29.09.2014, 17:24 Uhr

ÖVP-Zoff beim Brückenschlag

"Wenn wir uns nicht trauen, dann muss das Land die drei Schigebiete in Zukunft über Wasser halten." ... "Mir wäre lieber Rudl, für einen Rudi bin ich schon zu alt" ... "Es gibt in allen elf Gemeinden positive Gemeinderatsbeschlüsse, die den Brückenschlag befürworten." (Foto: Hassl) (Foto: Rudl Nagl, ÖVP)

Vorgangsweise der ÖVP beim Liftprojekt sorgt für massiven Ärger in den eigenen Reihen

In der Brückenschlagdebatte wurde in der Vorwoche ein neuer Höhepunkt erreicht. Dabei sorgten bei den Befürwortern ausnahmsweise einmal nicht die Gegner für Verärgerung, sondern die ÖVP-Tirol-Parteispitze. Sorgte LH Platter bereits im Vorsommer mit seiner Entscheidung, im Herbst eine Entscheidung treffen zu wollen, für Unmut, so setzten die ÖVP-Granden jetzt noch einen drauf.

Kein Konsens

VP-Klubobmann Mag. Jakob Wolf ließ wissen, "dass es innerhalb der das Projekt grundsätzlich befürwortenden Gruppierungen im Tiroler Landtag (ÖVP, FPÖ, Vorwärts) keinen Konsens für eine sofortige Änderung des Tiroler Naturschutzgesetzes gibt, wie es sich vielleicht die Betreiber des Projektes Brückenschlag wünschen würden". Konsens würde innerhalb dieser im Landtag vertretenen Parteien aber dahingehend bestehen, dass man die Diskussion über das Projekt Brückenschlag versachlichen wolle. Aus diesem Grunde bringt nunmehr die Tiroler Volkspartei für den kommenden Landtag einen Dringlichkeitsantrag ein, mit dem das Projekt Brückenschlag einer Art Vorprüfungsverfahren durch den Landtag unterzogen wird. Vorwärts-Klubobmannn Hans Lindenberger bekräftigte indes, alle acht Tiroler Schutzgebiete "neu beurteilen" zu wollen.

Bodenseer-Rüge

Die erste Reaktion darauf kam aus den eigenen Reihen. WK-Präsident Jürgen Bodenseer hielt fest, dass sich die Wirtschaft Entscheidungen erwarte und keine Vor-Vor-Prüfungen mit anschließenden Vorprüfungen. "Dieser Dringlichkeitsantrag ist ein Anleitung zur Verhinderung", wetterte Bodenseer. Die SPÖ nahm die ÖVP-Ankündigung "skeptisch-erfreut" zur Kenntnis.

Geduld am Ende

Für die Projektgegner nahm Fritz Gurgiser als erster Stellung: "Alles im Leben hat ein Ende – so auch unsere Geduld mit Menschen, denen in einer Zeit, in der uns reihenweise in den Regionen Arbeitsplätze und Betriebe entweder wegbrechen oder sie politisch vertrieben werden, nichts Besseres einfällt, als nun auch noch die touristischen Goldschätze der nächsten Generationen im Herz der Alpen ruinieren zu wollen."
Auch der Axamer Bürgermeister Rudolf Nagl machte aus seiner Enttäuschung kein Hehl und verlangte ebenso wie sein Amtskollege Manfred Leitgeb aus Mieders klare Entscheidungen.
Alle Artikel und Stellungnahmen zum Thema Brückenschlag finden Sie auf der Themenseite www.meinbezirk.at/brueckenschlag

Alle Infos zum Brückenschlag auf einen Blick
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Helmut Ostermann aus Westliches Mittelgebirge | 02.10.2014 | 21:01   Melden
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