Umfrage in ganz Österreich
Übertreibt die Regierung mit ihren Maßnahmen?

Teilweise sehr unterschiedlich beurteilen die Österreicherinnen und Österreicher die Maßnahmen der Regierung, abhängig von Alter, Geschlecht und Wohnort.
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  • Teilweise sehr unterschiedlich beurteilen die Österreicherinnen und Österreicher die Maßnahmen der Regierung, abhängig von Alter, Geschlecht und Wohnort.
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Bei einer repräsentativen, österreichweiten Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut "Karmasin Research & Identity" zur Meinung der Österreicherinnen und Österreicher über die aktuelle Lage rund um das Corona-Virus durchgeführt hat, fühlen sich 38 Prozent sehr oder etwas bedroht. Diese und viele weitere Erkenntnisse gehen aus der Umfrage hervor.

ÖSTERREICH. Die einleitende Frage der repräsentativen Umfrage drehte sich um das Ausmaß der Bedrohung: Inwiefern fühlen Sie sich und Ihre Familie vom Corona-Virus bedroht? In der Woche vom 11.-16 März fühlten sich nur acht Prozent sehr bedroht, zwischen 16. und 18. März schon 15 Prozent.

Vorarlberger und Tiroler am entspanntesten

Gar nicht bedroht sehen sich und ihre Familie eher Frauen (18 Prozent) im Gegensatz zu Männern (zwölf Prozent), und Junge zwischen 16 und 29 Jahren (17 Prozent) oder Ältere ab 50 (ebenfalls 17 Prozent) - im Gegensatz zu 30-49-Jährigen (12 Prozent).

Obwohl es in Tirol die meisten Fälle in Relation zu den übrigen Bundesländern gibt, fühlen sich nur acht Prozent der Tiroler und Vorarlberger sehr bedroht. Am ängstlichen sind die Steirer und Kärntner (21 Prozent), gefolgt von den Wienern (18 Prozent). Die Oberösterreicher und Salzburger sehen die Lage relativ entspannt - 16 Prozent von ihnen fühlen sich sehr bedroht.

Mit den Corona-Maßnahmen geht es den Niederösterreichern und Burgenländern am besten - 51 Prozent haben kein Problem mit Homeoffice, Quarantäne, Ausgehbeschränkungen & Co., gefolgt von den Tirolern und Vorarlbergern (47 Prozent finden die Maßnahmen ok). Für 46 Prozent der Generation 50plus stellen die Maßnahmen kein Problem dar, aber nur für 38 Prozent der Jungen.

Sperren von Unis, Schulen, Kindergärten

Das Sperren von Bildungseinrichtungen sehen die Niederösterreicher, Burgenländer (18%), Oberösterreicher und Salzburger (13%) besonders problematisch,  aber nur vier Prozent der Tiroler und Vorarlberger. Bei den Wienern, Steirern und Kärntnern beantworteten nur zehn Prozent, dass ihnen diese Maßnahme besonders schwer fällt. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich, dass Männer damit ein größeres Problem haben (14 Prozent) als Frauen (nur neun Prozent).

Grenze zu - wen juckt es?

Ein Fünftel der Steirer und Kärntner stört das Sperren der Grenzen zu den Nachbarländern besonders, 14 Prozent der Oberösterreicher, Salzburger, Tiroler und Vorarlberger finden die Grenzschließungen besonders störend. Wiener zu zwölf Prozent, Niederösterreicher und Burgenländer hingegen nur zu neun Prozent.

33 Prozent sind im Homeoffice

Wer arbeitet überhaupt von zu Hause aus? Gut ein Drittel (21 Prozent voll, elf Prozent teilweise) der Österreicher arbeitet jetzt daheim, die meisten finden sich in Wien (23 Prozent voll, 13 Prozent teilweise) und in Oberösterreich und Salzburg (27 Prozent  voll, fünf Prozent teilweise), die wenigsten in der Steiermark und Kärnten (18 Prozent voll, 13 Prozent teilweise), Niederösterreich und dem Burgenland (14 Prozent, 16 Prozent teilweise). Das Thema Homeoffice ist dafür für Niederösterreicher und Burgenländer am mühsamsten (23 Prozent), für Tiroler und Vorarlberg (21 Prozent arbeiten voll daheim, sechs Prozent teilweise) stellt das nur bei vier Prozent der Befragten ein Problem dar. 

