Corona-Bilanz der Regierung
Schutzmasken im Supermarkt werden Pflicht

Jeder muss ab 1.4.2020 vor dem Betreten in den Supermarkt eine Schutzmaske aufsetzen. Diese werden vor den Märkten verteilt. Im Bild: eine Schutzmaske, die dem medizinischen Personal vorbehalten ist. Die für die Zivilbevölkerung ist einfacher.
5Bilder
  • Jeder muss ab 1.4.2020 vor dem Betreten in den Supermarkt eine Schutzmaske aufsetzen. Diese werden vor den Märkten verteilt. Im Bild: eine Schutzmaske, die dem medizinischen Personal vorbehalten ist. Die für die Zivilbevölkerung ist einfacher.
  • Foto: RMA/Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Maria Jelenko-Benedikt

Ein erste Corona-Bilanz zogen Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer in einer Pressekonferenz am Montag Vormittag. Fazit: verpflichtende Schutzmasken in Supermärkten, gefährdete Personen werden vom Job befreit, Hotels müssen für den Tourismus gänzlich schließen.

ÖSTERREICH. Keine Entspannung: Am Montag Vormittag zog die Regierung Bilanz über die bisher getroffenen Maßnahmen nach zwei Wochen Notbetrieb.

Laut Kurz stehe man immer noch vor einem "Paravent", man befinde sich am Anfang eines "Marathons". Nach intensiven Beratungen mit Expertinnen und Experten in den letzten Tagen sei man zu dem Schluss gekommen, dass man die Ausbreitung der Pandemie in Österreich weiter drücken müsse. Der Replikationsfaktor müsse Richtung 1, und dann 0 gehen. Jetzt schon sei klar, dass viele Menschen an dieser Krankheit sterben würden, aber man müsse das Möglichste tun, damit möglichst Wenige daran sterben. Das bedeute: Man befinde sich jetzt in der Ruhe vor dem Sturm, wie unser Nachbarland Italien zeige. Kurz appelliert an die Bevölkerung, die Maßnahmen weiter zu befolgen und die sozialen Kontakte weiter zu einem Minimum zu reduzieren. 

Drei weitere Schritte sind geplant:
- Weiterer Schutz für besonders gefährdete Gruppen
- Konsequente Maßnahmen sicherstellen, auch mit Vollzug
- Tragen von Grippemasken für die Zivilbevölkerung, vorerst beim Einkaufen in Supermärkten 

Das Tragen solcher Masken sei zwar nicht Teil unserer Kultur, aber notwendig, um die Ausbreitung weiter zu reduzieren, sagte der Kanzler. Es handle sich um einen "Mund-Nasen-Schutz". Damit würde es nicht so leicht zu einer Übertragung durch die Luft kommen, so Kurz weiter. Das Tragen der Masken, das noch in keinem anderen Land in Europa verpflichtet wurde, sei allerdings keinesfalls ein Ersatz für das notwendige Abstandhalten.  

Supermärkte verteilen die Masken

Kurz bedankte sich bei den Supermarktketten, die diese Masken an den Eingängen verteilen würden. Ab dem Zeitpunkt, wahrscheinlich ab Mittwoch, sei es Pflicht, die Schutzmasken beim Einkauf zu tragen.

Laut Vizekanzler Werner Kogler sei nicht bekannt, wann die Krankheitswelle ein Ende habe. Fakt sei, dass die Anzahl der Toten steigen werde. Die Situation in Österreich sei deshalb weniger dramatisch als in anderen Ländern, weil die Maßnahmen relativ früh gestartet worden sei und die Bevölkerung die Maßnahmen mitgetragen habe. Jetzt sei die Verlangsamung der Verbreitungsgeschwindigkeit des Virus wichtig. Kogler bat die Bevölkerung, die Maßnahmen weiter mitzutragen, auch das verordnete Tragen von Grippemasken.

Die Ausbreitung der Pandemie schreite weltweit in einem "besorgniserregenden Tempo" voran, so Gesundheitsminister Anschober. Das seien "dramatische Dynamiken", wo kein Ende absehbar sei. Europa sei ein Epizentrum, 10.700 Todesfälle in Italien würden das belegen. Das "Vorsichtsprinzip" heiße, dass man in Österreich die bestmöglichen Maßnahmen, auch unter Einbeziehung internationaler Vorbilder, ergreifen müsse. Der Trend zeige zwar, dass die Maßnahmen zu wirken beginnen. Das mache Mut, auch für ihr konsequentes Fortsetzen. Vom Ziel sei man jedoch noch weit entfernt. Die Kapazitätsgrenzen in den Spitälern dürften nicht überschritten werden. In anderen Ländern wurde auf rigidere Maßnahmen gesetzt, wie ein totales Lockdown, oder die Auswertung der persönlichen Handydaten.

Weitere Maßnahmen, Schutz gefährdeter Gruppen

Die Regierung habe sich für andere Maßnahmen entschlossen, weitere Schritte seien nun erstens, die besonders gefährdete Gruppe mit speziellen Empfehlungen zu versorgen. Für diese Personen sollen zudem verpflichtende Freistellungen vom Job bzw. Homeoffice realisiert werden. Dazu zählen laut Anschober ältere Menschen und Menschen mit schweren Vorerkrankungen. 

Strengere Regeln in Supermärkten, Hotels schließen

In Stoßzeiten werden in Supermärkten per Erlass die Abstandsregelungen verschärft und es werde darauf geachtet, dass diese eingehalten werden. Bei den Kassen soll es etwa Bodenmarkierungen geben. Supermärkte sollen auch kontrollieren, wie viele Kunden sich gleichzeitig in den Geschäften aufhalten. Und in Hotels soll die touristische Nutzung eingestellt werden.

