Oskar Deutsch
Attentat auf Synagoge in Halle: Mehr Aufklärung in Schulen gefordert

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG)
  • Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG)
  • Foto: IKG Wien
  • hochgeladen von Maria Jelenko-Benedikt

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Österreich, Oskar Deutsch,  verurteilte den Angriff auf die Synagoge in Halle vom Mittwoch. In Österreich wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor jüdischen Einrichtungen verschärft. Das Spiel Österreich gegen Israel am Donnerstagabend fand unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

ÖSTERREICH. Der Attentäter, ein 27-jähriger Deutscher, wollte laut Ermittler ein „Massaker“ am höchsten jüdischen Feiertag anrichten, sagte der deutsche Generalbundesanwalt Peter Frank am Donnerstag.

EM-Qualifikationsspiel streng bewacht

In Österreich wurden nach dem Anschlag sofort alle Sicherheitsvorkehrungen rund um jüdische Einrichtungen verschärft, sämtliche Spezialkräfte, darunter Beamte von Wega und Cobra, Sprengstoffexperten und Polizeidiensthunde waren in Wien im Einsatz. Der Gebäudeschutz wurde verstärkt, um die jüdische Gemeinschaft am Feiertag Jom Kippur zu schützen. Auch das Fußball-EM-Qualifikationsspiel Österreich gegen Israel am Donnerstag fand unter erhöhter Polizeipräsenz statt. Die Spieler der israelischen Mannschaft wurden auf all ihren Wegen von Polizeikräften begleitet.

Mehr konkrete Maßnahmen gefordert

Anders als in Deutschland fühlt sich die Israelitische Kultusgemeinde in Wien von den Sicherheitskräften gut beschützt. Der steigende Antisemitismus in Österreich macht der Israelitischen Kultusgemeinde jedoch Sorgen. Oskar Deutsch gegenüber dem Radiosender Ö1: "Leider ist das kein Einzelfall". Und Deutsch weiter: "Wenn man heute jüdische Institutionen, sei es Synagogen oder Schulen,  nicht schützt, ist das eine Einladung für Rechtsextreme oder auch islamisch motivierte Terroristen. Die wissen dann, das ist relativ einfach."

Von der Politik in Österreich würde zwar so gut wie jeder antisemitische Sager verurteilt, nur konkrete Schritte bräuchte es mehr, vor allem in Schulen. Man müsse mehr über den Holocaust reden, aber auch über den heutigen Antisemitismus, der ein No-Go sei . Jeder Schüler müsse mindestens einmal ein Konzentrationslager besuchen, inklusive Vor- und Nacharbeit.

Antisemitismus in Österreich

Antisemitismus ist leider auch in Österreich verbreitet. Laut Verfassungsschutz gibt es ein "Mobilisierungspotenzial für antisemitische Agitationen". Von knapp über 1.000 politisch-ideologisch motivierten Tathandlungen waren knapp fünf Prozent antisemitisch motiviert. Vier Personen kamen letztes Jahr durch antisemitisch motivierte Tathandlungen zu körperlichem Schaden - 2017 gab es noch keine derartigen Fälle. Das Forum gegen Antisemitismus zählte 2017 jedoch 503 antisemitische Vorfälle – doppelt so viele wie drei Jahre davor. Fünf von diesen Vorfällen waren tätliche Angriffe.

Attentäter wollte Blutbad in Synagoge anrichten

Der Attentäter hatte am höchsten jüdischen Feiertag, am Jom Kippur, vor einer Synagoge in Halle eine Frau und in einem nahe gelegenen Dönerimbiss einen Mann erschossen hatte. Zuvor hatte er vergeblich versucht, die Synagoge mit Waffengewalt zu stürmen. Dutzende Menschen hatten sich zu dem Zeitpunkt in dem Gotteshaus aufgehalten und das wichtigste jüdische Fest, Jom Kippur, gefeiert.

Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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