Kunstdiebstahl
Krimi auf der Wieden

Ein Replikat des berühmten "Canaletto-Blick" wurde während Bauarbeiten offenbar entwendet.
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  • Ein Replikat des berühmten "Canaletto-Blick" wurde während Bauarbeiten offenbar entwendet.
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Ein Replikat des berühmten "Canaletto-Blick" wurde während Bauarbeiten offenbar entwendet.

WIEDEN. Es hing damals noch im Gasthof Sperl in der Karolinengasse. Wäre es nach den Wünschen der Grünen gegangen, hätte es ins Bezirksmuseum übersiedeln sollen. Nun ist es weg. Die Rede ist von einem Gemälde. Dieses zeigt den sogenannten "Canaletto-Blick" vom Oberen Belvedere, ist jedoch ein Replikat des Originals.

Es war Mitte des 18. Jahrhunderts, als der Künstler Bernardo "Canaletto" Bellotto (1722–1780) auf dem Balkon des Oktogon-Zimmers jenes Meisterwerk schuf, das die Stadt mehr als 250 Jahre später noch beschäftigen sollte. Als "Canaletto-Blick" wird allgemein die Perspektive vom Oberen Belvedere auf die Wiener Innenstadt bezeichnet. Dieser berühmten Ansicht widmete das Belvedere im Juni sogar eine eigene Ausstellung.

25 Quadratmeter groß

Der ehemalige Gasthof Sperl in der Karolinengasse wurde mit Ende Juni zum Teil abgerissen – danach gab es einen Baustopp. Nun wurde das Gebäude vom neuen Eigentümervertreter der Firma Chez Karoline, Martin Hirl, winterfest gemacht. Während der Bauarbeiten soll dabei ein 25 Quadratmeter großes, schwarz-weißes Replikat des "Canaletto-Blick" nun abhanden gekommen sein. Es handelt sich zwar nicht um das Original, doch um ein 10.000-Euro-Werk.

"Wir haben derzeit noch nicht viele Infos über die Vorgänge", sagt Polizeisprecher Daniel Fürst, "aber es ist verschwunden und wir ermitteln gegen Unbekannt." Die Eigentümerfirma Chez Karoline war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bild war nicht gesichert

Gerne wird der "Canaletto-Blick" als der Maßstab für die Sicht auf Wien bezeichnet. Doch die Aussicht hat sich seit der Entstehung verändert. Ab 1858, als damit begonnen wurde, die Stadtmauer abzureißen und ab den 1960er-Jahren, als das Gartenbauhochhaus und das Hilton aus dem Boden gestampft wurden.

Bezirksvize Barbara Neuroth (Grüne) kann es kaum glauben, dass das Replikat verschwunden ist. "Es wundert mich, dass der Eigentümer das Bild nicht gesichert hat."

Nachdem das Bild im ehemaligen Gasthof Sperl gehangen war, interessierte sich das Bezirksmuseum dafür. "Leider haben Geld und Platz nicht gereicht", so Neuroth.

Ein Replikat des berühmten "Canaletto-Blick" wurde während Bauarbeiten offenbar entwendet.
Die Polizei fahndet nach diesem Bild des "Canaletto-Blick". Die Maße des gigantischen Bildes: 3,5 mal 7 Meter.
Autor:

Yvonne Brandstetter aus Penzing

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