Wo bleibt der Winter?
Mitte Jänner: Es ist viel zu warm!

Inversionswetterlage auf den Bergen

Vom östlich gelegenen Jauerling über den Kolomansberg (Salzkammergut) bis zu Langen am Arlberg: Die Temperaturen in Österreich sind für richtiges Winterfeeling ungewöhnlich hoch.

ÖSTERREICH. Ein intensives Islandtief, gepaart mit einer Inversionswetterlage, ist derzeit für die Wetterlage im Alpenraum verantwortlich, der Atlantik ist sehr aktiv, es bilden sich dort kräftige Tiefdruckgebiete. Sie schaufeln relativ milde Luft in den Alpenraum hinein und sorgen bei uns für stabiles Hochdruckwetter. Erst dann, wenn sich der Islandwirbel abschwäche, gebe es Chancen auf mehr Niederschläge, so die Experten.

Extremwerte in Österreich

Auf den Messstationen in Ostösterreich werden ungewöhnlich milde Temperaturen verzeichnet. So hat es am Kolomansberg derzeit über 11 Grad, auf der Rax (Niederösterreich) werden 8,4 Grad verzeichnet, am Jauerling, ebenso Niederösterreich, 8,5 Grad.

Aber auch im Westen liegen die Temperaturen deutlich über den für diese Jahreszeit gewöhnlichen: So hat es am Hahnenkamm in Tirol derzeit 8,2 Grad, in Langen am Arlberg 7,1 Grad, in Feldkirch (Vorarlberg) werden 8,7 Grad gemessen, Salzburg-Freisaal: 8,8 Grad.

Sind diese Temperaturen wirklich so ungewöhnlich? Wir haben nachgefragt. Schuld an den in Berglagen relativ hohen Temperaturen ist laut Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) eine Inversionswetterlage, die im Jänner gar nicht so selten vorkomme: unten kalt, vor allem in der Früh, oben relativ mild. Für den Tourismus ist diese Wetterlage freilich nicht besonders förderlich, vor allem, wenn der Schnee in höheren Lagen durch die milden Temperaturen schmilzt.

"Je höher man derzeit hinaufkommt, desto höher die Temperaturen", so Orlik. Vor allem im Winter, wenn die Sonneneintrahlung niedrig ist, komme es in den Niederungen häufig zu Nebelbildung. Derzeit sei diese Wetterlage etwa am Beispiel Rax gut sichtbar: 8,5 Grad auf 1.550 Metern, im Tal unten, also in Reichenau, minus 4,3 Grad. Keine außergewöhnliche Situation, so Orlik: Die Höchstwerte im Jänner 2018 lagen dort am Gipfel bei 9 Grad, im Jahr davor bei 8,6 Grad, im Jänner 2016 lagen sie bei 7,8 Grad. Die Rekordwerte  wurden dort am 8. Jänner 2005 mit frühlingshaften 13,9 Grad verzeichnet.
 

Aktuelle Messwerte :

Kolomansberg 11,4 °C
Feuerkogel 8,7 °C
Kolm-Saigurn 8,7 °C
Rax 8,4 °C
Hahnenkamm 8,2 °C
Bärnkopf 8,2 °C
Loferer Alm 8,0 °C
Langen am Arlberg 7,1 °C
Schöckl 6,6 °C
Fraxern 9,7 °C
Alberschwende 9,4 °C
Feuerkogel 9,2 °C
Salzburg-Freisaal 8,8 °C
Feldkirch 8,7 °C
Mönichkirchen 8,7 °C
Jauerling 8,5 °C

So geht es weiter

Für die Semesterferien, die im Osten Österreichs in der Woche vom 3. Februar beginnen, gibt es aber gute Nachrichten: So soll es laut Meteorologe Stefan Kiesenhofer von der ZAMG bereits am kommenden Wochenende schneien: "Ein Tiefdruckeinfluss bringt uns ab Samstag Neuschnee, vor allem am Alpennordrand", so Kiesehofer. Zu erwarten sind 20 bis 30 Zentimeter, mancherorts sogar mehr, die Temperaturen liegen wieder im "Winterbereich". Im Flachland kann es vereinzelt ebenso schneien, oft komme es aber zu gefrierendem Regen. 

Am kommenden Montag ändert sich die Wetterlage dann allerdings erneut, auf den Bergen wird es wieder milder und sonniger, mit wenig Chancen auf Neuschnee, im Tal dafür wieder nebelig und kälter, erneut stellt sich eine Inversionawetterlage ein. Die gute Nachricht: Der Wintereinbruch am Wochenende bringt den Skifans, die sich auf die Semesterferien freuen, eine schöne Schneedecke.

Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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