Regelungen in Spitälern werden verschärft

Weiters werden die Schutzkapazitäten in den Spitälern weiter ausgebaut, was Zugänge, Besuche, Ausbau von Testungen betreffe. Auch sollen mehr Masken fürs Gesundheitspersonal und Corona-Tests am Weltmarkt besorgt werden. Zielgruppentests soll flächendeckend getestet werden. Wer gesund sei, müsse allerdings nicht getestet werden. Bei Antikörper-Tests gäbe es technische Entwicklungen, was die Stabilität der Ergebnisse anbelangt.

Auf die Frage, wie es mit den Maßnahmen weitergehe, sagte Kurz, man sei am "Ende der Fahnenstange" bei den Maßnahmen angelangt.

Polizei-Anzeigen wegen Abständen

Laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), der sich bei der Zivilbevölkerung für ihr Mittragen der Maßnahmen sowie bei der Polizei bedankte, gab es am Wochenende mehr Anzeigen für Menschen, die die gebotenen Sicherheitsabstände auf den Straßen nicht eingehalten hätten. Mehr als 10.000 polizeiliche Anzeigen wegen Verstößen gegen das Anti-Corona-Maßnahmenpaket sind bisher bundesweit ergangen. Allein am vergangenen Wochenende habe es mehr als 2.000 Anzeigen gegeben. Der Appell des Innenministers: Mindestens einen Meter Abstand halten! Leiste jemand nicht Folge, würde er bestraft werden. Geburtstagsfeiern müssten in die Zeit nach der Pandemie verschoben werden.

Pensionisten sollen nicht zur Bank gehen

Die Kriminalität hätte sich verlegt, von Einbruchsdiebstählen in Richtung Phishing Mails. Nehammer appellierte an die Wachsamkeit der Bevölkerung. PensionistInnen sollten ihr Bargeld nicht persönlich von der Bank holen, sondern jemand das für sie erledigen. Jedoch sollte das Bargeld nicht persönlich übergeben werden, aus Hygienemaßnahmen, ergänzte Kurz.

Wie sehr schützen Schutzmasken?

Schutzmasken bieten laut Experten nur teilweise Schutz vor Infektionen. Auch würden sich viele Menschen, die eine Maske tragen, in vermeintlicher Sicherheit wiegen. Atemschutzmasken schützen in drei Klassen, ihre Schutzfunktion ist europaweit nach EN 149 normiert. Bezeichnet werden sie als partikelfiltrierende Halbmasken oder Feinstaubmasken, unterteilt werden sie in die Schutzklassen FFP1, FFP2 und FFP3 („filtering face piece“).

In Österreich sind derzeit 9.125 (Stand: Montag 10.30 Uhr) Menschen positiv auf Corona getestet, von ihnen befinden sich 931 im Spital, rund 200 auf Intensivstationen. Österreich verfügt über 2.500 Intensivbetten. Bisher durchgeführte Testungen in Österreich (Stand 30.03.2020 um 08:00 Uhr): 49.455. 

Kurz: "Ruhe vor dem Sturm", die teilweise Maskenpflicht kommt
Ab jetzt verpasst du garantiert keine Veranstaltung mehr in Wien. Was auch immer in Wien abgeht – INSPI zeigt dir, wie du deine Freizeit kreativer gestalten kannst.Ab jetzt verpasst du garantiert keine Veranstaltung mehr in Wien. Was auch immer in Wien abgeht – INSPI zeigt dir, wie du deine Freizeit kreativer gestalten kannst.Ab jetzt verpasst du garantiert keine Veranstaltung mehr in Wien. Was auch immer in Wien abgeht – INSPI zeigt dir, wie du deine Freizeit kreativer gestalten kannst.
1 5

Wohin in Wien?
Das geht APP mit Inspi!

Wohin in Wien während der Pandemie? Wenn du Abwechlsung suchst, dann lass dich täglich aufs neue INSPIrieren, denn Wien hat auch jetzt viel zu bieten. Covid-19 und Lockdowns machen es derzeit nicht gerade leicht, seinen Alltag abwechslungsreich zu gestalten. Vieles, das vorher möglich war, ist entweder weggefallen oder unterliegt Beschränkungen. Kein Wunder, wenn „Täglich grüßt das Murmeltier“ nicht nur ein Film, sondern Realität geworden ist. Wie kann man aus dem Hamsterrad ausbrechen, wenn...

3 8 6

Newsletter abonnieren und gewinnen
Apple iPhone 12 Pro im Wert von 1.149 EUR gewinnen!

Aufgepasst! Unter allen bis zum Stichtag am 30.04.2021, 23:59 Uhr, aufrechten meinbezirk.at-Newsletter-Abonnenten für Wien verlosen wir ein Apple iPhone 12 Pro / 128 GB im Wert von 1.149 EUR. Bei uns bekommst du wertvolle und interessante Nachrichten aus deiner näheren Umgebung, bist immer top über Veranstaltungen im Bezirk informiert und findest attraktive Gewinnspiele. Sei auch du näher dran und sichere dir die wichtigsten Infos aus deiner Region mit dem meinbezirk.at-Newsletter. Hinweise zum...

Ab jetzt verpasst du garantiert keine Veranstaltung mehr in Wien. Was auch immer in Wien abgeht – INSPI zeigt dir, wie du deine Freizeit kreativer gestalten kannst.

2 Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen