Aktuelle Umfrage
Was Österreichern nach Corona wirklich wichtig ist

Der Schutz unserer Erde rückt durch die Corona-Krise noch mehr in den Vordergrund, wie eine Umfrage von "Karmasin Identity&Research" ergibt.
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  • hochgeladen von Maria Jelenko-Benedikt

Zum heutigen "Tag der Erde" bringen wir als Regionalmedien eine Umfrage des Karmasin Instituts "Research&Identity", in der nach den wichtigsten Werten nach der Corona-Krise gefragt wurde. Klimaschutz und Nachhaltigkeit bleiben weiterhin wichtig. Doch warum eigentlich?

ÖSTERREICH. Im Rahmen unserer Schwerpunktaktion "Unsere Erde" bringen wir regelmäßig Berichte und lesenswerte Aktionen über Umweltschutz. Der April steht im Zeichen von Nachhaltigkeit. Eine Studie des Instituts Karmasin "Research&Identity" macht Hoffnung.

Karmasin Research&Identity ist in einer aktuellen Online Umfrage unter 1.000 Personen für Österreich ab 16 Jahren der Frage nachgegangen, welche Werte nach der Corona Zeit Bestand haben, an Relevanz verlieren bzw. gewinnen. 37 Prozent der ÖsterreicherInnen sind der Meinung, dass Klimaschutz und eine nachhaltige Lebensweise nach der Corona Krise noch an Bedeutung gewinnen wird, 39 Prozent meinen, sie bleibt gleich hoch, für 25 Prozent wird das Thema an Relevanz verlieren. Wir erinnern uns: Klimaschutz waren eines der zentralen Elemente des Nationalrats Wahlkampfes 2019, erste Anläufe für eine ökologische Steuerreform wurden diskutiert, doch dann kam der unsichtbare Feind, die Corona Pandemie.

"Man hätte annehmen können, dass gerade das Thema Klimaschutz jetzt weniger wichtig wird, aber nein, es bleibt weiter aufrecht. Wenig überraschend ist hingegen, dass Gesundheitsbewusstsein und ein gesunder Lebensstil für 60 Prozent an Bedeutung gewinnen wird", meint Sophie Karmasin über das Ergebnis.

Klima- und Virenkrisen haben viel gemeinsam: erst unsichtbar, dann global

Die Erklärungen für die weitere Konjunktur des Themas Klimaschutz liegen aus der Sicht von Karmasin "Research&Identity" auf zwei Ebenen: "Die Covid 19 Krise hat uns vor Augen geführt, dass unser gewohntes Leben sehr fragil ist und sich nicht unendlich fortsetzen muss. Die Unsicherheit, wann diese Virus Krise überstanden ist, ob sie oder eine andere Krise uns wieder einholt, bleibt wahrscheinlich in unser kollektives Gedächtnis eingegraben", erklärt Karmasin.

Angst & Unsicherheit

Was also bleibt sei Angst und Unsicherheit, dass sich recht schnell alles ändern kann. Und dass es auch Krisen gibt, die nicht nur medial herbei geschrieben werden, sondern echt stattfinden. Eben auch die Folgen des Klimawandels. "Wir erkennen offenbar an, dass der Klimawandel auch eine globale Krise werden kann. Und wollen etwas dagegen tun. Wir sollten aus Corona lernen und beim Klimawandel rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten", so Karmasin weiter. Unsichtbare Feinde kann man schneller und besser verleugnen und verdrängen. Faktum bleibt aber, dass sowohl die Corona Pandemie aber auch der Klimawandel globale Phänomene sind. 

EU wird nicht gestärkt aus Krise heraustreten

Umso erstaunlicher, dass 54 Prozent der ÖsterreicherInnen annehmen, dass sich die Eurostaaten nach der Corona Krise stärker auf sich konzentrieren werden und nur 16 Prozent, dass der europäische Zusammenhalt steigen wird, 30 Prozent sehen das ambivalent. Aus diesem Ergebnis lassen sich viele Erklärungen ableiten: Hat es die EU zum wiederholen Mal verabsäumt, schnell eine europäische Bewältigungsstrategie einzuleiten? Oder aber ist es ein psychologischer Effekt, dass man sich in Krisen immer auf sich und den vertrauten Bereich zurückzieht? Beides verstärkt sich in der aktuellen Situation.

Unsere Waffe gegen den Virus ist die Digitalisierung

In radikal kurzer Zeit haben wir uns vieles aneignen müssen. Videokonferenzen, digitale Homeparties, Apps aller Art, Online Bestellungen sind in unseren Alltag übergegangen als wäre es nie anders gewesen. Das hat vieles ermöglicht, Beziehungen gepflegt und auch wirtschaftlich am Laufen gehalten. Stellen wir uns vor, es gäbe weder E-Commerce, Bestellplattformen noch digitale Kommunikationsformen. Dennoch werden wir nicht zu einer hyper digitalisierten Welt nach Corona werden: 39 Prozent sind der Ansicht, dass persönlicher Kontakt wieder wichtiger werden wird (sogar 46% der jungen bis 30-Jährigen), aber auch 31 Prozent, dass Digitalisierung unser Leben eher bestimmen wird, 30 Prozent meinen irgendwas dazwischen. Klar ist aber auch, dass es noch wichtiger werden wird, keine digitalen Verlierer zurück zu lassen, denn die sind stärker denn je von allen gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen.

Vom Stolz kann man sich nichts kaufen

Die Bevölkerung ist weiter geduldig, diszipliniert und orientiert sich an den Vorgaben der Bundesregierung. Obwohl wir die harten Maßnahmen, Beschränkungen und Sicherheitsvorkehrungen mittragen, ist die Betroffenheit von den Folgen der Corona Pandemie hoch: sowohl persönlich als auch finanziell.

Für 28 Prozent der ÖsterreicherInnen überwiegt dennoch der Stolz wie Österreich die Krise bewältigt, aber 41 Prozent meinen, die eigenen negativen persönlichen und finanziellen Folgen aus der Corona Krise stehen im Vordergrund, 31 Prozent pendeln dazwischen.

Karmasin deutet diese Werte folgendermaßen: "Das bedeutet, dass irgendwann, wenn die Akutphase vorbei ist, die Folgen der Corona Krise übrig bleiben werden. Wir werden uns nicht mehr so gut daran erinnern können und wollen, wie gut wir tatsächlich diese Krise bewältigt haben, sondern was es im Hier und Jetzt bedeutet. Wir werden den Wohlstandsverlust spüren. Gerne werden dann Schuldige gesucht. Gerne werden dann die einfachen Antworten gehört. Gerne fallen dann manche darauf rein."

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