Personalabbau
Gewerkschaft kritisiert AUA-Sparpaket

Die Gewerkschaft will um jeden Arbeitsplatz der AUA kämpfen.
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  • Die Gewerkschaft will um jeden Arbeitsplatz der AUA kämpfen.
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Nach dem angekündigten Sparpaket der AUA sollen 700 bis 800 Mitarbeiter bis Ende 2021 ihren Job verlieren. Die Gewerkschaft reagiert mit herber Kritik. 

ÖSTERREICH. Das Management rund um AUA-Chef Alexis von Hoensbroech hatte am Donnerstagvormittag ein Sparpaket angekündigt. 700 bis 800 Stellen sollen von den Sparmaßnahmen betroffen sein. Die Gewerkschaft ließ mit einer Reaktion auf den geplanten Personalabbau nicht lange auf sich warten. 

Die Gewerkschaft GPA-djp kündigte per Aussendung an, um jeden Arbeitsplatz kämpfen zu wollen: „Im Rahmen des angekündigten Personalabbaus muss es sozial verträgliche Lösungen geben“, so der Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher. Der Mutterkonzern Lufthansa sei gefordert, die AUA hier nicht im Stich zu lassen. „Ein reiner Personalabbau führt zu Arbeitsverdichtung und Überlastung und kann in niemandes Sinne sein“,so Dürtscher. 

Liebhart: "Kein Freibrief für Personalabbau"

Auch Daniel Liebhart, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida kritisierte das Vorgehen der AUA: "Es ist klar, dass die AUA angesichts des verschärften Wettbewerbsdrucks unter Zugzwang steht. Das kann jedoch kein Freibrief für übertrieben Sparmaßnahmen und Personalabbau sein. Liebhart appellierte an die AUA-Mutter Lufthansa gegenüber den AUA-Mitarbeiten soziale Verantwortung zu übernehmen. Schließlich verfüge der Konzern mit seinen Milliardengewinnen über ausreichende finanzielle Reserven, um wirtschaftlich schwierige Zeiten überbrücken zu können, so der vida-Gewerkschafter. 

Verschärfte Lage

Der Betriebsratsvorsitzende des Bodenpersonals bei der AUA, Alfred Junghans, sprach im Ö1-Morgenjournal am Freitag von einem "abartigen Preiskampf" am Flughafen Wien. 

 AUA-Chef Alexis von Hoensbroech erklärte bei der Pressekonferenz der AUA am Donnerstag die Verschärfung der Lage durch die Billigflieger-Konkurrenz. "Wir müssen uns jetzt entscheiden, schauen wir dem zu. Ziehen wir den Kopf ein und hoffen wir, dass dieser Preiskampf irgendwann vorüber geht. Eine Taktik, die bei vielen anderen Fluggesellschaften in Europa dazu geführt hat, dass sie heute nicht mehr da sind." Oder tue man die nötigen Dinge, um das Unternehmen nach vorne zu bringen und Marktführer in Österreich zu bleiben. "Das bedeutet eben, dass wir auch einige, schmerzhafte Dinge tun müssen", betonte der AUA-Chef.

Der AUA-Vorstand bestätigte am Donnerstag, dass die Konkurrenz durch Billigflieger der AUA massiv zugesetzt haben.
  • Der AUA-Vorstand bestätigte am Donnerstag, dass die Konkurrenz durch Billigflieger der AUA massiv zugesetzt haben.
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Auf die Frage, wer für die prekäre Situation der AUA verantwortlich ist, wollte der Vertreter des Bodenpersonals nicht von Schuld sprechen. Der Konsument hätte es überall in der Hand. "Wir reden alle von CO2 Ausstoß und es wird zu viel ausgestoßen, wollen aber um 9,90 Euro fliegen. Irgendwas passt das nicht zusammen", sagte Junghans im Gespräch mit Ö1. 

Genaue Zahlen, wieviele Mitarbeiter eingespart werden, wollte der AUA-Vorstand am Donnertsag nicht nennen. Betroffen wird aber vor allem das Bodenpersonal sein. Die natürliche Fluktuation lege im Unternehmen bei circa 200 Personen pro Jahr, so Junghans. Einige Piloten seien von der Muttergesellschaft Lufthansa für die AUA geflogen, die das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren verlassen würden. Einige Mitarbeiter würden auch in  Pension gehen, so der Betriebsratsvorsitzende. Was danach übrig bleibe, wisse man noch nicht. 

Vorerst keine Kampfmaßnahmen

Junghans betonte, dass man mit dem Sozialpartner GPAdjp versuchen werden, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen: "Ich möchte jetzt nicht von Kampfmaßnahmen sprechen." Man wolle von Seiten des Betriebsrats abwarten, bis die Dinge auf den Tisch kommen. Streik sei "das letze Mittel, das eingesetzt wird und im Moment wüssten wir nicht, wogegen wir streiken sollen", so Junghans.

Die Gewerkschaft will um jeden Arbeitsplatz der AUA kämpfen.
Der AUA-Vorstand bestätigte am Donnerstag, dass die Konkurrenz durch Billigflieger der AUA massiv zugesetzt haben.
Autor:

Julia Schmidbaur aus Wieden

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