Ok des Eigentümers fehlt
Sozialpartner einigen sich auf Laudamotion Krisenplan

Einigung der Sozialpartner für 500 Mitarbeiter von Laudamotion in Wien
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  • Einigung der Sozialpartner für 500 Mitarbeiter von Laudamotion in Wien
  • Foto: Flughafen Graz
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411 Euro unter der Armutsgrenze: Das Arbeitsmarktservice (AMS ) hatte Laudamotion wegen Sozialbetrugs angezeigt. Jetzt gibt es offensichtlich doch ein Happy End beim Kollektivvertrag für die Ryanair-Tochter Laudamotion: Gewerkschaft vida und Wirtschaftskammer haben sich in der Nacht nach Wochen geeinigt. Die Zustimmung des Airline-Managements und seiner Konzernmutter Ryanair ist aber noch ausständig.

ÖSTERREICH. Die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida konnte sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nach einem harten zehnstündigen Verhandlungsmarathon mit dem Laudamotion-Management und der Konzernmutter Ryanair mit der Wirtschaftskammer auf einen verbesserten und befristeten Krisen-Kollektivvertrag bis 2023 für die 500 in Wien stationierten Laudamotion-Beschäftigten einigen.

Man habe vor allem für Flugbegleiter Verbesserungen zum ersten Angebot von Ryanair erreicht: Sie sollen künftig 1.440 Euro als garantiertes Grundeinkommen, 14 Mal im Jahr ohne Prämien und Zulagen. Die Ryanair habe die Lösung weitgehend mitgetragen.

1.440 Euro Grundeinkommen 

Konkret steige mit 1.440 Euro 14 Mal pro Jahr das monatlich garantierte Bruttoeinkommen für FlugbegleiterInnen um 44 Prozent im Vergleich zum Erstangebot (1.000 Euro brutto). Für Copiloten konnte außerdem im Vergleich zum Erstangebot (1.700 Euro brutto) eine Steigerung von 18 Prozent auf 2.000 Euro monatlich garantiertes Bruttoeinkommen erzielt werden. Die vida-Forderung, sämtliche von Laudamotion und Ryanair vorgeschlagenen rechtswidrigen KV-Vertragsklauseln vollständig zu streichen, fand seitens Wirtschaftskammer ebenfalls Zustimmung. Der Krisen-KV wurde zwischen den Sozialpartnern bis 2023 abgeschlossen.

Taxi zum Flughafen gleich teuer wie Flug Wien-London

Man hofft, dass die 500 Mitarbeiter in Wien ihren Job behalten können. Eine finale Zustimmung wird am Donnerstag im Laufe des Tages von der Muttergesellschaft Ryanair erwartet. Man erwarte sich von der Politik etwas gegen Dumpingpreise bei Tickets zu unternehmen. Gewerkschafter Hebenstreit im Interview mit dem Radiosender Ö1 am Donnerstag in der Früh: "Es kann nicht sein, dass die Taxifahrt zum Flughafen gleich viel kostet wie ein Flug nach London." Das seien keine Preise, von denen man Löhne bezahlen könne.

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen trifft die gesamte Luftfahrtbranche und ihre Beschäftigten besonders hart, da sich laut aktuellen Prognosen das Luftverkehrsaufkommen in den kommenden Jahren nur langsam erholen soll: „Wenn wir nicht wollen, dass in ein paar Monaten jeder von uns jemand kennt, der aufgrund der Corona-Krise von seinem Einkommen nicht leben kann, dann braucht es jetzt dringend einen Kraftakt der Regierung. In der Luftfahrt braucht es neben einem Branchenkollektivvertrag unter anderem Mindesttickettarife, da ansonsten der Preiskampf zu Lasten der Beschäftigten ausgetragen wird“, fordert vida-Vorsitzender Hebenstreit.

Greenpeace fordert Klimaschutz-Regeln

Anlässlich der Einigung der Sozialpartner hinsichtlich der Laudamotion, fordert die Umweltschutzorganisation Greenpeace klare Klimaschutz-Regeln für die Flugbranche in Österreich und Europa. Um den Ausstoß von Treibhausgasen in der Luftfahrtindustrie deutlich zu senken, brauche es eine klare Ausrichtung der Branche auf das 1,5-Grad-Klimaschutzziel. Greenpeace verlangt, auch alle staatlichen Hilfsgelder für Fluglinien wie die AUA an Klima-Bedingungen zu binden.

Das wollen auch 85 Prozent der Menschen in Österreich, wie eine kürzlich veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt. Wichtig seien zudem faire Arbeitsbedingungen und Umschulungen auf zukunftsfähige Branchen, um den ArbeitnehmerInnen langfristige Jobsicherheit zu geben, so die Umweltschutzorganisation.

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Einigung der Sozialpartner für 500 Mitarbeiter von Laudamotion in Wien
Der Kollektivvertrag, den der Konzern zuvor den Mitarbeitern zu Unterschrift vorgelegt hatte, sah so aus: Flugbegleiterinnen sollen ein netto Basisgehalt von 848 Euro bekommen, das ist deutlich unter der Wiener Mindestsicherung, die bei 917 Euro liegt.
Autor:

Maria Jelenko-Benedikt aus Wieden

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