31.03.2017, 09:18 Uhr

31.03.2017 - Pflanze des Tages - Kohlgänsedistel

Kohlgänsedistel (Sonchus oleraceus), Blüte in Seitenansicht © Angelika Ficenc

Futter für die Gänse

Sicher hat sie jeder schon einmal irgendwo in der Stadt gesehen - die Kohlgänsedistel (Sonchus oleraceus), ein Kulturbegleiter und Ruderalpflanze, die häufig mitten in der Großstadt wächst.
Das Exemplar, welches ich fotografierte, wuchs in einem Spalt zwischen Mauer und Gehsteig in der Grüngasse in 1040 Wien. Sie gehört der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Diese einjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 100 cm. Sie besitzt einen hohlen, fleischigen, meist ästigen Stängel. Die Pflanze enthält weißen Milchsaft. Ihre wechselständigen Blätter sind fiederspaltig, weich mit breiten zugespitzten Zipfeln, am Blattrand gezähnt und umfassen den Stängel.

Die Blüten stehen in Rispen mit Blütenkörbchen, die von grünen Deckblätter umgeben sind. Die Blütenkörbchen werden bis 25 mm groß. Es sind nur Zungenblüten vorhanden. Die zygomorphen Einzelblüten sind hellgelb. Vor dem Aufblühen sind die Blütenköpfchen weißflockig. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Schwebfliegen.

Die Kohlgänsedistel gilt mit ihrer bis in mehr als 1 Meter Tiefe vordringenden Wurzel als Pionierpflanze. Als Standort bevorzugt die Ruderalpflanze Unkrautfluren an Wegrändern, Schuttplätze, Gärten und Äcker.
Bei feuchtem Wetter biegen sich die äußeren Blüten über die inneren.

Geschichtliches
Junge Blätter, Stängel und Wurzeln kochte man früher zu Gemüse oder als Suppeneinlage (lat. Oleraceus = als Gemüse gebraucht). Bauern schätzten diese Pflanze als Viehfutter für Gänse und Schweine, was zum deutschen Namen „Gänsedistel“ führte.

Literatur: Exkursionsflora von Österreich (W. Adler, K. Oswald, R. Fischer),
Kosmos Pflanzenführer
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