Wiedner Concept-Store: Alles "fair" bei "Schön & Gut"

Leiterin Nicole Heinzel, im Hintergrund: Ein zur Bar umfunktioniertes Klavier
9Bilder
  • Leiterin Nicole Heinzel, im Hintergrund: Ein zur Bar umfunktioniertes Klavier
  • hochgeladen von Johannes Gress

WIEDEN. Fairänderung durch den Faitrieb und den Fairkauf fairedelter Produkte - kurz: "Wir fairändern hier Alles". Und zwar nicht nur die deutsche Sprache mittels halb-origineller Wortspiele, sondern den Alltag vieler Menschen. Und wie? Mit leuchtenden Sieben, äthiopischen Kaffee und einer sozialen Alternative zum Panini-Album. Klingt paradox? Ein Besuch in der Pressgasse 28 klärt auf.

Hier nämlich befindet sich der Concept-Store "Schön & Gut. Produkte mit Geschichte". In dem im Juli eröffneten Laden der Job-TransFair Abteilung „Die Kümmerei“ liegt der Fokus auf dem "sozialen Mehrwert", wie Leiterin Nicole Heinzel erklärt. Und der fängt bereits bei der Auswahl der Materialien an. Vieles, was eigentlich dem Mistkübel geweiht ist, findet sich hier in neuer Zusammensetzung wieder. Im Zuge dieses Upcyclings wurde der eingangs erwähnte Sieb sozusagen als Lampe reinkarniert. Weiters finden sich in dem geräumigen Shop handgefertigte Taschen, Rucksäcke, aber auch diverse Möbelstücke oder intelligente Hochbeete und Pflanzentische. Auch ein kleines Bistro mit Kaffee und Mehlspeisen befindet sich in dem Shop.

"Training-On-The-Job"

"Schön&Gut" setzt dabei auf verschiedenste Kooperationen unterschiedlichster Hersteller. Wichtig: Die soziale Komponente muss stimmen! Diverse Jungunternehmen, Wiener Start-ups oder etwa das Beschäftigungsprojekt "Lebensarbeit" aus Salzburg reiht sich ein in die Liste der Partner. Zukünftig fasse man auch internationale Kooperationen ins Auge, so Heinzel.

Viele der Waren werden aber bereits in der Pressgasse 28 selbst hergestellt. Im hinteren Teil des Ladens befindet sich direkt die Fertigung - Verzeihung: die Fairtigung! Hier werden Textilien zu Taschen, Rucksäcken und Klamotten. Hergestellt von Personen, welche der Einstieg in den Arbeitsmarkt besonders schwer fällt, also Langzeitarbeitslosen, Menschen über 50 oder Asylbewerbern. Unter dem Dach der "Kümmerei", einer vom Arbeitsmarktservice Wien geförderten Organisation, welche Jobsuche und den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern soll, arbeiten an diesem Standort 19 Personen im sogenannten "Training-On-The-Job". Neben nachhaltigen und sozialverträglichen Produkten, solle "Schön & Gut" somit auch als "Sprungbrett in die Arbeitswelt" dienen, so Heinzel.

Raritäten aus der Schweiz

"Liebling und Schützling" des Concept-Stores sind die "Tschutti Heftli Sticker", Fußballaufkleber aus der Schweiz oder wie Heinzel sagt: "Die guten Paninialben". Neben den begehrten Tschutti-Stickern, fairtreibt der Concept-Store auch echte "Tschutti-Raritäten" wie etwa alte, oftmals heißbegehrte, Alben. Der Erlös der Schweizer Sticker geht dabei an gemeinnützige Projekte.

Anders als bei vergleichbaren Projekten wollte man bei "Schön+Gut" keine "geschlossene Werkstätte" haben, sondern seine Vorstellungen mit einem "modernen Konzept" verbinden, so Leiterin Heinzel. Dass in dem Gebäude in der Pressgasse mit " Pro Mente" bereits ein sozialer Betrieb gastierte, hat den Einstieg im Juli dann auch etwas einfacher gemacht. Allgemein ist man mit der Umgebung hier im 4. Bezirk sehr zufrieden. "Die Positionierung im Bezirk Wieden passt sehr gut", erklärt Heinzel. Das Angebot des Ladens und die Zielgruppe würden sich dabei sehr gut ergänzen. Besonders "neugierige Laufkundschaft" sei es, die ins Geschäft komme. Stammkundschaft orientiert sich vor allem Richtung Kaffeeangebot.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen