Probleme mit Airbnb
Wiedner Wohnhaus endlich frei von Touristen

Die Mieter der Wohnhausanlage Ecke Belvederegasse/Mommsengasse klagten über Probleme mit Touristen.
  • Die Mieter der Wohnhausanlage Ecke Belvederegasse/Mommsengasse klagten über Probleme mit Touristen.
  • Foto: Christian Bunke
  • hochgeladen von Barbara Schuster

In der Wohnhausanlage Belvederegasse/Mommsengasse kam es vermehrt zu Problemen mit Touristen.

WIEDEN. Nach dem Aufkauf der Wohnhausanlage an der Ecke Belvederegasse/Mommsengasse durch einen großen Investor im Jahr 2015, steht das Haus immer wieder im öffentlichen Blickpunkt. Frei werdende Wohnungen werden als Hotel-Appartements an Touristen vermietet. Fast ein Viertel der Wohnungen in der Anlage dienen bereits touristischen Zwecken.

Das stellt einerseits ein Problem dar, da das Gebäude in den 1960er-Jahren als Genossenschaftsbau errichtet wurde, um leistenbaren Wohnraum zu schaffen. Doch die Eigentumsverhältnisse haben sich längst geändert. Der Firmensitz der Genossenschaft wurde mehrfach verlegt, zuletzt ins Burgenland. Dort wurde ihr auf eigenen Antrag die Gemeinnützigkeit aberkannt. Infolgedessen kam es zur Privatisierung des Hauses.

Trotz Privatisierung gemeinnützig?

Ganz anders sah das der Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV), der eine Lücke im Gesetz ortete. Ein Wohnhaus, das als Genossenschaftsbau errichtet wurde, müsse auch weiterhin diesem Zweck dienen, hieß es damals vom GBV.

Auf der anderen Seite leiden die Anwohner. Sie klagten bei der Bezirksvorstehung über unzumutbare Zustände. Viele der eingemieteten Touristen würden etwa den Hausmüll nicht fachgerecht entsorgen, sondern über Tage hinweg im Stiegenhaus lagern. Das führte unweigerlich zu einem Ungezieferproblem.

Bezirk setzt sich zur Wehr

Für Bezirksvorsteherin Lea Halbwidl (SPÖ) ist das inakzeptabel. "Es gibt einen großen Bedarf nach leistbarem Wohnraum in der Innenstadt, der nicht Profitinteressen geopfert werden darf", so Halbwidl. Die Bezirkschefin verweist auf eine Gesetzesänderung der Bauordnung. Diese verbietet genehmigungslose Kurzzeit-Vermietungen. "Ich halte die bisherige Praxis für illegal und habe die Baupolizei eingeschaltet, um das zu prüfen", erklärt Halbwidl weiter.

Auch die stellvertretende Bezirksvorsteherin Barbara Neuroth (Grüne) kämpft gegen das Problem an. Eine Wohnung wurde zu Testzwecken angemietet. Dabei wurde rund zehnmal mehr Mietzins verrechnet, als gesetzlich erlaubt ist, erklärt Neuroth. Die Grünen Wieden haben daraufhin das Schiedsgericht eingeschaltet – mit Erfolg.

Der Vermieter zahlte den Mietzins zurück, die Klage wurde daraufhin abgewiesen. Die Wohnungen müssen nun wieder zum reduzierten Zins vermietet werden. "Wir Grüne werden alle neuen und auch die alten Mieter unterstützen, wenn sie die Höhe ihrer Miete überprüfen lassen wollen", so Neuroth abschließend. Ein erster Etappensieg ist damit errungen. Der Schriftzug der Internetplattform, die die Wohnungen vermietete, ist verschwunden, die Kurzzeitvermietungen an Touristen wurden eingestellt.

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