Etwas Sommer für die Stadt

Der gebürtige Palästinenser Marwan Abado bringt mit seiner Lauten-Musik mediterranes Flair nach Wien.
  • Der gebürtige Palästinenser Marwan Abado bringt mit seiner Lauten-Musik mediterranes Flair nach Wien.
  • Foto: Abado
  • hochgeladen von Richard Bernato

Für das Konzert im Porgy & Bess hat der Neubauer Musiker einen besonderen Gast eingeladen: Paul Gulda.
(siv). „Ich bin gebürtiger Flüchtling“, erzählt Marwan Abado. „Palästinensischer Flüchtling im Libanon.“ 1985 tobte ein Bürgerkrieg im Libanon. Abado war damals 18, als seine Eltern beschlossen, ihn zu seiner Sicherheit zu seinem älteren Bruder nach Wien zu schicken. „Ich spielte damals in einer Band, die politisches Engagement zeigte. Das hat die Situation verschärft.“

Ohne Plan nach Wien
Als er in Wien ankam, hatte der heute 44-Jährige keinen Plan – und konnte kein Wort Deutsch. „Heute bin ich froh über das Schicksal, das meine Eltern für mich entschieden haben. Ich begann bald, die Vorzüge dieser Stadt zu lieben: Ich konnte in Frieden leben und einfach die Freiheit genießen.“
Über sieben Jahre lang lebt der Musiker nun bereits in Neubau. „Ich mag den Bezirk, er ist vielfältig und rund. Nur ist er leider ein bisschen teuer geworden.“ Auch zwei seiner Lieblingslokale befinden sich im Bezirk: das Nil und das Berfin, beide in der Siebensterngasse.

G’scheiter Beruf statt Musik
Sein Instrument – die Oud (die Mutter aller Lauten) – perfektionierte er bei einem Meister aus dem Irak, der in Wien lebt. Dass er sich hauptberuflich der Musik widmen würde, war nicht vorgesehen. „Damals dachten meine Eltern: ‚Nett, dass der Bursche ein Instrument in der Hand hält.‘ Aber ich hätte einen g’scheiten Beruf lernen sollen, am besten Arzt.“ Zu studieren hat Abado in Wien begonnen, allerdings Musikwissenschaft und Völkerkunde. „Das habe ich aber nicht beendet.“ Stattdessen wurde ihm 1994 klar, dass er sein Leben der Musik widmen möchte. Ein Jahr später erschien seine erste CD.

Musikalischer Brückenschlag
Mit seiner Musik und seiner Band schafft er einen Brückenschlag zwischen arabischer Musiktradition, westlich geprägtem Jazz und europäischer Klassik.
Beim Mare Nostrum, dem Festival mediterraner Musik, ist Paul Gulda als besonderer Gast mit auf der Bühne. „Unsere Wege haben sich gekreuzt. Es gibt ein sehr bekanntes Konzert von Friedrich Gulda, dem Vater von Paul, und einem sehr bekannten Oud-Spieler aus dem Jahr 1979. Wir machen jetzt etwas Ähnliches, wir erfinden nichts Neues.“
Vor Kurzem war Abado im Libanon, in Beirut. In seiner ehemaligen Heimat gab er ein Konzert, um das Material für seine neue CD zu testen, die Ende des Jahres erscheinen soll.
Infos: www.marenostrum-fest.at
www.marwan-abado.net

Autor:

Richard Bernato aus Wieden

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