Tierschutzvolksbegehren
Wien setzt ein Zeichen gegen den Klimawandel und das Artensterben

Allegra Tinnefeld, Sebastian Bohrn Mena, Gábor Wichmann und Christian Gsellmann (v.l.).
  • Allegra Tinnefeld, Sebastian Bohrn Mena, Gábor Wichmann und Christian Gsellmann (v.l.).
  • Foto: art
  • hochgeladen von Barbara Schuster

Gewinnen Sie einen Kochkurs für zwei Personen im Restaurant deli bluem!

Das Artensterben in Wien muss gestoppt werden. Die 13-jährige Wiednerin Allegra Tinnefeld setzt gemeinsam mit dem Josefstädter Bio-Lokal "deli bluem" ein Zeichen.

WIEDEN/JOSEFSTADT. (art). Laut einem aktuellen UNO-Bericht sind eine Million Arten vom Aussterben bedroht – auch in Wien stehen Bienen, Schmetterlinge und Vögel auf der Liste der gefährdeten Arten oder sind bereits ausgestorben.

Tierschutzvolksbegehren

Ein Tierschutzvolksbegehren mit prominenter Unterstützung der 13-jährigen Allegra Tinnefeld aus Wieden soll das Artensterben nun stoppen. Den Startschuss gab es im nachhaltigen Bio-Restaurant "deli bluem" in der Josefstadt.

„Das Artensterben ist verbunden mit der Klimakrise und es passiert rasend schnell, wir müssen es sofort eingrenzen“, so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Wunderkind als Botschafterin

„Bienen, Schmetterlinge und Vögel sind unglaublich wichtig für unser Ökosystem“, ergänzt Allegra Tinnefeld, bekannt als Finalistin von Dieter Bohlens „Das Supertalent“ oder als hundeliebende George im Kinofilm „Fünf Freunde“.

„Wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann. Ich will eine klare Kennzeichnung, woher das Fleisch kommt, ich plädiere für eine Klimasteuer und würde alle Wiener ab 16 Jahren bitten, das Volksbegehren zu unterschreiben“, so Tinnefeld.

Tierarten verschwinden

Auch Wien ist stark betroffen. „Insekten und Vögel sind durch den Rückgang der Feuchtgebiete massiv bedroht. Das Rebhuhn zum Beispiel war in Wien weit verbreitet, nun ist es beinahe ausgestorben", erklärt Gábor Wichmann, Geschäftsführer des Vereins "BirdLife".

Er betont weiters die Wichtigkeit, den Artenschutz auch im Siedlungsbereich zu berücksichtigen: „Bei der Fassadensanierung muss darauf geachtet werden, dass Schwalben, Dohlen und andere Mauerbrüter ihren Lebensraum nicht verlieren. Auch private Gartenbesitzer sind dazu aufgerufen, vermehrt Sträucher, Obstbäume, Kräuter und Blumen zu pflanzen, um Lebensraum für Bienen, Insekten und Schmetterlinge zu schaffen.“

Nachhaltige Bio-Kost

„Die mächtigste Waffe gegen den Klimawandel und für den Artenschutz ist das, was wir dreimal am Tag auf den Teller bringen“, so Christian Gsellmann vom "deli bluem" am Hamerlingplatz 2.

Denn dort werden nur biologische und nachhaltige Speisen serviert. Und damit alle wissen, wie man Gemüse und Co. schmackhaft zubereitet, veranstaltet das Lokal regelmäßig Kochkurse, der nächste findet am 5. September statt.

Wie kann eine Privatperson nun dem Klima konkret helfen? Sebastian Bohrn Mena hat Tipps: „Mehr nachhaltige und saisonale Produkte kaufen sowie bei Fleisch und Tierprodukten auf Regionalität achten. Und das Tierschutzvolksbegehren bis Ende 2020 unterschreiben."

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