Ärztekammer
Junge Ärzte bewerten Ausbildung mit "schlechtem Gut"

Die Ärztekammer präsentierte am Mittwoch die jährliche Evaluierung der Ausbildung durch das Ärztliche Qualitätszentrum.

ÖSTERREICH. In einem Schulnotensystem von eins bis fünf bewerteten die Jungärzte die Medizinausbildung nach ihrem Studium mit einem "schlechten Gut". Die Basisausbildung wurde mit der Note 2,37 bewertet, die fachärztliche Ausbildung mit 2,30 und die allgemeinärztliche Ausbildung mit 2,45. 

Personalmangel belastet Ausbildung

Verglichen mit den Ergebnissen im Vorjahr bleibt die Facharzt-Ausbildung konstant, die Basisausbildung und die allgemeinmedizinische Ausbildung verbesserten sich leicht. Große Unterschiede gibt es allerdings zwischen den Abteilungen: So wird die Gynäkologie signifikant schlechter bewertet, Ausbildungsfächer wie Anästhesie und Neurologie schneiden signifikant besser ab als der Durchschnitt. 

Es fehle vielfach an personellen und zeitlichen Ressourcen, so Karl Heinz Kornhäusl, Ärztekammervertreter für die Ärzte in Ausbildung gegenüber Ö1. Er kritisierte, dass es "eine Verantwortung und eine Verpflichtung der Spitalsträger ist, diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen."

Die Ärzte in Basisausbildung gaben das Feedback, dass sie viele Routineaufgaben mit wenig Lernzuwachs erfüllen. Es sei "wenig aktives Lernen vorhanden", hieß es. Als Grund für die fehlende Ausbildungskapazität wird das hohe Arbeitspensum des Stammpersonals gesehen. „Hier sieht man, dass der Personalmangel und die Arbeitsdichte in den Spitälern zulasten der Arztausbildung gehen“, betonten Kornhäusl und der Vizepräsident der Ärztekammer, Harald Mayer.

Ärzte wandern ab 

Mayer forderte ebenfalls mehr Zeit für die Ausbildung. „Viele Ärztinnen und Ärzte werden nach dem Studium nicht in Österreich tätig, außerdem wollen immer weniger Allgemeinmediziner werden", betonte Mayer. Rund ein Drittel der Ärzte verlässt nach der Ausbildung Österreich, um etwa in Deutschland oder der Schweiz zu arbeiten. 

Die Forderung der niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nach einer Studienplätze-Verdoppelung lehnt Mayer ab. Es gebe jetzt schon oft keinen Platz für die Basisausbildung. Notwendig wäre vielmehr eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen. Dabei gehe es um eine Entlastung von der Administration, aber auch um ein Delegieren von Tätigkeiten, die nicht unbedingt von einem Arzt erledigt werden müssen.

Autor:

Julia Schmidbaur aus Wieden

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