Verein Freihausviertel fordert eine Flaniermeile Schleifmühlgasse

Diese Visualisierung zeigt, wie die "Wohlfühlzone" in der Schleifmühlgasse aussehen könnte.
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WIEDEN. Die Aufregung rund um eine Flaniermeile im Bezirk nimmt kein Ende. Erreichten die bz unzählige Leserbriefe zur angedachten Flaniermeile auf der Favoritenstraße - die diese Idee allesamt negativ bewerteten - schaltet sich nun auch ein sehr verstimmter Karl Raab in die Diskussion ein: "Jetzt reicht mir diese Debatte: Wir starten im Freihausviertel eine Unterschriftenliste für eine Flaniermeile in der Schleifmühlgasse!"

Der Obmann des Vereins Einkaufserlebnis Freihausviertel hat tatsächlich allen Grund, verstimmt zu sein. "Seit Ende 2008 ist das Freihausviertel als Fußgängerzone im Gespräch", so Raab zur bz. "Fußgängerzone will aber kein Mensch, das würde zu einem Verkehrschaos in den Nebenstraßen führen. Aus der Idee wurde dann ein Antrag der Grünen für ein Shared Space-Projekt im Jahr 2010, bis hin zu einer angedachten Begegnungszone 2015. Wir haben das Projekt Wohlfühlzone genannt, weil sich im Freihausviertel jeder wohl fühlen soll, jetzt heißt das Vorhaben Flaniermeile", erklärt Raab den jahrelangen Dialog mit Bezirk und Stadt.

Überraschender Schwenk

Acht Jahre und fünf Bezeichnungen später platzt Raab der Kragen. "Plötzlich schwenken die Grünen, die immer das Projekt Wohlfühlzone Freihausviertel unterstützt haben, um und kommen mit einer Flaniermeile auf der Favoritenstraße. Auf der Favoritenstraße! Wer will denn dort flanieren?"

Diese Frage stellt sich der Freihausviertel-Obmann nicht allein. Auch sein Kollege vom Einkaufsstraßenverein Obere Wieden, Peter Käferböck, hält nicht viel von dem Projekt. Er fürchtet ein Stauchaos auf der Oberen Wieden. "Das Freihausviertel würde sich jedoch anbieten: Charmant und festerprobt lockt es bereits gegenwärtig viele Wiedner in ihre Schanigärten", so Raab. "Es war so gut wie fix, dass die Schleifmühlgasse zur Begegnungszone wird. Bereits 2012 habe ich persönlich mit Stadträtin Maria Vassilakou gesprochen und sie war von der Idee begeistert."

Begegnungszone Schleifmühlbrücke ein Erfolg

Rückenwind für das Projekt bekamen die Kaufleute aus dem Freihausviertel durch die geglückte Umwandlung der Schleifmühlbrücke in eine Begegnungszone vor einem Jahr. Der Plan war seither, diese Begegnungszone in die Schleifmühlgasse weiter zu ziehen, mit Grünpflanzen und Sitzgelegenheiten. Vor dem Sommer dann die große Überraschung: Bei der Bezirksvertretungssitzung wurde ein Antrag der Grünen angenommen, zu überprüfen, ob ein Teil der Favoritenstraße auf Höhe des Theresianums in eine Flaniermeile umgewandelt werden könnte.

ÖVP und FPÖ zeigen sich skeptisch, und auch für SPÖ-Bezirksvorsteher Leo Plasch ist dieses Vorhaben "nicht in Stein gemeißelt". "Wir diskutieren und fahren nicht über Bewohner drüber", so Plasch zur bz. "Wir haben Verantwortung gegenüber den Anrainern und werden nichts beschließen, was zu Verkehrschaos oder massivem Parkplatzverlust führt. Es ist eine Flaniermeile weder auf der Favoritenstraße noch in der Schleifmühlgasse fix beschlossen", stellt Plasch klar und garantiert, dass keine Entscheidung getroffen wird, ohne Anrainer und Geschäftsleute zu befragen. "Man kann es nie jedem Recht machen, aber ich bin nicht gewählt worden, um irgendwelche Projekte durchzuboxen. Man kann Diskussionen führen und Vorschläge einholen. Das Thema Flaniermeile Schleifmühlgasse ist nicht vom Tisch."

Ist das Projekt Flaniermeile im Bezirk erste einmal beschlossen, wandert der Vorschlag weiter zur Stadt, wo letztendlich die Entscheidung - auch aus finanzieller Sicht - getroffen wird. Hier hat Karl Raab noch ein Ass im Ärmel: "Der Verein Freihausviertel würde sich finanziell an dem Projekt in der Schleifmühlgasse beteiligen." Vorerst muss vom Verein der Kampf um die Flaniermeile aber noch gewonnen werden; die Unterschriftenlisten werden ab Oktober in den Geschäften und Gastronomiebetrieben aufliegen.

Diese Visualisierung zeigt, wie die "Wohlfühlzone" in der Schleifmühlgasse aussehen könnte.
Die Schleifmühlgasse ist seit acht Jahren als Flaniermeile im Gespräch.
Autor:

Maria-Theresia Klenner aus Hietzing

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