29.11.2017, 08:00 Uhr

„Amigokomplott 3.0“ in Natters

Stefan Moisi und sein Vater Ernst wollen sich mit der Heizanlage in der Volksschule nicht abfinden.

Ex-Bürgermeister Dr. Stefan Moisi erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Nachfolger und den Natterer Gemeinderat!

Dr. Stefan Moisi ist der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Natters, der nach Unstimmigkeiten bei der letzten Gemeinderatswahl nicht mehr angetreten ist. Sein Nachfolger als Bürgermeister wurde sein Fraktionskollege Karl-Heinz Prinz, was zum Zeitpunkt der Wahl auch Moisi mit Freude erfüllte. Damit ist jetzt allerdings Schluss. Die Vorgangsweise von Prinz sowie des gesamten Gemeinderates wird in Frage gestellt. Neben der Aufkündigung der Freundschaft zum Bürgermeister hat Moisi auch die Änderung des noch existenten Listennamens „Team Bürgermeister Dr. Stefan Moisi“ bereits beantragt.

"Getarntes Fernheizwerk"
Der Grund für diese drastischen Maßnahmen liegt im Erweiterungsbau der Volksschule Natters. Genauer: die Biomasse-Heizanlage ist für Moisi nicht als solche zu bezeichnen - für ihn handelt es sich um ein „getarntes Fernheizwerk“, das in großem Stil (1,2 Mio. kw/h Jahresleistung) betrieben werden und weitere Objekte versorgen soll. Der Ex-Bürgermeister vertritt in dieser Angelegenheit seine Eltern, deren Haus sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Aufgezeigt sollen nicht nur die zu erwartenden negativen Auswirkungen werden, sondern auch die besonderen Umstände, die zu dieser Einrichtung geführt haben. In seinen Augen haben hier der Bürgermeister, Agrar-Substanzverwalter GV Thomas Kerschbaumer (Liste Wir Natterer) sowie GR Dr. Andreas Ermacora (Bürgerliste), der als Rechtsanwalt den Vertrag erntworfen hat, in inakzeptabler Weise Schritte gesetzt, die Moisi unter dem „Beschwerdetitel Amigokomplott 3.0“ anprangert!

Schwere Vorwürfe
Stefan Moisi nimmt sich dabei kein Blatt vor den Mund: „Was hier passiert ist, kann man kaum glauben. Trotz der bekannten brandschutztechnischen Gefahr und der in vielen Fällen nachgewiesenen Unwirtschaftlichkeit solcher Anlagen errichtet die Gemeinde im Schulgebäude, in dem sich auch noch der neue Kinderhort befindet, mitten im Wohngebiet ein Fernheizwerk. Dann versucht sie, den Betrieb dieses untergeordneten Bauteils in das bei der Bezirkshauptmannschaft angesiedelte Genehmigungsverfahren für Betriebsanlagen hinüberzuschieben und behauptet bei der Bauverhandlung noch, dass nur die Schule versorgt wird. Doch nicht nur das, sie fängt auch einfach ohne rechtsgültigen Bescheid zu bauen an, weil sie sich auf eine Novelle des § 55 der Tiroler Bauordnung beruft, in dem den Anrainern sämtliche Einspruchsrechte abgesprochen und alle legitimen Beschwerden abgewiesen werden.“
Nachsatz: „Jeder kleine Häuslbauer, der die Rechtskrafterlangung seines Baubescheides nicht abwartet, wird von der Gemeinde gnadenlos gejagt.“

Heizungsgenossenschaft
Nicht nur die Vorgänge rund um den Bau, sondern auch um den Betrieb der Anlage sind für den Ex-Bürgermeister, der keinerlei politische Funktionen mehr ausübt, unfassbar: „Die Gemeinde Natters kauft von der Gemeindegutsagrargemeinschaft Holz zurück, das eigentlich allen Bürgern zusteht, gründet mit ihr eine Heizungsgenossenschaft und schließt einen Vertrag mit einer Laufzeit über 38 Jahre ab, der noch dazu von einem Mitglied des Gemeinderates entgeltlich erstellt wird. Ein wirtschaftlicher Nonsens, den Bürgermeister Prinz, Substanzverwalter Kerschbaumer und Vertragsverfasser Ermacora zu verantworten haben.“ Moisi weiter: „Und dann kommt noch die wahre Pointe, nämlich, dass der Umbau der Schule und der Kinderbetreuung sowie die Errichtung des unsäglichen Fernheizwerkes etwas kosten könnte, auf die Idee ist offensichtlich bis August 2017 niemand gekommen. Erst in der Gemeinderatssitzung am 16.08.2017 wurden zwei Nachtragskredite in der Gesamthöhe von € 1,500.000 beschlossen, um das über € 3,000.000 teure Projekt überhaupt finanzieren zu können. Da war im Übrigen die mehr als fragwürdige Vergabe der Gewerke längst schon erledigt und die Bauarbeiten hatten ja schon Ende Juni begonnen.“

Aufsichtsbeschwerde
Dass die Bevölkerung, die hierfür die Zeche zahlen wird müssen, nicht  informiert wurde, will Moisi ebenfalls nicht hinnehmen: „Der Bürgermeister ist laut Gemeindeordnung verpflichtet, mindestens einmal pro Jahr eine öffentliche Gemeindeversammlung abzuhalten. Bis dato ist in dieser Richtung nichts passiert. Ich werde daher eine Aufsichtsbeschwerde laut Tiroler Gemeindeordnung einbringen. Solche Vorgänge muss man aufzeigen. Vor allem geht es aber um Gerechtigkeit sowie die ureigensten Interessen der Anrainer, die nichts gegen den Ausbau der Kinderbetreuung haben, doch hier einfach blöd sterben gelassen werden.“
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