von Versicherungen Patienten aus ganz Europa rückgeführt, Verlegungstransporte übernommen und vieles andere mehr."
Selbstverständlich waren Karl Brecher und sein Team unzählige Mal auch Retter in höchster Not. "Wir waren unter anderem bei zwölf Geburten dabei – entweder zu Hause oder im Rettungswagen. Einmal haben wir eine Frau nach einem Selbstmordversuch in die Klinik gebracht. Kurz darauf kam die nächste Einsatzmeldung, wonach eine Geburt unmittelbar bevorstehen würde. So nahe liegen Glück und Leid manchmal beieinander!"


Rotes Kreuz seit 1999

Im Jahr 1999 trat Karl Brecher den verdienten Ruhestand an. Er verkaufte sein Unternehmen an das Rote Kreuz, das sowohl die Mitarbeiter als auch den Fuhrpark übernommen hat. Die Rettungsstelle wurde zwar sukzessive verkleinert, bis vor kurzem aber noch von Untergrinzens aus betrieben. "Die Rettung Innsbruck war immer ein verlässlicher Partner", bedauert auch Karl Brecher den Auszug. Dass er heute noch oft auf seine Tätigkeit als Rettungsunternehmer angesprochen wird, freut ihn natürlich besonders.
"Ruhestand" bezieht sich bei ihm übrigens nur auf berufliche Belange. Leser der Bezirksblätter-Sportseiten wissen Bescheid: Karl Brecher widmete sich nach der Pensionierung seinen sportlichen Ambitionen und begeistert bis dato durch hervorragende Leistungen, Siege und Spitzenplätze in seiner Altersklasse M75 im Langlauf! Dies nicht nur bei der Vereinsmeisterschaft, sondern bei den europäischen Klassikern in dieser Sportart!
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