Schildbürgerstreich im Gemeindebau: Stufen zum Abstellraum für Rollstühle

Die zwölf Stufen bis zum Abstellraum für den Rollstuhl sind für Stefan Wetschka ein unüberwindbares Hindernis.
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HIETZING. Stefan Wetschka ist aufgrund massiver Knieprobleme auf den Rollstuhl angewiesen. Kurze Strecken kann er zu Fuß bewältigen, alles andere ist für ihn zu viel. Seinen Rollstuhl würde er gerne vor der Tür seiner Hietzinger Gemeindebauwohnung abstellen. Seine 35 Quadratmeter große Wohnung ist ihm dafür zu klein.

In der Anlage gibt es einen Abstellraum für Rollatoren und Rollstühle. "Dieser ist aber nur über zwei Brandschutztüren und zwölf Treppenstufen erreichbar", sagt Wetschka. "Die Stufen sind unüberwindbar und die Türen sehr schwer." Tatsächlich ist der Raum nur von außen barrierefrei erreichbar. "Von meiner Wohnung ist er sehr weit weg", so Wetschka. Es stelle sich die Frage, wie er seine Wohnung nach Abstellen des Rollstuhls zu Fuß erreichen soll. Wetschkas Lösungsvorschlag: "Vor meiner Wohnung gibt es genug Platz. Aber das wird mir verboten." Auch Grünen-Bezirksrätin Andrea Diawara konnte nicht vermitteln.

Hilfe bei Antrag

Der Grund für das Verbot: Das Abstellen von Gegenständen ist aus Brandschutzgründen in Stiegenhäusern nicht erlaubt. "Das ist aber keine Stiege, sondern ein Arkadenhof", so Wetschka. Auf Anfrage heißt es dazu von Wiener Wohnen, dass das Feuerpolizeigesetz für alle Teile einer Wohnhausanlage gelte, also auch für den Arkadenhof. Auch der Abstellplatz im Keller wird verteidigt. Dieser sei in Abstimmung mit den Mietern eingerichtet worden.

Wiener Wohnen sei nicht für die Entscheidung über feuerpolizeiliche Fragen zuständig, sagt Wiener-Wohnen-Sprecher Markus Leitgeb. "Das muss die MA 36 machen." Es sei möglich, bei der MA 36 einen Genehmigungsantrag zu stellen. "Gerne sind wir von Wiener Wohnen auch dabei behilflich", so Leitgeb. Wiener Wohnen könne auch selbst um eine Genehmigung ansuchen, sollte Wetschka das wünschen. "Unsere Mitarbeiter helfen gerne, falls Herr Wetschka beim Erstellen von Skizzen oder dem Anfertigen von Fotos Hilfe benötigen sollte." Diese Skizzen seien die Grundlage für die Beschlussfassung der MA 36. "Wenn es keine feuerpolizeilichen Einwände gibt, steht der Abstellfläche vor der Wohnung nichts mehr im Wege."

Abstellbox als Alternativlösung

Doch auch im Fall einer Ablehnung gebe es noch weitere Möglichkeiten. "Als Alternative könnte sich Wiener Wohnen um die Aufstellung einer möglichst nahen Box für den Rollstuhl bemühen", so Leitgeb. "Unsere Kundenmanagerin könnte gemeinsam mit dem Mieter nach einem geeigneten Platz dafür suchen." Die Anlage werde außerdem gerade saniert. Vielleicht entstehe ja dabei Raum für Stellplätze.

Die zwölf Stufen bis zum Abstellraum für den Rollstuhl sind für Stefan Wetschka ein unüberwindbares Hindernis.
Zwei Brandschutztüren erschweren noch zusätzlich den Zugang zu dem Abstellraum für Rollatoren und Rollstühle.

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