Equal Pay day
Ein Viertel der Frauen kriegt weniger als 1.000 Euro Pension

Frauen kriegen viel weniger Pension, als Männer. Sie gelten aber als "Finanzvorstand" in der Familie.
  • Frauen kriegen viel weniger Pension, als Männer. Sie gelten aber als "Finanzvorstand" in der Familie.
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Im Auftrag der Raiffeisen KAG1 führte das Marktforschungsinstitut Spectra im Jänner eine repräsentative Umfrage zum Thema "Frauen und finanzielle Vorsorge in Österreich" durch. Fazit: Zwei Drittel der befragten Frauen gaben an, künftig nicht von der staatlichen Pension leben zu können. Ein Viertel gab an, bis zu 999 Euro zur Verfügung zu haben (10 Prozent der Männer).

„Nur vier Prozent der Frauen gehen davon aus, mehr als 2.000 Euro an staatlicher Pension zur Verfügung zu haben (12 Prozent der Männer), 35 Prozent der Frauen wissen gar nicht, welcher Betrag ihnen zur Verfügung stehen wird“, bestätigt Peter Bruckmüller, Geschäftsführer des Marktforschungsinstitutes Spectra. Exakt die Hälfte der weiblichen Befragten konnte keine Auskunft darüber geben, wie viel Geld ihr pro Monat für private Pensionsvorsorge zur Verfügung stehen wird. Zum Vergleich: Von den männlichen Befragten gaben nur 39 Prozent an, das nicht zu wissen.

Frauen verzichten auf Ertrag 
Eklatant ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern in Hinblick auf die Vorsorgeprodukte, die sie nutzen. Nur 15 Prozent der weiblichen Befragten gibt an, in Wertpapiere veranlagt zu sein (Fonds, Aktien, Anleihen, Zertifkate), während 27 Prozent der Männer diese für ihre Altersvorsorge bereits nutzen. Bei der Frage, ob Sicherheit oder Ertrag wichtiger ist, entschieden sich 14 Prozent für größtmöglichen Ertrag, was deutlich unter dem Anteil der Männer lag, von denen 23 Prozent Ertrag den Vorzug gaben. Auch gefragt, ob attraktiverer Ertrag ein Anreiz für mehr private Pensionsvorsorge wäre, bestätigten das nur 41 Prozent der Frauen, während das 52 Prozent der Männer taten.

Sparbuch deckt Inflation nicht ab
Ingrid Szeiler, Chief Investment Officer in der Raiffeisen KAG rät vor allem Frauen, am Kapitalmarkt zu investieren und hinsichtlich des eigenen Vermögensaufbaus aktiv zu werden. Denn „Sicherheit frisst Zinsen. Und das Sparbuch deckt die Inflation nicht mehr ab, sondern führt zu Verlusten“, so die Kapitalanlageexpertin. Noch bis 2009 habe der Einlagenzins im Schnitt die Inflation zumeist abgedeckt. Doch seither klaffe die Lücke immer weiter auf. Mittlerweile gingen jedes Jahr bis zu zwei Prozent des ersparten Geldes verloren. Einzelinvestments seien in der Regel riskant. Meist sei es deshalb sinnvoller, über einen Investmentfonds am Kapitalmarkt zu investieren, denn Streuung sei bei Kapitalveranlagungen ein wichtiger Erfolgsfaktor, weiß die Expertin. Um in einen Fonds investieren zu können, brauche es keine großen Summen. Regelmäßiges Fondssparen sei bereits ab 50 Euro im Monat möglich.

Frauen als "Finanzvorstand" in der Familie
Frauen trauen sich in Finanzsachen weniger zu, aber: Obwohl 71 Prozent der befragten Frauen "Fehlendes Wissen" im Finanzsektor angeben, während Männer das nur zu 57 Prozent tun, ist ihre Rolle bei finanziellen Fragen im Familienverbund eine tragende, so Petra Zehetleitner-Ruderer, Leiterin des Competence Centers Veranlagen und Wertpapiere in der Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark. Sie tragen heute zum Familieneinkommen bei und sind oft der "Finanzvorstand".

Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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