Der Verein "Wiener Wortstätten" steht vor dem Aus

Hans Escher und Bernhard Studlar (rechts) gründeten den Verein 2005. Nun wurden die Fördergelder gestrichen.
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WIEDEN. Der in der Schönbrunner Straße 9 gelegene Verein "Wiener Wortstätten" bietet etwas Einzigartiges. Er begleitet junge Dramatiker, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die jedoch auf Deutsch schreiben, von der Idee bis zum fertigen, bühnenreifen Text.

Gegründet wurden die "Wiener Wortstätten" im Jahr 2005 von Hans Escher und Bernhard Studlar. Sie wollen ein internationales Netzwerk aufbauen und junge Autoren fördern, die sich mit zeitgenössischer Dramatik befassen. "Eine Arbeit, welche Theater selber immer weniger machen, weil sie immer weniger Zeit und Geld haben", so die Initiatoren der "Wortstätten". Dieser Basisarbeit droht nun das Aus.

Absage ohne Grund

Nun rätseln Hans Escher und Bernhard Studlar, woran es möglicherweise scheiterte: "Wir haben keine wirtschaftlichen Erfolge, wie andere Vereine oder Betriebe, wir können auch keine Anzahl an verkauften Karten herzeigen." Denn Erfolg sieht in den "Wiener Wortstätten" anders aus: Ziel ist, dass sich Autoren weiterentwickeln und ihre Stücke im besten Fall gespielt werden.

Den Grund, warum es zur Ablehnung des Förderantrages gekommen ist, haben die "Wiener Wortstätten" nicht erfahren. Aus dem Büro des Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny heißt es auf bz-Anfrage, dass sich der Stadtrat nach den Empfehlungen einer Jury richtet, welche sich die Projekte ansieht und beurteilt. Eine Begründung, warum Projekte abgelehnt werden, sei nicht üblich. Damit sollen Diskriminierungen und Feindschaften zwischen Betrieben und Gruppen vermieden werden.

Chance für junge Autoren

Die Wiener Wortstätten verbessern Texte von Jungautoren. Unter anderem werden diese auf ihre Spielbarkeit überprüft und mit einem professionellen Team erprobt. Einmal im Monat veranstalten die Wortstätten eine öffentliche Lesung, bei der der Text einem breiteren Publikum vorgelesen wird. Das Publikum wird danach aufgerufen, Feedback zu geben. Doch mit der Ablehnung der Förderung hängt nicht nur die Vermittlungs- und Entwicklungsarbeit von jungen Autoren nichtdeutscher Muttersprache am seidenen Faden. Auch andere von den Wiener Wortstätten ausgehende Initiativen, wie der "Exil-Dramatikerpreis", der an Autoren verliehen wird, sind davon betroffen.

Einige, die bei den Wortstätten angefangen haben, spielen ihre Stücke nun auf den großen Bühnen Wiens. "Aber kaum jemand weiß, dass Autoren wie Dimitré Dinev, Julya Rabinowich oder Ewald Palmetshofer hier bei uns angefangen haben", so die Gründer des Vereins. Das ist der stille Erfolg, auf welchen der Verein auf die vergangenen zwölf Jahre zurückblicken kann.

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