nach antrag der fpö mariahilf:
Kettenbrücke soll zur Begegnungszone werden

<f>Verkehrs-Hotspot Kettenbrücke:</f> FPÖ-Klubobmann Robert Sedlak (l.) und FPÖ-Bezirksparteiobmann Leo Kohlbauer.
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  • <f>Verkehrs-Hotspot Kettenbrücke:</f> FPÖ-Klubobmann Robert Sedlak (l.) und FPÖ-Bezirksparteiobmann Leo Kohlbauer.
  • Foto: FPÖ Mariahilf
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Pläne für neue Begegnungszone: MA 28 (Straßenbau) gibt grünes Licht für Verkehrsberuhigung.

WIEDEN / MARGARETEN / MARIAHILF. Mariahilfer Straße, Schleifmühlbrücke, Otto-Bauer-Gasse: Der kleinste gemeinsame Nenner der drei ist die Begegnungszone – und die Diskussion darüber. Bei letzterer wurde von der Mariahilfer FPÖ im Zuge der Umbaupläne als Veto sogar die Volksanwaltschaft eingeschaltet.

Fiel die Kritik in der Otto-Bauer-Gasse heftig aus, tönt es in Sachen Begegnungszone von FPÖ-Seiten nun ganz anders: Die Kettenbrücke soll laut der Partei nämlich zu eben so einer umgestaltet werden. Man sei ja nicht prinzipiell gegen Begegnungszonen, so der Mariahilfer FPÖ-Bezirksparteiobmann Leo Kohlbauer. "Aber nicht überall ergeben sie auch Sinn." Der Knackpunkt: Für eine solche Verkehrsberuhigung müssen wohl oder übel Parkplätze weg. Befürchtete man in der Otto-Bauer-Gasse den Wegfall von bis zu 200 Stellplätzen im Grätzel, sollen es diesmal laut FPÖ nur sechs sein. "Das ist kein Problem. Direkt neben der Kettenbrücke ist der Naschmarkt-Parkplatz, der das problemlos kompensiert“, so FPÖ-Klubobmann Robert Sedlak.

Der diesbezügliche FPÖ-Antrag für eine Begegnungszone wurde schon vor einem Jahr gestellt. Jetzt hat auch die MA 28 (Straßenbau) nach Prüfung grünes Licht gegeben. "Nun bedarf es einer Abstimmung im Ausschuss und der Bezirksvertretung. Positive Signale der anderen Fraktionen gibt es bereits", ist Kohlbauer zuversichtlich. Auf bz-Nachfrage sprechen sich Neos und Grüne in Mariahilf für eine Begegnungszone aus, kritisch sieht den Plan die ÖVP: "Aufgrund des Verkehrsaufkommens in beiden Richtungen ist ein gefahrloses Queren der Fußgänger nur schwer möglich", meint Obmann Gerhard Hammerer.

Noch viele offene Fragen

Der Mariahilfer Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (SPÖ) habe bereits "2016 nach dem Erfolg der Begegnungszone auf der Schleifmühlbrücke eine weitere Begegnungszone auf der Kettenbrücke angedacht." Man steht aber noch mitten in der Entwicklungsphase: Der finanzielle Rahmen ist noch nicht abgesteckt, der Nachbarbezirk Margareten in den Prozess noch nicht eingebunden. "Wenn wir eingeladen werden, sind wir natürlich zu Gesprächen bereit", heißt es von dort.

Bevor ein erstes Treffen stattfindet, müssen laut Rumelhart aber noch andere Maßnahmen geklärt werden: etwa wie angrenzende Flächen am Naschmarkt und Flohmarkt aussehen sollen. "Auch der Lückenschluss des Radwegs an der Wienzeile spielt eine Rolle." Einen genauen Zeitplan gebe es noch nicht. "Aber diese Fragen werden uns sicher auch nächstes Jahr beschäftigen", so Rumelhart.

Bürger sollen abstimmen

Betroffen wären auch zahlreiche Bewohner der Kettenbrückengasse – auf Wiedner und Margaretner Seite. Positive Signale der Wiedner Fraktionen gibt es bereits. Vor allem die Grünen würden eine derartige Aktion begrüßen. "An sich liegt die Kettenbrücke ja nicht in unserem Bezirk. Sie gehörte jedoch früher auch zur Wieden", erinnert sich Bezirks-Vize Barbara Neuroth. "Ich denke, dass das auch für die Kettenbrückengasse sehr gut wäre – vor allem verkehrstechnisch." Im Rahmen dieser Diskussion möchte man sich auch eine mögliche 30er-Zone in der Gasse ansehen. "Der Antrag kommt in die Verkehrs- und Planungskommission", so Neuroth. 

Weniger begeistert von der Idee zeigt sich die ÖVP Wieden. „Wir stehen diesen Plänen sehr ablehnend gegenüber, denn hier soll nun wieder mutwillig Stau produziert werden", sagt Bezirksrat Johannes Pasquali. "Jedenfalls sollten auch hier die direkt betroffenen Bürger die Möglichkeit haben, darüber abzustimmen", ergänzt er.  In der Bezirksvorstehung ist man von der Idee einer Begegnungszone angetan. "Wir sind ja nur ein Anrainerbezirk, aber stehen dem Ganzen sehr positiv gegenüber", so Bezirks-Chef Leo Plasch (SPÖ). "Wenn wir vom 6. Bezirk außerdem wieder so toll eingebunden werden, wie schon bei der Schleifmühlbrücke, dann natürlich sowieso."

Anbindung Kettenbrücke

In Margareten ist man geteilter Meinung. Die Bezirksvorstehung ist zu Gesprächen bereit. "Wenn der 6. Bezirk an uns herantritt, sprechen wir natürlich gerne darüber", so Bezirks-Chefin Susanne Schaefer-Wiery (SPÖ). Auch die Grünen Margareten sind für Debatten offen. "Wir stehen dem Ganzen generell sehr positiv gegenüber", sagt Bezirks-Vize Nikola Furtenbach.

Anders sieht man das bei der FPÖ. „Die Begegnungszone auf der Kettenbrücke sehen wir kritisch, weil dadurch eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Margareten und Mariahilf verloren ginge", so Bezirksparteiobmann Andreas Guggenberger. "Dazu kommt der aktuelle U-Bahn-Umbau bei der Pilgramgasse: Die Margaretner dürfen nicht von der Wienzeile und vom 6. Bezirk abgeschnitten werden.“

Achtung U-Bahn-Bau

Die ÖVP stimmt der freiheitlichen Partei zu und verweist auch auf die zuständige Magistratsabteilung: "Wir sehen dieses Vorhaben wegen der hohen Verkehrsfrequenz sehr kritisch", sagt Klubobmann Alexander Maly.
Er tritt dafür ein, dass die Begegnungszone in jedem Fall erst nach Beendigung des U-Bahn-Baus kommt: "Nach der Sperre der Schleifmühlgasse ist die Kettenbrückengasse die Verbindung von Margareten in den 6. Bezirk, auch die U-Bahn-Sperren in den nächsten Jahren muss man mitbedenken." Weiters möchte er nicht ohne vorheriger Bürgerbefragung vorgehen.

&lt;f&gt;Verkehrs-Hotspot Kettenbrücke:&lt;/f&gt; FPÖ-Klubobmann Robert Sedlak (l.) und FPÖ-Bezirksparteiobmann Leo Kohlbauer.
Diskussion um die Kettenbrücke: Soll hier – wie schon auf der Schleifmühlbrücke – eine Begegnungszone entstehen?
Autor:

Yvonne Brandstetter aus Penzing

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