03.11.2017, 21:20 Uhr

Paukenschlag in der Sellrainer Jagdgenossenschaft

Bürgermeister und Jäger: Georg Dornauer hat die Jagdleitung und die Obmannschaft übernommen! (Foto: privat)

Mehrheitliche Entscheidung für Eigenbewirtschaftung – Bgm. Dornauer ist Obmann und Jagdleiter!

Einen Paukenschlag gab es in der jüngsten Vollversammlung der Sellrainer Jagdgenossenschaft. Der Sellrainer Bürgermeister und Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft Sellrain, Georg Dornauer, hielt in der Vollversammlung ein Plädoyer für eine künftige Eigenbewirtschaftung anstelle einer möglichen Versteigerung oder weiteren Verpachtung. Dornauer erhielt für seinen Vorschlag die notwendige Stimmenmehrheit. Im Anschluss wurde er mehrheitlich zum Obmann der Jagdgenossenschaft Sellrain gewählt. Dornauer selbst hat vor zehn Jahren die Jagdprüfung absolviert und wird künftig auch als Jagdleiter die Geschäfte führen.

Neue Wege im Revier

"Der derzeitige Pachtvertrag endet am 31. März 2018. Ich habe mir in den vergangenen Wochen und Monaten viele Gedanken über die künftige Vergabe gemacht", erklärt Dornauer. "Durch die künftige Eigenbewirtschaftung eröffnet sich die Chance, in unserem wunderschönen Revier neue Wege zu gehen. Wir werden neue Fütterungskonzepte umsetzen und mit unseren benachbarten Jagdrevieren fair zusammenarbeiten. Was mir allerdings am wichtigsten erscheint: Unsere Sellrainer Jägerinnen und Jäger können zu einem leistbaren Tarif auf die Jagd gehen!"

Zusammenarbeit

Als Jagdleiter will Dornauer auch versuchen, eng mit den Sellrainer Landwirten zusammenzuarbeiten. "Ich will den gesamten Fütterungsbedarf von unseren heimischen Bauern kaufen. Wir haben höchste Qualität, ich wüsste nicht, warum ich das Heu irgendwo bestellen sollte, nur um ein paar Cent zu sparen“, setzt Dornauer auf Regionalität.

Einheimische am Zug

Die Eigenbewirtschaftung der Genossenschaftsjagd würde viele Vorteile bringen und von Jagdexperten sogar empfohlen, so Dornauer weiter. Insbesondere könnten dadurch Konflikte zwischen Jagdausübenden und Waldeigentümern schnell bereinigt oder gar im Vorfeld verhindert werden. Zudem würden durch diese Regelung die Einheimischen statt auswärtiger Pächtern mit ihren Jagdgästen zum Zug kommen. Neben den zwölf Jagdkarten, die vergeben werden können, soll auch einheimischen Jungjägern die Möglichkeit geboten werden, sich zu betätigen und sich die ersten Sporen zu verdienen. „Die Jagd wird zudem auch einen erklecklichen Beitrag in unsere Gemeindekasse einspielen. Wir konnten dennoch sicherstellen, dass unsere Jagd nicht in die Hände auswärtiger Pächter, die ein Vielfaches zu zahlen bereit gewesen wären, kommt“, so Dornauer.

Eigener Obolus

„Trotz der Mehrarbeit, die nun als Jagdleiter auf mich zukommt, werde ich genau wie alle anderen Jagdkarten-Nehmer meinen jährlichen Obolus bezahlen", kündigt der Neo-Obmann und Jagdleiter an. "Ich bin auch in engem Austausch mit unserem Hegeringleiter und Bezirksjägermeister sowie mit der zuständigen Behörde. Ich bin guter Dinge, dass wir in Sellrain die Eigenbewirtschaftung erfolgreich umsetzen werden."
Nach einer kurzen – erwarteten – Unruhe werde sehr rasch erkannt werden, dass das Modell der Eigenbewirtschaftung erfolgreich sein kann, glaubt Georg Dornauer. Nachsatz: "Obwohl Jede Änderung mit kurzfristiger Verunsicherung verbunden ist – oft geschürt von jenen, deren Privilegien beschränkt wurden! Als Bürgermeister und Substanzverwalter hatte ich in der Vollversammlung nicht die absolute Mehrheit in der Jagdgenossenschaft . Somit handelt es sich sehr wohl um eine sehr demokratische Entscheidung der Mitglieder und Grundeigentümer“, entgegnet Dornauer seinen Kritikern.
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