Exoskelett
Der Traum vom Gehen wird wahr

Teilnehmer Maximilian Pölzl mit Physiotherapeut Dennis Veit.
7Bilder
  • Teilnehmer Maximilian Pölzl mit Physiotherapeut Dennis Veit.
  • hochgeladen von Sophie Alena

Nach einer Querschnittslähmung wieder gehen zu können - davon träumen viele Betroffene. Das Exoskelett macht es möglich, dass Menschen nach Jahren im Rollstuhl wieder aufstehen können.

WIEDEN/MARGARETEN/LEOPOLDSTADT. Als Maximilian Pölzl 19 Jahre alt war, war die Welt in Ordnung. Der junge Wiener war sportlich, liebte das Klettern. Dann schlug das Schicksal zu.

Bei einem nächtlichen Spaziergang an Weihnachten stürzte er über ein Schwimmbad-Dach. "Ich bekam einen Anruf von der Polizei", erinnert sich seine Mutter. "Da lag er schon auf der Intensivstation."

Die Diagnose: Querschnittslähmung. Doch Pölzl ist ein Kämpfer. Er machte die Matura und studiert derzeit Jus an der Universität Wien. Und er lernte Unternehmensberater Gregor Demblin kennen, dem ein ähnliches Schicksal widerfuhr. Auch Demblin sitzt im Rollstuhl.

Mit seiner Firma setzt sich der Wiedner dafür ein, Querschnittsgelähmten ein Training mit dem Exoskelett zu ermöglichen. Ein solches kostet im Normalfall 120.000 Euro – unbezahlbar für viele. Demblins Physiotherapeut Dennis Veit ist nun mit einem Skelett nach Wien gekommen. Er erfüllt 35 Menschen mit Behinderung einen Traum: endlich wieder gehen zu können.

Mit Hilfe eines Motors können die Teilnehmer ihre ersten Schritte machen. Und, wie fühlt es sich an? "Es ist wahnsinnig anstrengend", gibt Pölzl zu, der bereits zum vierten Mal in ein Exoskelett schlüpfen durfte.

Schwierigkeit: Gleichgewicht halten

Dem kann Florian Dungl nur zustimmen. Der Herausgeber einer Zeitung versuchte sich zum ersten Mal an einem Skelett. "Ich bin total fertig", meinte er danach außer Atmen. Ein Gefühl, als wäre man eine Stunde im Fitnessstudio gewesen. Immer mit dabei beim Training: Dennis Veit. Er kennt das Gerät wie seine linke Westentasche und ist mit Feuereifer bei der Arbeit. "Auch wir Therapeuten müssen einmal in das Exoskelett", erzählt er. "Und laufen meist viel schlechter als die Patienten."

"Ich hab ganz vergessen, wie groß du bist. Ich war überwältigt" - so die Reaktion von Pölzls Mutter als sie ihren Sohn zum ersten Mal im Exoskelett gesehen hat.

Das Schwierigste: Das Gleichgewicht halten. Und der Kreislauf muss stabil sein. Auch deshalb steht Veit immer hinter seinen Patienten – zur Absicherung. Aber das Gehen funktioniert schon sehr gut, der Therapeut ist zufrieden. Und die Mama auch. "Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich nur: Ich hab ganz vergessen, wie groß du bist. Ich war überwältigt", sagt sie. "Das ist das Schöne: Endlich wieder auf Augenhöhe zu sein", sagt Initiator Demblin, während Pölzl sich das Exoskelett wieder auszieht. Und bis über beide Ohren strahlt.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen