Wenige spürbare Erdbeben
2019 wurden in Österreich 953 Erdbeben registriert

Erdbeben 2019: Die Grafik zeigt die Epizentralintensität, also die maximale Stärke der Fühlbarkeit aller von der Bevölkerung verspürten Beben. (Stand: 30.12.2019, 10 Uhr).
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  • Erdbeben 2019: Die Grafik zeigt die Epizentralintensität, also die maximale Stärke der Fühlbarkeit aller von der Bevölkerung verspürten Beben. (Stand: 30.12.2019, 10 Uhr).
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Die meisten Erdbeben wurden dieses Jahr in Tirol beobachtet. Österreichweit liegt die Zahl der Erdbeben im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

ÖSTERREICH. Im Jahr 2019 registrierte das Stationsnetz des Erdbebendienstes der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) rund 9.400 weltweite seismische Ereignisse . In Österreich wurden im vergangenen Jahr 953 Erdbeben lokalisiert. Mit insgesamt 41 Ereignissen wurden in Österreich - wie schon im Vorjahr - relativ wenig Erdbeben verspürt. „Es gab heuer zwei stärkere Erdbeben, die von der Bevölkerung kräftig wahrgenommen wurden", sagte Rita Meurers, Seismologin der ZAMG, „beide Epizentren lagen in Gebieten, wo sich nur selten starke Erdbeben ereignen: im Tullnerfeld in Niederösterreich und bei Kufstein in Tirol."

Es wurden zwar einige Verputzrisse gemeldet, größere Schäden an Gebäuden habe es aber nicht gegeben, so die Expertin. "Instrumentell gemessen wurden im Jahr 2019 in Österreich 953 Erdbeben. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre", erklärte die Seismologin weiter.

Gefühlte Beben in Österreich seit 2000: Im Durchschnitt gibt es in Österreich 47 Beben spürbare Erdbeben pro Jahr. Der höchste Wert war 2013 mit 71 verspürten Erdbeben, der geringste 2002 mit 13. (Stand: 30.12.2019, 10 Uhr).
  • Gefühlte Beben in Österreich seit 2000: Im Durchschnitt gibt es in Österreich 47 Beben spürbare Erdbeben pro Jahr. Der höchste Wert war 2013 mit 71 verspürten Erdbeben, der geringste 2002 mit 13. (Stand: 30.12.2019, 10 Uhr).
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Meisten Erdbeben in Tirol 

In Tirol wurden im Jahr 2019 von der Bevölkerung laut ZAMG fünfzehn Erdbeben wahrgenommen. Somit ist Tirol, wie bereits in den vergangen Jahren, das Bundesland mit den meisten gefühlten Erdbeben. Sechs Beben wurden in Niederösterreich verspürt, jeweils vier in der Steiermark und in Oberösterreich. In Kärnten ereigneten sich 2019 zwei spürbare Erdbeben und in Vorarlberg eines. Außerdem wurden aus dem Ausland im vergangenen Jahr neun Beben in Österreich wahrgenommen: fünf aus Italien, zwei aus Deutschland und jeweils eines aus Slowenien und Liechtenstein.

1600 Wahrnehmungsberichte aus der Bevölkerung

Über das Online-Wahrnehmungsformular der ZAMG sind im Jahr 2019 mehr als 1600 Wahrnehmungsberichte eingelangt. Die Daten würde Auskunft über die Stärke der Fühlbarkeit eines Erdbebens geben und seien ein wesentlicher Beitrag zur Bestimmung der Erdbebengefährdung in Österreich, hieß es von der ZAMG.

Die Graphik zeigt, wie viele verspürte Erdbeben sich in den einzelnen Bundesländern und im angrenzenden Ausland im Jahr 2019 ereignet haben. (Stand: 30.12.2019, 10 Uhr).
  • Die Graphik zeigt, wie viele verspürte Erdbeben sich in den einzelnen Bundesländern und im angrenzenden Ausland im Jahr 2019 ereignet haben. (Stand: 30.12.2019, 10 Uhr).
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Die Magnitude ist ein Maß für die im Erdbebenherd freigesetzte Energie. Sie wird aus instrumentellen Aufzeichnungen (Seismogrammen) ermittelt, unabhängig von Schäden und Fühlbarkeit. Die Intensität beschreibt wiederum die Auswirkungen eines Bebens an der Erdoberfläche. Die meisten Länder in Europa, einschließlich Österreich, verwenden dafür die 12-stufige Europäische Makroseismische Skala 1998 (EMS-98).  

