Gewitter-Warnung
Wo es am häufigsten in Österreich blitzt

Die Karte zeigt die Blitzdichte in Europa. Die Steiermark und Teile Kärntens gehören dazu.
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  • Die Karte zeigt die Blitzdichte in Europa. Die Steiermark und Teile Kärntens gehören dazu.
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Heftige Unwetter suchen derzeit manche Regionen in Österreich auf. Wetter-Experten orten seit 1992 Blitze in Österreich. Sekunden nach der Entladung werden im zentralen Rechensystem die Daten automatisch ausgewertet und der Blitz auf rund 100 Meter genau lokalisiert.

ÖSTERREICH. Am Mittwoch hat es nicht nur im südlichen Wien, sondern auch in anderen Gegenden gehagelt und geblitzt. Für Donnerstag ist für Spittal an der Drau Gewitter vorhergesagt worden, am Freitag soll es dort ebenfalls gewittrig werden.

In den Sommermonaten schlägt in Österreich durchschnittlich zwischen 100.000 und 250.000 Mal ein Blitz am Boden ein. Dabei passieren immer noch Unfälle, die leicht vermeidbar wären. Besonders häufig sind Unfälle am Beginn und am Ende von Gewittern, weil hier die Gefahr unterschätzt wird.

Teile Österreichs, vor allem Steiermark und Kärnten, gehören mit Oberitalien und Slowenien zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Durch die südliche Lage und die Nähe zur Adria bietet die Atmosphäre hier sehr oft die ideale Mischung für Gewitter: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. 

Alle Normkriterien für Blitzschutz in Österreich sowie aufwändige Blitzschutzsysteme, wie beispielsweise von Energieversorgern, basieren auf den Daten von ALDIS. Acht Sensoren messen das elektromagnetische Feld jedes Blitzes im Land.

Die Bezirke mit der höchsten Blitzdichte

Bezirk / Blitzeinschläge pro km 2 und Jahr

Weiz (ST) / 3,02

Graz-Umgebung (ST) / 2,86

Graz (Stadt) (ST) / 2,64

Voitsberg (ST) / 2,60

Hartberg-Fürstenfeld (ST) / 2,49

Feldkirchen (K) / 2,31

Bruck-Mürzzuschlag (ST) / 2,30

Sankt Veit an der Glan (K) / 2,27

Neunkirchen (NÖ) / 2,25

Murau (ST) / 2,23

Weniger Tote durch Blitzschlag

Die Zahl der Toten durch Blitzschlag ist in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. In den 1960er-Jahren starben pro Jahr 20 bis 40 Menschen in Österreich durch Blitzschlag. Mittlerweile sind es durchschnittlich zwei bis drei Blitztote pro Jahr. Zum einen sind die Wetterprognosen und die Informationen in der Bevölkerung deutlich besser geworden. Zum anderen gab es die meisten Verletzten und Toten früher bei den in der Landwirtschaft beschäftigen Personen. Hier sind die Menschen heute meistens durch Traktoren und andere Fahrzeuge mit Metalldach besser geschützt.

Ein Großteil der Unfälle ereignet sich mittlerweile bei diversen Freizeitaktivitäten. So gab es 2019 mehrere Blitzunfälle auf Klettersteigen in den Alpen. Die meisten Unfälle wären relativ leicht vermeidbar.

Im Notfall richtig reagieren

Gerät man trotz aller Vorsicht doch in ein Gewitter, ist es wichtig zu wissen, wie man schnell und richtig reagiert. Hier Tipps für unterschiedliche Situationen:

* Ein Gebäude ist in der Nähe: Am sichersten sind Sie natürlich in einem Haus mit Blitzableiter. Aber selbst in einem Haus oder einer Hütte ohne Blitzschutz sind Sie sicherer als im Freien. Am besten halten Sie sich dann in der Mitte des Raumes auf.

* Das Auto ist in der Nähe: Setzen Sie sich ins Auto. Selbst wenn der Blitz einschlägt, sind Sie hier sicher, da der Strom außen am Auto über die Metallkarosserie in die Erde abfließt. Erwischt Sie ein Gewitter beim Campen, sind Sie im Auto viel sicherer als im Zelt.

* In der Nähe eines Waldes: Ist der einzige Schutz in der Nähe ein Wald, dann gehen Sie in den Wald hinein. Am Waldrand ist die Gefahr von Blitzen und bei Gewitterböen umstürzenden Bäumen größer als im Inneren des Waldes.

* In der Nähe eines einzelnen Baumes oder einer Baumgruppe: Hocken Sie sich ungefähr zehn Meter vom Baum entfernt auf den Boden. Direkt oder zu nahe beim Baum kann der Blitz bei einem Einschlag in diesen Baum auf Sie überspringen oder Sie können durch splitterndes Holz verletzt werden. Von Metallmasten sollten Sie einen Abstand von ca. drei Metern halten.

* Auf einem großen Feld oder einer großen Wiese: Hocken Sie sich in eine Geländemulde und machen Sie sich so klein wie möglich. Der Blitz schlägt bevorzugt in die höchsten Bereiche des Geländes ein. Lassen Sie die Füße geschlossen, damit im Falle eines Einschlags in der unmittelbaren Umgebung keine große Schrittspannung zwischen ihren Füßen entsteht.

* Im oder am Wasser: Verlassen Sie sofort das Wasser und suchen Sie einen sicheren Ort am Ufer. Wasser leitet Strom und selbst ein Einschlag in einiger Entfernung kann gefährlich sein. Selbst eine kurze Bewusstlosigkeit kann zum Tod durch Ertrinken führen. Boote, besonders Segelboote, bilden oft den höchsten Punkt der Umgebung und sind daher je nach Material blitzgefährdet.

Wichtig ist, zu wissen: Maßnahmen im Freien, wie das Niederhocken in Geländemulden, sollten nur im absoluten Notfall angewandt werden. „Unter freiem Himmel gibt es keinen sicheren Blitzschutz," sagt ALDIS-Experte Gerhard Diendorfer, „hier geht es nur noch darum, das Risiko etwas zu minimieren. Denn prinzipiell kann ein Blitz überall einschlagen."

Mehr Informationen zu Blitzhäufigkeit in Österreich hier

Heftige Hagelstürme und Unwetter verwüsten Teile Österreichs
Die Karte zeigt die Blitzdichte in Europa. Die Steiermark und Teile Kärntens gehören dazu.
Ein Hagelgewitter verwüstete am Mittwoch Teile Österreichs.
Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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