Geschlossene Geschäfte - ein Problem?

Auch die beschränkten Öffnungen der Geschäfte stört im Osten viel mehr Menschen als im Westen: Konkret trifft das 24 Prozent der Niederösterreicher und Burgenländer besonders hart, hingegen nur 14 Prozent der Oberösterreicher und Salzburger, 13 Prozent der Wiener finden diese Maßnahme sehr einschränkend. 

Die Besuchsbeschränkungen in Spitälern und Pensionistenhäusern stellt für 18 Prozent der Wiener, Steirer und Kärntner das größte Problem dar, für nur zehn Prozent der Niederösterreicher und Burgenländer. Die Quarantäne-Maßnahmen für einzelne Gemeinden stößt am meisten den Steirern und Kärntnern (elf Prozent) auf, am wenigsten den Oberösterreichern und Salzburgern - nur drei Prozent  finden diese Maßnahme sehr störend.

Meiste Kündigungen im Westen

Zwei Prozent der Befragten österreichweit sind gekündigt worden, zu drei Prozent Frauen und einem Prozent Männer. Von Kündigungen sind laut der Umfrage am meisten Tiroler und Vorarlberger betroffen: Fünf Prozent gaben an, gekündigt worden zu sein. Am wenigsten mit nur einem Prozent Niederösterreicher, Burgenländer, Oberösterreicher und Salzburger.

Tut die Regierung genug, oder übertreibt sie?

Schließlich ging es um die zur Zeit viel diskutierte Frage, ob die Regierung mit ihren Maßnahmen übertreibt, oder genügend Maßnehmen setzt: In der Woche vom 11. bis 16. März fanden erst 60 Prozent der Österreicher, die Regierung tue genug, um die Verbreitung der Viren zu unterbinden. Zwischen 16. und 18. März (als es bereits strenge Bestimmungen gab) hat sich das auf 74 Prozent gesteigert. Vor allem Frauen (83 Prozent) sind dieser Meinung, Männer zu 66 Prozent. Unter den Oberösterreichern und Salzburgern sind 80 Prozent der Meinung, dass die Regierung genug tue, um das Virus einzuschränken, gefolgt von den Wienern mit 78 Prozent, während diese Meinung nur 64 Prozent der Burgenländer und Niederösterreicher  vertritt.

Anders gefragt: Sind die Maßnahmen übertrieben? Nur sieben Prozent sehen das so, neun Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen. In der Altersgruppe 16-29-Jährige sind die meisten dieser Meinung (14 Prozent), unter den 30-49-Jährigen sehen das nur mehr drei Prozent so, und die Generation 50plus ist zu sechs Prozent der Meinung, die Regierung übertreibe. Bundesländer spezifisch betrachtet: Zwölf Prozent der Wiener beantworten diese Frage mit "ja", gefolgt von Niederösterreichern und Burgenländern (8 Prozent), aber nur drei Prozent der Tiroler und Vorarlberger finden das auch.

Dass die Regierung hingegen zu wenig tut, finden 24 Prozent der Niederösterreicher und Burgenländer, aber nur sechs Prozent der Wiener.

Online Umfrage
n=800, rep. für österreichische Bevölkerung
nach Geschlecht, Alter, Bundesland, Bildung
16.-18.03.2020
Statistik: Geschlecht , Alter , Bundesland
Schwankungsbreite: max. +/- 3,5%

Teilweise sehr unterschiedlich beurteilen die Österreicherinnen und Österreicher die Maßnahmen der Regierung, abhängig von Alter, Geschlecht und Wohnort.
Über ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher ist voll oder teilweise im Homeoffice, wie eine repräsentative Umfrage von "Karmasin Research & Identity" belegt.
Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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