Lawinen, Muren, Überschwemmungen
Straßensperren nach schweren Unwettern

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„Wegen umgestürzter Bäume, Muren- und Lawinenabgängen sind im Raum Kärnten und Tirol mehrere Straßen gesperrt“, meldet die ÖAMTC-Mobilitätsinformation. Auch Salzburg kämpft gegen Hochwasser. Und: Für weitere Unwetter gibt es noch keine Entwarnung.

ÖSTERREICH. Während die Wienerinnen und Wiener ein prächtiges Novemberwochenende mit nahezu frühlingshaften Temperaturen genießen konnten, hat es in Teilen Österreichs massive Unwetter gegeben, mancherorts verbunden mit extremen Schnee- und Regenmengen. Nach Unwetterwarnungen für bestimmte Gebiete in Österreich - vor allem in Kärnten und Osttirol - bleiben die Schulen in Osttirol und Teilen Kärntens geschlossen, in Kärnten wurde eine Zivilischutzalarm-Vorwarnung herausgegeben.

+ Zivilschutzwarnungen in Salzburg
+ Damm in Kärnten gebrochen - Straßen gesperrt

Der Autofahrerclub ÖAMTC hat am Sonntag bekanntgegeben, welche Straßen nach den Unwettern gesperrt sind. Manche Orte sind von der Umwelt gänzlich abgeschnitten. Besonders betroffen sind dabei das Lesach- und Mölltal. 

Prekäre Situation in Kärnten

Aufgrund der Lawinengefahr, starker Regenfälle und zahlreicher Straßensperren bleiben am Montag zahlreiche Schulen in Oberkärnten geschlossen. Konkret sind das sämtliche Schulen im Bezirk Spittal/Drau sowie im Bezirk Hermagor das Bildungszentrum St. Lorenzen im Lesachtal. Das gab Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser am Sonntag bekannt. Begründet werden die Schulschließungen damit, dass sich die Situation im Bezirk in den letzten zwei Stunden dramatisch zugespitzt hat. So gab es zahlreiche Muren und Rutschungen infolge des derzeit anhaltenden Starkregens, Straßensperren auf der B 88 Kleinkirchheimer Straße, B 107 Großglockner Straße sowie B 106 Mölltal Straße und es besteht hohe Lawinengefahr im Bereich des oberen Mölltales.

Der Verbund mit seinen zehn Kraftwerken entlang der Drau musste den größten Stausee des Flusses, den Völkermarkter Stausee, bis Samstagmittag um 4,5 Meter unter das Normalniveau absenken, um so Hochwasser zu vermeiden. Man gehe jetzt von einem zehn- bis 30-jährigen Hochwasser aus, hieß es. Der Faaker See und der Keutschacher See sind bereits über die Ufer getreten.

Lesen Sie mehr über die Lage in Kärnten:
++ Die Lage in Kärnten

Regen- und Schneewarnung für manche Teile Österreichs

Stromversorgung in Osttirol teils gekappt

Rund 2.000 Haushalte in Osttirol waren Sonntagmittag ohne Strom. Die schweren Niederschläge führten laufend zu Baumstürzen. Die Folge: Seile rissen ein, hieß es seitens der Tinetz-Stromnetz Tirol AG. Der Stromversorger sprach von einer "noch nie dagewesenen Situation".
Aufgrund der derzeitigen Wettersituation empfahl die Bildungsdirektion für Tirol allen Pflichtschulen sowie den mittleren und höheren Schulen im Bezirk Lienz, auch am Montag, 18. November, als vorbeugende Sicherheitsmaßnahme ihre Türen geschlossen zu halten. „Aktuell wäre es für die Kinder zu gefährlich, sich im Freien aufzuhalten. Aus Sicherheitsgründen sollten daher auch die Kindergärten geschlossen bleiben“, wurde auch den Gemeinden als Kindergartenbetreiber empfohlen. Für die weiteren Tage wird die Situation am Montag neu bewertet.
Im Prägratener Ortsteil Bobojach ist es am Sonntag gegen Mittag zu einem Lawinenabgang gekommen. „Der Lawinenabgang verlief glimpflich. Es wurde niemand verletzt. Die Expertinnen und Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung haben das Ereignis bereits analysiert. Als vorbeugende Vorsichtsmaßnahme werden die 70 Bewohnerinnen und Bewohner von Bobojach vorübergehend im Gemeindezentrum untergebracht. 
Nach den bereits extremen Niederschlägen in Osttirol und Südtirol sowie am Nordtiroler Hauptkamm werden mit einer kurzen Pause am Montag bis einschließlich Mittwoch nochmals bis zu 90 -200 Liter Regen und, oberhalb von 2.000 Metern, 1,5 bis 2 Meter Neuschnee erwartet. Die Folgen: Überflutungen, Muren, Schneebruch, Stromausfälle, Straßensperren, große Lawinengefahr.

Lesen Sie mehr über die Lage in Tirol:
++ Die Lage in Tirol

Schwere Regenfälle in Salzburg

Zu schweren Problemen durch die starken Regenfälle ist es auch im Bundesland Salzburg, vor allem in südlichen Teilen des Bundeslandes, gekommen. In mehreren Orten sind Dutzende Menschen ohne Straßenverbindung, 13 Gebäude mussten im Pinzgau laut Bezirkshauptmann vorsorglich evakuiert werden. Bis in die Nacht ist für den Pinzgau und Pongau heute ergiebiger Niederschlag vorhergesagt. Die Einsatzkräfte und Behörden in den südlichen Landesteilen bereiten sich daher auf mögliche Muren, Hangrutschungen und lokal über die Ufer tretende Bäche und Flüsse vor.

Der Katastrophenschutz des Landes empfiehlt, in den betroffenen Gebieten nicht notwendige Autofahrten zu vermeiden, die Gefahr von Dachlawinen, den Lawinenlagebericht und Informationen zur aktuellen Verkehrslage zu beachten.
Lesen Sie mehr über die Lage in Salzburg:
++ Die Lage in Salzburg
++ Zivilschutzwarnungen in Salzburg

Derzeit sind folgende Bundesstraßenzüge gesperrt

- B88, Kleinkirchheimer Straße zwischen Bad Kleinkirchheim und Radenthein
- B99, Nassfeld Straße: Staatsgrenze Nassfeld
- B99 Katschberg Straße zwischen Lieserbrücke und Trebesing, Kremsbrücke und Eisentratten, AS A10 - Rennweg-Katschberg und Landesgrenze Salzburg / Kärnten
- B107, Großglockner Straße zwischen Heiligenblut - Glocknerstraße und Döllach, Landesgrenze Kärnten / Tirol und Winklern
- B111, Gailtal Straße zwischen Landesgrenze Kärnten / Tirol und Kötschach
- B186, Ötztal Straße zwischen Huben und Sölden

„Auch sehr viele Landesstraßen sind von den Unwetterfolgen betroffen, wodurch Orte teilweise von der Außenwelt abgeschnitten sind. Es ist ratsam, sich bei Fahrten in Süd- und Westösterreich unbedingt vorab zu informieren“, so der ÖAMTC.

Eine Entspannung der Situation ist derzeit nicht in Sicht. Es besteht höchste Warnstufe für weitere Unwetter. Erst ab der zweiten Wochenhälfte ist Wetterberuhigung zu erwarten.

Alle Informationen zu aktuellen Verkehrsinformationen unter www.oeamtc.at/verkehrsservice

Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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