Internationaler Frauentag
So wenig verdienen Frauen

In vielen Berufen verdienen Frauen (auch, wenn sie Vollzeit arbeiten) weniger als Männer.
  • In vielen Berufen verdienen Frauen (auch, wenn sie Vollzeit arbeiten) weniger als Männer.
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Neueste Zahlen der Statistik Austria zum Internationaler Frauentag 2020 belegen: Frauen holen bezüglich Bildungsniveau und Erwerbstätigkeit auf; Teilzeit und niedrigere Erwerbseinkommen führen aber zu größeren sozialen Risiken.

ÖSTERREICH. Frauen sind gut ausgebildet und immer häufiger erwerbstätig. Im Jahr 2018 stieg die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen laut Statistik Austria auf 68,6 Prozent. Fast die Hälfte der Frauen arbeitet dabei in Teilzeit (47,5 Prozent). Vor allem bei Frauen mit Kindern ist die Erwerbsbeteiligung von Teilzeit geprägt: 2018 waren 73 Prozent teilzeitbeschäftigt. Der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern hat sich zwar verringert, Frauen verdienen aber immer noch deutlich weniger als Männer, was sich in niedrigeren Pensionen und einem höheren Armutsrisiko niederschlägt.

Frauen haben bei der Bildung stark aufgeholt 

Bezogen auf das Bildungsniveau der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren verfügten 2017 genau ein Drittel der Frauen und 27,3 Prozent der Männer über den Abschluss einer mittleren oder höheren Schule. Der Anteil der Frauen mit Hochschul- oder Akademieabschluss lag bei 19,2 Prozent und damit ebenfalls über jenem der Männer mit 15,9 Prozent.

Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen stieg im Zeitvergleich von 58,5 Prozent (1998) auf 64,8 Prozent (2008) und 68,6 Prozent (2018; Männer: 77,4 Prozent). Die verstärkte Teilnahme der Frauen am Arbeitsmarkt ist jedoch in erster Linie auf die steigende Zahl von Teilzeitbeschäftigten zurückzuführen. Die Teilzeitquote der Frauen erhöhte sich von 30,7 Prozent im Jahr 1998 über 41,6 Prozent im Jahr 2008 auf 47,5 Prozent im Jahr 2018. Bei Männern hat Teilzeitbeschäftigung ebenfalls zugenommen, sie ist mit einem Anteil von 11,2 Prozent (2018) aber von vergleichsweise geringer Bedeutung.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt Frauensache

Vor allem Frauen mit Kindern unter 15 Jahren sehen besonders häufig in der Teilzeitbeschäftigung die einzige Möglichkeit, neben den Betreuungsaufgaben einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. 2018 waren 73,0 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren mit Kindern unter 15 Jahren teilzeitbeschäftigt. Die Teilzeitquote 25- bis 49-jähriger Männer mit Kindern unter 15 Jahren lag bei 6,4 Prozent und damit unter dem Anteil der Männer ohne Kinder (11,6%).

Nur ein Drittel der Kindergärten hat bis 17 Uhr offen

Ein wesentlicher Faktor für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist die Kinderbetreuung. Der Anteil der in Kindertagesheimen betreuten Kinder erhöhte sich bei den bis Zweijährigen von 14, Prozent (2008) auf 26,5 Prozent (2018) und bei den Drei- bis Fünfjährigen von 86,5 auf 93,4 Prozent. Mehr als ein Fünftel der Kindergärten sperrt allerdings vor 14.00 Uhr zu, während ein Drittel bis mindestens 17.00 Uhr geöffnet hat. Zusätzlich haben Kindergärten im Durchschnitt 26,9 Betriebstage pro Jahr geschlossen.

Frauen verdienen nach wie vor weniger 

Die hohe Teilzeitbeschäftigung der Frauen spiegelt sich auch in niedrigeren Erwerbseinkommen wider. Insgesamt verdienten Frauen 2018 um 36,7 Prozent brutto pro Jahr weniger als Männer. Das mittlere Bruttojahreseinkommen der Frauen betrug laut Lohnsteuerdaten 2018 21.996 Euro, jenes der Männer 34.730 Euro. Beschränkt man den Vergleich auf ganzjährig Vollzeitbeschäftigte, dann lagen die mittleren Bruttojahreseinkommen der Frauen 2018 um 15,2 Prozent unter jenen der Männer; 2008 waren es noch 20,9 Prozent.

Niedrigere Erwerbseinkommen: höhere soziale Risken

Die niedrigeren Erwerbseinkommen und Versicherungsverläufe, die vor allem durch Kindererziehung Lücken aufweisen, führen bei Frauen insgesamt auch zu niedrigeren Pensionen. Laut Daten des Dachverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger betrug die monatliche Alterspension der Frauen im Jahr 2018 im Schnitt bei 982 Euro, jene der Männer bei 1.953 Euro. Die Alterspensionen der Frauen waren somit um 49,7 Prozent niedriger als jene der Männer. Die Neuzuerkennungen zeigen eine ähnlich große Pensionsdifferenz. Betrachtet man nur die 2018 neu zuerkannten Pensionen, dann waren die mittleren Alterspensionen der Frauen mit 1.133 Euro um 49,2 Prozent niedriger als jene der Männer mit 2.232 Euro.

Alleinerzieherinnen am meisten armutsgefährdet

Laut Erhebung EU-SILC 2018 waren 26 Prozent der alleinlebenden Pensionistinnen und 15 Prozent der alleinlebenden Pensionisten armutsgefährdet. Ein-Eltern-Haushalte – das sind fast ausschließlich Frauen mit ihren Kindern – haben mit 37 Prozent das höchste Armutsrisiko aller Haushaltstypen.

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Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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