Die stärksten Erdbeben im Jahr 2019

Tullnerfeld, 16. April 2019: Das Epizentrum des Bebens vom 16. April um 11:51 Uhr lag etwa 9 Kilometer südwestlich von Tulln in Niederösterreich. Mit einer Magnitude von 3,1 war es das zweitstärkste Erdbeben des Jahres. Die Erschütterungen wurden zum Teil stark wahrgenommen und viele Menschen erschraken. Einige flüchteten auch ins Freie. Nach Berichten aus der Bevölkerung fielen Gegenstände um und Möbel bewegten sich deutlich. Beim Erdbebendienst der ZAMG gingen etwa 250 Wahrnehmungsberichte ein. Die Intensität erreichte maximal 4-5 Grad auf der zwölfstufigen Europäischen Makroseismischen Skala (EMS-98). Das Beben war im Umkreis von 20 bis 30 km spürbar.

Leoben, 21. Juni 2019: Am 21. Juni ereignete sich um 05:52 Uhr ein deutlich fühlbares Beben im steirischen Leoben. Die Magnitude betrug 2,6. Das Beben wurde vor allem in Leoben, St. Michael in der Obersteiermark, Trofaiach und Niklasdorf verspürt. Die Intensität betrug 3-4 Grad auf der EMS-98.

Bad Bleiberg, 5. August 2019: 
Deutlich fühlbar war ein Erdbeben am 5. August um 23:49 Uhr, das viele Menschen aus dem Schlaf weckte. Das Epizentrum lag bei Bad Bleiberg in Kärnten. Die Magnitude betrug 2,9. Vereinzelt wurde das Beben bis Feldkirchen und Bad Kleinkirchheim sowie im Raum Hermagor wahrgenommen. Die Maximalintensität betrug 4 Grad auf der Skala.

Schruns, 29. August 2019: Viele Menschen konnten am 29. August um 23:16 Uhr ein Erdbeben in Vorarlberg wahrnehmen, das sich in geringer Herdtiefe ereignete. Daher war es trotz der relativ kleinen Magnitude von 1,9 deutlich fühlbar. Besonders im Epizentrum bei Schruns wurden die Erschütterungen teilweise als stark und erschreckend beschrieben. Laut ZAMg gingen etwa 100 Wahrnehmungsberichte ein, die Intensität erreichte 4 Grad auf der EMS-98.

Tolmezzo (Italien), 22. September 2019: Das am stärksten verspürte Beben aus dem Ausland ereignete sich am 22. September um 14:58 Uhr nördlich von Tolmezzo in Italien. Bei einer Magnitude von 4,0 wurden die Erschütterungen von vielen Personen in Kärnten und in Osttirol deutlich verspürt. 

Kufstein, 23. Oktober 2019: Das stärkste Erdbeben des Jahres wurde am 23. Oktober um 01:35 Uhr nachts südöstlich von Kufstein in Tirol registriert und hatte eine Magnitude von 3,9. Zahlreiche Personen wurden durch die kräftigen Erschütterungen aus dem Schlaf geweckt. In vielen Fällen wurde eine starke Bewegung des gesamten Gebäudes und der Einrichtungsgegenstände beobachtet. Einige Verputzrisse wurden gemeldet. Das Beben wurde im Umkreis von etwa 35 km verspürt. Die Epizentralintensität erreichte 5 Grad auf der EMS-98.

Silz, 4. Dezember 2019: Mehr als 60 Meldungen langten, so die ZAMG, zum Beben vom 4. Dezember um 01:12 Uhr mit Epizentrum bei Silz in Tirol, ein. Die Erschütterungen wurden im Oberinntal zwischen Telfs und Roppen, in Mieming, Nassereith und in Teilen des Ötztals deutlich verspürt. Bei einer Magnitude von 2,4 betrug die makroseismische Intensität maximal 4 Grad auf der EMS-98.

Ein Überblick über die aktuellen seismischen Tätigkeiten der letzten Wochen in Österreich gibt die Webseite der ZAMG.

Autor:

Julia Schmidbaur aus Wieden

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