Casinos-Affäre
Casino-Belegschaft fürchtet in offenem Brief um Ruf

Die Belegschaftsvertreter der Casinos Austria betonen, dass sich die Mitarbeiter nichts zu Schulden hätten kommen lassen.
  • Die Belegschaftsvertreter der Casinos Austria betonen, dass sich die Mitarbeiter nichts zu Schulden hätten kommen lassen.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Julia Schmidbaur

Die Belegschaftsvertreter der Casinos Austria richten sich in einem offen Brief unter anderem an die Politik und Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Politik solle "kein politisches Kleingeld auf dem Rücken unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln".

ÖSTERREICH. Am Donnerstag meldet sich auch der Betriebsrat der Casinos Austria per Aussendung zu Wort und stellt fünf Forderungen auf. 

  • „Wir fordern unsere Kernaktionäre auf, ihren Streit zu beenden, eigene Interessen hintanzustellen und sich ausschließlich dem Wohl des Unternehmens zu widmen.“
  • „Wir fordern den Aufsichtsrat auf, sowohl seine Verantwortung für das Unternehmen als auch individuelle Verantwortungen wahrzunehmen und unser Unternehmen wieder in ruhigere Fahrwasser zu führen.“
  • "Wir fordern die Politik auf, für Aufklärung zu sorgen und kein politisches Kleingeld auf dem Rücken unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu wechseln."
  • "Wir fordern die Justiz auf, möglichst rasch zu ermitteln und Verantwortungen klar festzumachen."
  • "Wir ersuchen die Medien um eine faire Berichterstattung gegenüber unserem Unternehmen und darum, vermeintliche Schuld richtig zuzuordnen."

Appell an die Bundesregierung

Eine besondere Verantwortung käme auch der künftigen Bundesregierung zu, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Belegschaft fordert, "die Mitbestimmungsrechte des öffentlichen Kernaktionärs ÖBAG an der Casinos Austria AG nachhaltig abzusichern", um so jeglichen "Privatisierungsfantasien" eine Absage zu erteilen.

In einem sensiblen Bereich wie dem Glücksspiel sei es aus sozial- und ordnungspolitischen Gründen von größter Bedeutung, dass die öffentliche Hand entsprechende Interessen auch aus der Position eines Eigentümers heraus wahrnehmen könne. 

Die Personalvertreter betonen weiter: "Es sind ausschließlich Vorgänge außerhalb des Unternehmens, die derzeit die Justiz, die Medien und die öffentliche Diskussion beschäftigen. Casinos Austria und seine Mitarbeiter haben sich nichts zu Schulden kommen lassen!" 

Solle es tatsächlich Absprachen zwischen der FPÖ und Novomatic gegeben haben, seien diese auf dem Rücken und zu Lasten des Unternehmens passiert, so die Belegschaftsvertreter. "Der Begriff 'Casinos-Affäre' ist somit grundlegend falsch und irreführend, führt aber zu einer äußerst dramatischen Gesamtsituation", heißt es in dem Brief. 

Umfrage

Affäre zieht weite Kreise

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte vergangene Woche Hausdurchsuchungen bei der staatlichen Beteiligungsgesellschaft ÖBAG, ÖBAG-Chef Thomas Schmid, Ex-ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger, Casinos-Austria-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner sowie seinem Stellvertreter im Casinos-Aufsichtsrat und Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll durchgeführt. Es geht um den Vorwurf der politischen Absprachen mit dem Glücksspielkonzern Novomatic. Dem Unternehmen, das an den Casinos Austria beteiligt ist, sollen Casino-Lizenzen versprochen worden sein. Im Gegenzug soll das niederösterreichische Unternehmen im Aufsichtsrat der Casinos Austria seine Unterstützung für den FPÖ- Kandidaten Peter Sidlo zugesichert haben. 

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" soll Novomatic-Chef Harald Neumann auch Kontakt zu Sebastian Kurz Umfeld, konkret zu Gernot Blümel (ÖVP) gehabt haben. Die ÖVP hatte bisher betont, dass man nichts von einem politischen Deal um die Bestellung Peter Sidlos zum Finanzvorstand der Casinos Austria AG gewusst hätte. Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache meldete sich am Freitag auf seiner Facebook-Seite zu Wort und verteidigte die Bestellung von Ex-FPÖ-Bezirksrat Peter Sidlo zum Finanzvorstand der Casinos Austria. „Niemals habe ich etwas Rechtswidriges im Zusammenhang mit der CASAG-Vorstands-Bestellung angeboten oder angenommen“, schreibt Strache auf Facebook.

Autor:

Julia Schmidbaur aus Wieden

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.